Leseprobe Gesamtwerk 10 „Sonnen-Yoga“

Leseprobe Gesamtwerk 10 „Sonnen-Yoga“

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir Kapitel 7 „Der heliozentrische Standpunkt“ aus Gesamtwerk 10 „Sonnen-Yoga“ von Omraam Mikhael Aivanhov.

 

Kapitel 7: Der heliozentrische Standpunkt

Ich habe euch bereits erklärt, dass ihr bei der Sonnenaufgangsmeditation nicht versuchen sollt, euch sofort zu konzentrieren, sondern dass es besser ist, die Gedanken zunächst ein wenig umherschweifen und spielen zu lassen. Ihr beobachtet sie natürlich, damit sie sich nicht verirren, sitzt aber ruhig und entspannt, und betrachtet ohne Eile die Sonne. Nach einigen Minuten lenkt ihr eure Gedanken auf das von euch gewählte Meditationsthema, und euer Intellekt, der nun eine Weile herumgehüpft ist, gespielt und getanzt hat, zeigt sich viel williger. Dann setzt ihr ihm sachte, behutsam und ohne Hast, derart angenehme und reizvolle Beschäftigungen vor, dass er daran Gefallen findet und sich konzentriert. Auf diese Weise könnt ihr stundenlang meditieren. Mit dem Intellekt muss man ein wenig diplomatisch umgehen, denn er ist von Natur aus äußerst schlau und ungehorsam.
Heute möchte ich aber noch etwas hinzufügen: Ihr habt bemerkt, dass die Sonne nicht alle Tage an derselben Stelle des Horizonts aufgeht. In diesen Tagen bewegt sie sich nach Süden, aber wenn ihr im April, Mai oder Juni da gewesen wärt, hättet ihr gesehen, dass sie nach Norden wandert. Es findet also eine Pendelbewegung statt: Vom 22. Dezember bis zum 22. Juni bewegt sich die Sonne in die eine und vom 22. Juni bis zum 22. Dezember in die entgegengesetzte Richtung. Es ist ein sehr langsames Pendeln, das Monate dauert. Was will die Sonne durch diese, die Jahreszeiten bestimmende Bewegung sagen? Im Sommer zieht sie am Himmel einen riesigen Halbkreis, der weit nach Westen reicht und im Winter ist ihr Bogen viel kleiner und niedriger über dem Horizont. Sie zeichnet damit außergewöhnliche, sehr bedeutsame und sinnreiche geometrische Figuren. Im Winter hat die Sonne zu wenig Zeit, die Erde zu erwärmen; dann ist alles kalt, erstarrt und gefroren.
Im Frühling und Sommer wird der Bogen immer größer, lässt der Sonne mehr Zeit, die Erde zu erwärmen, zu beleben und zu befruchten. Nun wisst ihr ja, dass die Sonne sich nur scheinbar bewegt. Den Astronomen zufolge wandert sie tatsächlich auf einer Bahn in Richtung des Herkules-Sternbilds. Die Erde ist es, welche, die Sonne umkreisend, sich bald nähert, bald entfernt. Der Wechsel der Jahreszeiten wird von den Abweichungen der Erdbewegung bestimmt. Wenn man sich also auf den Anschein verlässt und die Dinge von der Erde aus betrachtet, so glaubt man, dass die Sonne auf- und untergeht und um die Erde kreist.
Das beweist, dass die Menschen sich nur irren können, wenn sie alles von der Erde, vom geozentrischen Standpunkt aus betrachten. Ihre gesamte Weltanschauung ist falsch, weil sie auf der irrtümlichen Vorstellung beruht, die Sonne drehe sich um die Erde. Die Eingeweihten hingegen sind sich dessen bewusst, dass die Erde sich um die Sonne bewegt und nehmen den umgekehrten Standpunkt ein. Sie versetzen sich auf die Sonne, betrachten alles von dort aus und erkennen die Wahrheit. Ihr sagt: »Wir wissen doch alle, dass die Erde sich um die Sonne dreht!« Sicher, theoretisch wisst ihr das, aber in Wirklichkeit verhaltet ihr euch, als würde die Sonne um die Erde kreisen. Deswegen wiederhole ich: Solange ihr nicht versucht, die Mitte zu finden, eure eigene Mitte, die den göttlichen Teil in euch darstellt und dort lebt, von dort aus handelt und alles betrachtet, so lange werdet ihr die Wahrheit nicht finden und alles wird euch in einem falschen Licht erscheinen.

Vielleicht versteht ihr mich nicht, weil ihr nicht wisst, dass man die Erde und die Sonne auch im Menschen findet. Die Erde ist der Bauch; die Sonne ist die Vernunft, das Gehirn. Leider sind die Menschen seit Jahrhunderten in den »Bauch« abgeglitten und betrachten alles nur durch den »Bauch«, d. h. durch das materielle Leben. Nichts anderes hat mehr eine Bedeutung für sie. Wie schwierig ist es daher für den, der versucht, sie zu ihrer anderen Mitte, zum Kopf, zur Vernunft, zum Licht oder zum heliozentrischen Standpunkt zurück zu führen! Wie kann man ihnen nur begreiflich machen, dass sie sich durch die Annäherung an den Mittelpunkt des Sonnensystems ihrer eigenen Mitte nähern, um die alles kreisen soll. So lange der Mensch behauptet, er wolle selbst der Mittelpunkt seines Lebens sein, kreist er in Wirklichkeit doch um andere Dinge, als um sich selbst. Das ist der Grund, weshalb er hin- und hergeworfen wird und die Wahrheit nicht finden kann.
Ich werde sämtliche Mittel, Argumente und Kenntnisse aufwenden, die mir zur Verfügung stehen, um euch diese hell strahlende Wahrheit nahe zu bringen: Arbeitet daran, die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems, die Quelle, aus der das Leben sprudelt zu finden und sucht auf der spirituellen Ebene den, der der Höchste, der Mächtigste ist: Gott. Verbindet sie dann, die Sonne und den Herrn mit eurer eigenen Mitte, mit dem göttlichen Funken in euch, eurem höheren Selbst, denn nur dann findet ihr euch endlich selbst wieder und entdeckt die Wahrheit. Ihr lebt noch in Illusionen und Qualen, weil es euch nicht gelungen ist, eure Mitte zu finden, zu umkreisen und mit ihr zu verschmelzen. Ihr kreist noch um eure Wünsche, Launen und Begierden und werdet von ihnen gesteuert. Doch in Zukunft sollten sie um euch kreisen, euch gehorchen und sich euch unterordnen. Wenn ihr immer nur die niedrigen Impulse befriedigen wollt, gelingt euch das erstens nicht und zweitens verliert ihr dabei alles. Sie sollen euch dienen, und für euch arbeiten, ihr seid das Oberhaupt, das Zentrum, der Herr eures eigenen Reiches.
Ich erwähnte vorhin die vier Jahreszeiten. Es ist sehr weise, bei der Arbeit auf die Jahreszeiten zu achten. Der Bauer weiß, wann er pflügen und wann er säen soll, damit die Ernte gut ausfällt. Salomo sagte: »Ein jegliches Ding hat seine Zeit… geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit… umarmen hat seine Zeit, und sich aus der Umarmung lösen hat seine Zeit… abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit.« Viele, die die »Prediger« (Pred. 3,1-8) gelesen haben, verstanden nicht, dass dieses Buch aus einem magischen und kabbalistischen Verständnis heraus verfasst wurde. Nun, wie lässt sich diese für jede einzelne Tätigkeit günstige Zeit finden? Das ist eine Wissenschaft für sich, die in der Kabbala erklärt wird und durch die man lernt, wie man sich im Laufe der vier Jahreszeiten mit den vier Elementen, den vier Himmelsrichtungen und den vier Erzengeln verbinden kann. Es gibt in diesem Bereich ein außergewöhnliches System von Zusammenhängen. Ich könnte euch eine Darstellung mit den vier Regionen der Welt zeigen, in welche die jeweils entsprechenden Elemente, Kristalle, Edelsteine, Wesenheiten usw. eingetragen sind. Aber was würdet ihr damit anfangen? Vielleicht lege ich euch dieses Schema später einmal vor. Im Augenblick möchte ich, dass ihr beim Betrachten der aufgehenden Sonne den Blick von dem Schein der Außenwelt löst, euch nach innen wendet, euch konzentriert, um die Quelle, die in euch sprudelt, wieder zu finden.
Wesentlich ist im Augenblick, dass ihr euren Standpunkt ändert. Anstatt zu brummen: »Ach, schon wieder muss ich aus dem Bett und zum Sonnenaufgang! Wozu nützt mir das, mein Gott?… Mein Kopf ist benommen, ich kann nicht meditieren«, werdet ihr jetzt, da ihr wisst, was es für Schätze zu erkunden gibt, mit besserer Stimmung aufstehen. Ich möchte eure Liebe zur Sonne steigern und euch überzeugen, dass sie für euch das Wesentliche sein soll. Wenn mir das gelingt, dann werdet ihr alle neue Menschen werden. Wenn ihr nur wüsstet, was die Sonne mir bedeutet, wie ich mich ihr gegenüber verhalte! – Selbst nachts bin ich mit ihr zusammen; beim Spazierengehen begleitet sie mich, sie spricht zu mir und unterrichtet mich. Ich kann übrigens ganz offen sagen, dass ich sie zu meinem Lehrer und Meister gemacht habe. Jeden Tag vermittelt sie mir neue Erkenntnisse und das Gleiche kann sie auch bei euch machen. Alles hängt davon ab, wie ihr sie betrachtet.
Wenn ihr von der mechanistischen Philosophie beeinflusst seid und denkt, die Sonne könne weder zu euch sprechen noch euch helfen, sie sei ohne Intelligenz und ohne Leben, dann versperrt ihr euch selbst den Weg zu ihr. Ihr kommt nicht weiter, ihr fühlt und versteht sie nicht und könnt nicht zu ihr sprechen. Leider hat die Erziehung den Menschen nur das Tote in den Kopf gesetzt, für sie ist alles tot, nur der Mensch ist lebendig und intelligent. Ich sage euch: Eine solche Philosophie ist zerstörerisch und muss ersetzt werden. Wir müssen begreifen, dass alles lebendig ist, dass sich durch alles, was wir sehen, eine höhere Vernunft offenbart, dass die Sonne ein lebendiges, intelligentes Licht ist. Dann wird sie auf einmal zu euch sprechen. Sie hat mir schon vieles enthüllt, weil ich sie genau als das anerkenne, was sie ist: als einen sehr hochstehenden, unsagbar schönen, großen, intelligenten und mächtigen Geist… so erhaben, dass alles andere daneben verblasst. Versucht doch, Fragen an sie zu richten! Ihr werdet feststellen, dass sie euch antwortet. Ihr könnt vielleicht nicht sofort die Antwort entschlüsseln, aber früher oder später wird sie auf der Leinwand eures Bewusstseins erscheinen. Die Sonne sendet die Antworten noch im gleichen Augenblick, wie ein elektronischer Rechner. Nur ist der Mensch nicht ausreichend entwickelt, um sie sofort zu erfassen.
Nun möchte ich euch noch eine Seite aus dem lebendigen Buch der Natur erläutern. Wenn ihr die Menschen betrachtet, so seht ihr, wie sie instinktiv den Drang verspüren, eine gute Stellung zu suchen, im sozialen Leben aufzusteigen, Verantwortung zu übernehmen, zu befehlen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie einige Prüfungen ablegen und wenn sie ihr Können bewiesen haben, lässt man sie die höchsten Stellen bekleiden. Es gibt natürlich Länder, wo bestimmte Leute durch Gewalt und Betrug die Herrschaft an sich reißen, aber ich spreche hier nur im Allgemeinen, von den zivilisierten Völkern. Die Menschen wollen aufsteigen, Führungsposten übernehmen, weil sie wissen, dass sie dann bei besserer Bezahlung weniger arbeiten, mehr Freiheit genießen und größere Möglichkeiten haben, bestimmte Dinge nach ihrem Willen zu verändern. Ähnlich verhält es sich mit den Wettbewerben, den Wahlen der »Miss Welt« um Beispiel. Eine ist also gewählt worden und steht da als die Schönste von allen – was zwar nicht immer zutrifft, denn die Schönsten nehmen nicht an solchen Schönheitswettbewerben teil – dann werden ihr pro forma einige Fragen gestellt, die jeder beantworten könnte… und jetzt, da sie den Titel erworben hat, bekommt sie Geld, Kleider, Heiratsanträge, sowie Angebote für Film und Fernsehen.

Alle wissen also, dass man mit einem Titel viel mehr Vorteile erhält. Aber warum haben sie nicht bemerkt, dass im spirituellen Bereich genau das Gleiche gilt. Die Eingeweihten und die geistigen Schüler wissen, dass es in der geistigen Welt ebenfalls eine Art von Jury und Prüfungskommissionen gibt, deren Aufgabe es ist, zu beobachten, wie sie die Probleme lösen, die ihnen vom Leben gestellt werden. Darum arbeiten sie innerlich unablässig und wenn sie Erfolge verzeichnen, erhalten sie eine höhere Stellung und selbstverständlich mehr Kräfte. Je höher sie steigen, je mehr sie sich dem Gipfel der Vollkommenheit nähern, umso mehr Diplome verleiht ihnen der Himmel und umso mehr wird er ihnen wichtige Positionen anvertrauen. Eines Tages erhalten sie dann alle Kräfte und können sogar den Naturkräften Anordnungen erteilen, aber immer für das Gute.
Das ist es, meine lieben Brüder und Schwestern, was die Erleuchteten erwartet, die im Buch der Natur zu lesen verstehen und sich in höhere Bereiche erheben, um die wahren Gesetzmäßigkeiten zu entschlüsseln. Sie kämpfen nicht um angesehene Stellen als Minister oder Präsident, sondern überlassen das den anderen und richten ihre Kräfte auf die Innenwelt. Indem sie unablässig daran arbeiten, sich zu erheben, erhalten sie immer mehr Kräfte und werden eines Tages Könige. Sie herrschen über das Leben.
Da ihr nun das große Abenteuer, den Sonnenaufgang zu betrachten, unternommen habt, solltet ihr in eurer Überlegung, eurer Konzentration, euren Handlungen und Fähigkeiten noch viel weiter gehen und entdecken, dass dieses Tun auf allen Ebenen seine Bedeutung hat. Je mehr ihr die Sonne liebt, umso mehr erhebt ihr euch zu den höheren Stufen eures Wesens und nähert euch dem Gipfel. Der Gipfel ist, anders dargestellt, eigentlich nichts anderes als der Mittelpunkt. Ein Berg kann nämlich entweder als ein spitzer Kegel oder bei der Projektion der Kegelspitze auf die Basis als ein Kreis mit seinem Mittelpunkt dargestellt werden. Der Kreismittelpunkt ist die Projektion des Gipfels auf die Kegelbasis. Ob ihr nun also zum Mittelpunkt eures Kreises, eurer Seele, eures Geistes oder hinauf zur Sonne, zum Gipfel steigt, ist dasselbe. Aufsteigen oder in die Tiefe der Seele vordringen entspricht, mit anderen Worten ausgedrückt, dem gleichen Bestreben. Ihr erhaltet dadurch die gleichen Segnungen: Ruhe, Ausgeglichenheit, Kraft, Erleuchtung, Autorität, Klarsicht, Liebe… Das ist das Ideal des Lebens.
Indem ihr die Wichtigkeit der Sonne erkennt, könnt ihr eure Zukunft erschaffen. Aber ihr müsst es begreifen! Die Sonne enthüllt das Wesentliche, die großen Prinzipien des Lebens. Geht also jeden Morgen hinauf zum Sonnenaufgang, dann werdet ihr nach Jahren wie die Sonne. Ihr werdet hoch oben stehen, werdet im Zentrum sein und werdet ein Zentrum der Kraft, der Stärke und des Lebens sein!

Bonfin, den 4. August 1967

Reihe Gesamtwerke, Band 10
ISBN 978-3-89515-071-5
314 Seiten, 22 Euro
Dieses Buch im Online-Shop: hier klicken.

Sommer-Aktion: Versandkostenfrei bestellen

Sommer-Aktion: Versandkostenfrei bestellen - Alle Bestellungen vom 23. Juni - 30. September 2015 werden portofrei ausgeliefert. Nur innerhalb Deutschlands.

Sommer-Aktion: Versandkostenfrei bestellen

Alle Bestellungen, die vom 23. Juni 2015 bis zum 30. September 2015 bei uns eingehen, werden portofrei ausgeliefert. Die Aktion gilt für Sendungen innerhalb Deutschlands und für alle Artikel aus unserem Verlagsprogramm. Ausgeschlossen von der Aktion sind Kunden, die Rabatt erhalten.

Leseprobe Izvor 224 – Die Kraft der Gedanken

Leseprobe Izvor 224 - Die Kraft der Gedanken - Auszug aus unserem Bestseller von Omraam Mikhael Aivanhov. Taschenbuch Reihe Izvor, 208 Seiten, 12,00 Euro.

Leseprobe Izvor 224 – Die Kraft der Gedanken

Kapitel IV

Leben und Kreisen der Gedanken

Teil I

 

Eines müsst ihr unbedingt wissen und das ist, dass alle Gedanken, selbst die schwächsten und unbedeutendsten, eine Realität sind. Man kann sie sogar sehen, es gibt Wesen, die sie sehen können. Auf der physischen Ebene bleiben sie natürlich unsichtbar und ungreifbar, aber sie sind Wirklichkeit. Und durch die subtile Materie, aus der sie bestehen, sind sie lebendige Geschöpfe, die sogar handeln. Die Unkenntnis dieser Wahrheit ist der Grund vielen Unglücks. Die Menschen sehen und fühlen nicht, dass die Gedanken arbeiten, dass sie aufbauen oder aber zerreißen und zerstören, und sie erlauben sich, alles Mögliche zu denken, ohne zu wissen, dass sie sich auf diese Weise den Weg zur Entwicklung versperren.

Gott hat die größte Macht, die Er gewähren konnte, dem Geist geschenkt. Nachdem jeder Gedanke von dieser Macht des Geistes, der ihn erschuf, durchdrungen ist, hat er natürlich seine Wirkung. Mit dieser Erkenntnis könnt ihr Wohltäter der Menschheit werden. Jeder kann seine Gedanken wie Boten, wie kleine, lichtvolle Geschöpfe durch den Raum senden, bis hin zu den entferntesten Regionen, und sie beauftragen, den Wesen zu helfen, sie zu trösten, aufzuklären und zu heilen. Derjenige, der diese Arbeit bewusst vollzieht, dringt nach und nach in die Geheimnisse der göttlichen Schöpfung ein.

Wenn sich die offizielle Wissenschaft nur entscheiden wollte, sich mit einer so wichtigen Frage wie der Gedankenkraft zu beschäftigen! Aber nein, im Augenblick entwickelt sie Raketen und Bomben. Ich weiß dennoch, dass sich einige Forscher in den Vereinigten Staaten und in der Sowjetunion mit Telepathie beschäftigen. Nehmen wir nur eine der amerikanischen Erfahrungen. Man wählte zwei medial begabte Personen aus. Die eine sollte mit Hilfe der Gedanken Botschaften aussenden und die andere sie empfangen. Die »sendende« Person war in Washington, überwacht von einer Expertenkommission, die alles prüfen und kontrollieren musste. Alle Botschaften, die diese Person aussandte, wurden aufgeschrieben und in einem Safe eingeschlossen, damit nichts gefälscht werden konnte. Die »empfangende« Person wurde an Bord eines U-Bootes in den pazifischen Ozean gebracht, also Tausende von Kilometern entfernt in eine große Meerestiefe. Sie notierte die empfangenen Botschaften und wurde ebenfalls von einer Kommission überwacht, die die notierten Botschaften genauso in einen Safe einschloss. Als man dann die ausgesandten und die empfangenen Botschaften miteinander verglich, wichen sie nur zu einem ganz kleinen Prozentsatz voneinander ab.

Dieses Experiment hat bewiesen, dass der Mensch fähig ist, über eine sehr große Entfernung Schwingungen in den Raum zu projizieren. Man weiß nicht, wie weit diese Schwingungen gehen können, genauso wenig wie man weiß, welche Entfernung die Strahlen der Sonne oder der Sterne zurücklegen können; da ja das Licht eines seit Tausenden von Jahren erloschenen Sterns immer noch den Raum durchquert. Genauso ist es mit den menschlichen Gedanken: Unsere Gedanken sind die Strahlen einer Sonne, und diese Sonne ist unser Geist. Die Sonne strahlt eine Quintessenz von außerordentlicher Kraft aus, die von ihren Strahlen – wie von kleinen, mit Nahrung und Reichtümern beladenen Waggons – sehr weit in den Raum transportiert wird. Und unser Geist sendet seine Strahlen, die Gedanken, ebenso in den Raum wie die Sonne, und sie führen das Gute oder Böse mit sich, mit dem sie beladen wurden.

Dieses Experiment zeigt auch, dass die Gedanken, im Unterschied zu den Alpha-, Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlen, die schnell vom Wasser aufgehalten werden, sehr tief in das Wasser eindringen können. Der Gedanke kann also stärker durchdringen als diese Strahlen und in sehr großer Entfernung wirksam sein. Ihr denkt etwas – und schon verlässt euch dieser Gedanke und geht in die Welt, um auf die Gehirne anderer Personen einzuwirken. Ihr bringt also mit euren Gedanken die verschiedensten, euch unbekannten Mechanismen in Bewegung. Welche Schlussfolgerung muss man daraus ziehen? Dass man, wenn man sich gehen lässt und negative, trübe und zerstörerische Gedanken hegt, durch das Gesetz der Affinität in vielen Tausenden von Köpfen anderer Menschen den gleichen Zustand hervorruft. Selbst wenn man sich dessen nicht bewusst ist, es ist so, und man ist dafür verantwortlich. Man wird auch bestraft werden, denn man hat nicht das Recht, einen Menschen negativ zu beeinflussen oder etwas Gutes in ihm zu zerstören.

Wenn die Menschen sensibel genug wären, könnten sie sehen, wie manche Personen von einer Wolke düsterer Wesenheiten umgeben sind, die nach einiger Zeit losziehen und im Raum Schäden anrichten, ohne dass sich diese Personen bewusst sind, dass sie selbst die Ursache dafür sind… Was ich euch hier die Gedanken betreffend sage, das gilt natürlich ebenso für die Gefühle, da die Gedanken und die Gefühle eine Kraft sind, die vom Menschen ausgeht in den Raum, um sich dort gut oder böse auszuwirken.

Entscheidet euch also, nur Gedanken und Gefühle auszusenden, die segensreiche Konsequenzen haben. Wenn ihr merkt, dass ihr nicht mehr Herr der Lage seid, dass ihr euch negativen Impulsen hingebt, dann reagiert und versucht, eine andere Richtung einzuschlagen.

Ihr müsst von nun an begreifen, dass es nichts Wichtigeres gibt, als sich seiner Gedanken bewusst zu sein und sie zu überwachen. Gewiss, das könnt ihr nicht sofort erreichen. Eine Zeit lang werdet ihr noch durch Erschütterungen gehen müssen, aber ihr habt wenigstens die Möglichkeit, eines Tages Herr der Situation zu werden.

 

Dieses Buch im Online-Shop: hier klicken
Leseprobe drucken: hier klicken

Start der Verlosung zum Welttag des Buches 2015

Start der Verlosung zum Welttag des Buches 2015

Start der Verlosung zum Welttag des Buches 2015

Heute ist der langersehnte Start der Verlosung zum Welttag des Buches 2015. Wie angekündigt, warten drei Bücher auf drei glückliche Gewinner. Wir verlosen:

Bitte klicken Sie auf eines der Bücher, um mehr Informationen zu erhalten.

Wir haben uns in letzter Sekunde entschieden, die Ausgabe 2014 der Gedanken für den Tag zu verlosen, statt wie angekündigt, die Ausgabe 2015, weil die Ausgabe 2014 laut Kundenmeinung die bisher beste war und die schönsten Texte enthielt.

Und so können Sie an der Verlosung teilnehmen:

Schreiben Sie uns eine E-Mail an die Adresse verlosung@prosveta.de oder klicken Sie auf sie, um zum Kontaktformular zu gehen und dort Ihre Nachricht an uns zu senden. Vergessen Sie beim Weg über das Kontaktformular bitte nicht, im Feld „Betreff“ VERLOSUNG zu schreiben.

Es ist nicht notwendig, einen Text zu schreiben.

Teilnahmebedingungen

  1. Die Verlosung läuft vom 23. April 2015 bis zum 30. April 2015.
  2. Die Ziehung der Gewinner findet am 01. Mai 2015 statt
  3. Teilnehmen an der Verlosung kann jeder mit eigener Postanschrift und Email-Adresse. Von der Verlosung ausgeschlossen sind die Mitarbeiter des Prosveta Verlags GmbH.
  4. Zwischenzeitliche Käufe über unsere Webseite beeinflussen nicht Ihr Ergebnis der Auslosung der Gewinner.
  5. Die Gewinner werden ermittelt, indem wir allen teilnehmenden E-Mail-Adressen eine Nummer zuweisen und diese dann per Zufallsgenerator ziehen.
  6. Die gewonnenen Bücher werden kostenlos per DHL / DPD an die Gewinner zugestellt.
  7. Die Preise können nicht getauscht oder zurückgegeben werden.
  8. Die E-Mail-Adressen der Teilnehmer werden nach Beendigung der Verlosung aus unserem System gelöscht – außer Sie gestatten uns ausdrücklich die Verwendung Ihrer Daten, z.B. für unseren Newsletter.
  9. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

Leseprobe Izvor 213 – Die menschliche und göttliche Natur in uns

Leseprobe Izvor 213 - Die menschliche und göttliche Natur in uns. Band 213 der Reihe Izvor von Omraam Mikhael Aivanhov aus dem Prosveta Verlag. 12,00 Euro.

Leseprobe Izvor 213 – Die menschliche und göttliche Natur in uns

Rückentext des Buches Izvor 213 “Die menschliche und göttliche Natur in uns”:
Wie oft sagt man zur Rechtfertigung gewisser Schwächen: »Das ist menschlich!« Wenn man aber richtig überlegt, bedeutet »das ist menschlich« eigentlich »das ist tierisch«. Wie also lässt sich die menschliche Natur definieren?

Der Mensch ist das Doppelwesen, das in seiner Evolution zwischen der tierischen und der göttlichen Welt steht. Er muss seine niedere Natur bezähmen, um sie zu überwinden. Die Aussage der Heiligen Schrift »Ihr seid Götter« soll den Menschen an den göttlichen Wesenskern erinnern, der in ihm verborgen ist und den es zu manifestieren gilt. Meister Omraam Mikhael Aivanhov sieht hier den wahren Sinn unseres Lebens. Immer wieder kommt er auf diesen Punkt zu sprechen und gibt uns Methoden, wie wir diese Götter auch offenbaren können, die wir sind und die wir noch nicht kennen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Menschlich… oder Tierisch?
  2. Die niedere Natur, eine umgekehrte Spiegelung der höheren Natur
  3. Auf der Suche nach unserer wahren Identität
  4. Über die Möglichkeit, den Begrenzungen der niederen Natur zu entgehen
  5. Die Sonne, Symbol der göttlichen Natur
  6. Die niedere Natur beherrschen und als Energiequelle benutzen
  7. Der höheren Natur mehr Äußerungsmöglichkeiten geben: sich bessern
  8. Die Stimme der göttlichen Natur
  9. Der Mensch kann sich nur dann entfalten, wenn er seiner höheren Natur dient
  10. Die höhere Natur in sich selbst und anderen fördern
  11. Die Rückkehr des Menschen in Got

 

Kapitel 1
Menschlich… oder Tierisch?

Jedes menschliche Wesen, das auf die Welt kommt, bringt Neigungen aus ferner Vergangenheit mit, die ein für alle Mal in ihm eingeprägt sind. Sie stammen aus der Zeit, als der Mensch viel mit dem Tierreich gemeinsam hatte. Niemand ist von dieser Vergangenheit frei. Die Menschen unterscheiden sich dadurch, dass diejenigen, die das Licht der Einweihungslehre besitzen, ihre tierischen Triebe beherrschen können, während andere, die dieses Wissen nicht besitzen oder nicht annehmen wollen, ihren niederen Neigungen nachgeben müssen. Das ist doch ganz normal und selbstverständlich! Für sie ist die Einweihungslehre anormal und widernatürlich, aber nach Ansicht der göttlichen Welt ist sie völlig normal.

Die meisten Menschen wissen nicht genau, was naturgemäß ist und was nicht. Sie reden davon, der Natur zu folgen, sich ihren Gesetzen zu unterwerfen und sie nachzuahmen. Das ist schön und gut, aber um welche Natur handelt es sich? Denn es gibt nicht nur eine Natur, sondern zwei: eine niedere und eine höhere. Viele, die angeblich »der Natur gehorchen«, handeln in Wirklichkeit gegen die höhere Natur, während andere, die die göttliche Natur in sich zur Entfaltung bringen wollen, die niedere Natur zu zügeln suchen. Die Menschen haben keine klaren Vorstellungen in diesem Bereich. Deshalb muss man ihnen bewusst machen, dass sie eine höhere Natur besitzen, die sich anders äußert als die so genannte menschliche Natur. Letztere ist eigentlich nichts anderes als der von der Tierwelt ererbte niedere Instinkt. Wie oft sagt man, um seine eigenen Schwächen zu rechtfertigen: »Das ist menschlich!« Wenn man darüber nachdenkt, bedeutet menschlich allerdings eigentlich »tierisch«. Nirgends steht geschrieben, dass der Mensch solchen Schwächen nachgeben soll.

Die Tiere sind so wie sie sind in Ordnung. Für sie zählt nur das Überleben. Also müssen sie fressen, einen Unterschlupf finden, sich vermehren und sich verteidigen. Die Natur hat ihnen verschiedene Instinkte gegeben, denen sie gehorchen, und die man Selbsterhaltungstrieb, Zeugungstrieb, Aggressivität usw. nennt. Es ist daher normal, wenn sie egoistisch, grausam und ängstlich sind. Bei den Menschen jedoch verhält es sich anders. Die kosmische Intelligenz hat ihnen einen Verstand und andere Eigenschaften und Tugenden gegeben, mit denen sie über die Instinkte hinausgehen können. Auch wenn sie noch das tierhafte Wesen besitzen, wohnt in ihnen doch auch eine andere Natur, die es zu entwickeln gilt. Ich behaupte natürlich nicht, dies sei einfach und von heute auf morgen zu verwirklichen. Das tierische Wesen mit seinen Trieben und Begierden steht dem Menschen noch so nahe!

Wenn ihr euch analysiert, werdet ihr schnell feststellen, dass manche Neigungen so tief in euch verwurzelt sind, dass sie durch nichts zu entfernen sind, während andere ständig durch gutes Zureden, Lektüre und Gebet ermutigt werden müssen, damit sie nicht völlig verschwinden. An Hunger, Durst oder Schlaf und das Besitzen wollen bestimmter Dinge oder die Sucht nach bestimmten Vergnügungen braucht niemand euch zu erinnern! Diese Dinge sind so tief in euch verankert, dass ihr euch ihrer nicht entledigen könnt, selbst wenn ihr es wollt. Wenn es jedoch darum geht, weise, überlegt, selbstlos, großzügig und vorausschauend zu handeln, muss man euch immer wieder ermutigen. Es gibt also etwas im Menschen, das stark und unerschütterlich auf eigenen Füßen steht und etwas anderes, viel Schwächeres, das ständig Beistand und Schutz braucht. Die triebhafte Natur des Menschen hatte im Laufe seiner Inkarnationen während der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende Zeit genug, sich zu entwickeln und stark zu werden, während Verstand und Weisheit in der Geschichte der Menschheit relativ neu sind.

In Wirklichkeit waren Verstand und Weisheit vor allen anderen Erscheinungen da. Da sie jedoch dem Menschen sehr fern sind, müssen sie einen langen Weg zurücklegen, bevor sie sich in ihm offenbaren können. Die Weisheit existierte bereits vor der Schöpfung der Welt. In der Bibel heißt es: »Der Herr hat mich (die Weisheit) schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Werkmeister bei ihm; ich war seine Lust täglich…« (Spr 8,22). Die Weisheit ist also als Erstes erschienen. Der Mensch jedoch hat noch nicht lange an ihr teil und deshalb ist sie so schwach in ihm. Die Triebe dagegen sind fest verankert.

Wenn ihr in der Gesellschaft lebt, dürft ihr euch nicht wundern, von ihr beeinflusst zu werden. Aber eigentlich handelt es sich nicht um Einflüsse, sondern um eure eigene triebhafte, prähistorische Natur, die erwacht und sich von den Dingen mitreißen lässt, die ihr entsprechen. Dabei wird die Vernunft ausgeschaltet. Zur Rechtfertigung sagt ihr dann: »Ach, ich bin einem ungünstigen Einfluss erlegen und habe eine Dummheit gemacht.« Nein, ihr seid einem inneren Drang gefolgt, und das ist normal. Alle Menschen tragen ihre tierische Vergangenheit mit sich herum. Bei den einen ist es Gerissenheit, bei anderen Grausamkeit, Gier oder Sinnlichkeit. Jetzt kommt es darauf an, eure Intelligenz, eure Einsicht zu entwickeln, damit sie so stark werden, dass sie der alten, triebhaften Natur standhalten können. Hier liegt das Problem, das jeder von uns zu lösen hat: Wir müssen lernen, nicht immer vor der niederen Natur zu kapitulieren.

Gewiss, sie ist sehr stark und tief verankert. Sie hält uns in ihren Krallen, aber das ist noch lange kein Grund, ihr immer wieder nachzugeben. Sie ist nur deshalb so stark, weil sie genügend Zeit hatte, in uns Wurzeln zu schlagen. Ich glaube sogar, dass sie nur deshalb so egoistisch, böse und grausam ist, weil sie unter sehr schwierigen Verhältnissen leben musste. Seht einmal, was die Tiere alles durchmachen müssen, um zu überleben. Wie viele Schwierigkeiten haben sie, um Nahrung und einen Unterschlupf zu finden, um sich zu verteidigen und sich gegen andere Tiere zu schützen! Wie soll eine Wesensart, die unter solchen Umständen entstanden ist, jetzt auf einmal sanft, gut und milde sein? Nein, sie musste egoistisch, grausam und rachsüchtig sein und jetzt ist sie auf ihrem Gebiet perfekt.

Die niedere Natur hatte also Anrecht auf einen Platz an der Sonne. Sie hat ihre Aufgabe bestens erfüllt. Aber sie bedeutet nicht die letzte Etappe in der Entwicklung des Menschen. Nun müssen auch Verstand, Vernunft und Weisheit zum Ausdruck kommen.

Nehmen wir zum Beispiel die Angst. Sie ist ein Instinkt, der bei den Tieren sehr stark entwickelt ist. Die Angst wurde den Tieren gegeben, damit sie sich einer Gefahr bewusst werden und sich verteidigen. Sie ist also ein ausgezeichneter Führer: Sie schützt und belehrt die Tiere. Alle Lebewesen müssen zunächst ängstlich sein. Später, wenn sie einen höheren Entwicklungsgrad erreicht haben, greift die kosmische Intelligenz ein und befreit sie von diesem Hemmnis: Die Angst wird durch die Einsicht ersetzt. Wissen, Kennenlernen und Begreifen sind besser als Angst und Unwissenheit. Es ist ganz normal, dass die Tiere ihre Angst, die sie vor Gefahren schützt, behalten, denn sie haben keinen Verstand. Wenn jedoch der Mensch, der das neue, für seine Entwicklung entscheidende Element, den Verstand, besitzt, weiterhin die tierische Angst in sich duldet, ist das nicht normal und hemmt seinen Fortschritt.

Wir können also folgendes Gesetz formulieren: Was die Natur zu einer bestimmten Zeit befürwortet und akzeptiert, duldet sie zu einer anderen Zeit nicht mehr. So ist es mit vielen Dingen im Leben. Man arbeitet mit aller Kraft, um bestimmte Dinge zu erreichen… und dann, um sie wieder loszuwerden. Die Weisheit liegt im Wissen, wie lange man bestimmte Dinge behalten und wann man sich von ihnen lösen soll. Denkt über das Beispiel der Angst nach: Der Mensch sollte keine Angst mehr haben.

Hier noch ein anderes Beispiel: Wenn ein junger Mann sich von einem Mädchen angezogen fühlt, verspürt er den inneren Drang, sich auf sie zu stürzen. Nun, das ist ganz normal. Aber was wird aus ihm werden, wenn er ständig seinem Verlangen nachgibt? Er bleibt ein Tier. Wenn dann die andere Natur eingreift und ihm rät: »Es liegt in deinem eigenen Interesse, dich zu beherrschen, dich zusammenzunehmen und die Kontrolle nicht zu verlieren!«, könnte man natürlich sagen, diese Natur sei unnatürlich. Oder angenommen, jemand will sich den Besitz seines Nachbarn aneignen: Seine niedere Natur schlägt ihm vor, sich einfach alles zu nehmen. Er braucht es und damit basta. Nur keine Gewissensbisse! Aber wenn die höhere Natur sich einschaltet, sagt sie »So geht das nicht! Das gehört dem anderen. Das darfst du ihm nicht wegnehmen. Du hast kein Recht dazu, du wirst dafür bezahlen müssen!” Seht ihr, hier äußern sich bereits Verstand, Gerechtigkeit und Moral.

Alle Menschen leben naturgemäß. Die Frage ist nur, ob sie der tierischen oder der göttlichen Natur folgen. Leider sind die meisten Menschen der tierischen Natur treu. Ja, ihr sind sie absolut treu und überzeugt, dass sie ihr folgen müssen. Wenn man ihnen verständlich machen will, dass es eine höhere Natur zu entwickeln gilt, wird das Leben doch so kompliziert! Aber diese höhere Natur muss entfaltet werden. Das von unseren Vorfahren im Lauf der Jahrhunderte errichtete Gebäude war wunderbar, aber eines Tages ist es veraltet und baufällig und bricht zusammen. Ein neues muss an seine Stelle treten. Gewiss, das Gebäude war für bestimmte Verhältnisse bestens geeignet, aber die Verhältnisse ändern sich, und dann ist es nicht mehr angemessen. Man könnte vielleicht einige Elemente für den Neubau wieder verwenden, genauso wie man für ein neues Haus Balken oder Eisenstücke des alten verwertet. Aber abgerissen werden muss es.

Jesus sagte: »Wenn ihr nicht sterbt, werdet ihr nicht leben.« Ja, so ist es. Die niedere Natur in uns muss sterben, damit die höhere geboren werden kann. Ähnlich wie das Saatkorn, das sich in der Erde auflöst und zu keimen beginnt! Wenn es nicht stirbt, das heißt, wenn es nicht darauf verzichtet, unnütz in der Scheune herumzuliegen (was auch eine Art von Tod ist), kann es nicht leben und Früchte tragen. Für uns gilt das Gleiche: Wenn wir bei unseren alten Ansichten bleiben, werden wir nicht leben. Wir müssen die alten Formen ablegen und andere, neue, prachtvolle Formen annehmen. Dann werden wir leben! Glaubt ihr wirklich, dass Christus unseren Tod wollte? Nein. »Wenn ihr nicht sterbt« bedeutet: wenn ihr eure Gewohnheiten, eure Lebens- und Denkweise nicht ändert. Er, der sagte: »Ich bin die Auferstehung und das Leben«, wollte sicher nicht, dass wir sterben. Er wollte, dass wir vom gleichen Leben durchflutet werden.*

Deshalb gibt es nur einen Weg: In der niederen Natur sterben, um in der göttlichen geboren zu werden.

Anmerkung: *Siehe Band 209 der Reihe Izvor »Weihnachten und Ostern in der Einweihungslehre«, Kapitel 4 und 5: »Wenn ihr nicht sterbt, werdet ihr nicht leben« und »Die Auferstehung und das Jüngste Gericht«.

Kapitel 2
Die niedere Natur, eine umgekehrte Spiegelung der höheren Natur

Seit Tausenden von Jahren versuchen die Menschen die Struktur ihrer Psyche zu erkennen und haben diesbezüglich zahlreiche Aufteilungen erdacht. Die einen gehen von der Zahl 2 aus: Geist und Materie, männlich und weiblich, positiv und negativ, Himmel und Erde, Gut und Böse. Andere nehmen die Zahl 3 als Basis und unterscheiden Verstand, Gefühl und Wille, was auch der Einteilung der christlichen Theologie in Geist, Seele und Körper entspricht. Die Alchimisten stützen sich auf die Zahl 4, entsprechend den 4 Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer. Die Astrologen knüpfen an die 12 Tierkreiszeichen an. Für die Inder und die Theosophen hat der Mensch 7 Körper: Physis-, Äther-, Astral-, Mental-, Kausal-, Buddhi- und Atmanleib. Die Kabbalisten gehen von 3, 4, 9 oder 10 aus. Für andere schließlich ist der Mensch eine unteilbare Einheit. Egal welchen Standpunkt man vertritt, er ist immer richtig und hängt davon ab, von welcher Seite man die Dinge betrachtet.

Zur Vereinfachung gehen wir davon aus, dass der Mensch eine vollkommene Einheit darstellt, die jedoch polarisiert ist und sich unter zwei verschiedenen Aspekten äußert. Der Mensch hat zwei Naturen, eine niedere und eine höhere, die gleichermaßen denken, fühlen und handeln können, jedoch in entgegengesetzten Richtungen. Ich habe diese beiden Naturen Personalität und Individualität genannt.

Ihr müsst zunächst begreifen, dass auch die niedere Natur ihren Ursprung im Geist hat, auch wenn sie sich der höheren widersetzt. Der Geist ist der Ursprung aller Dinge. Das ist eine Wahrheit, die ihr euch immer wieder vor Augen halten müsst. Aber als der Geist sich offenbaren wollte, musste er sich Äußerungsformen schaffen, die ihm den Abstieg in die immer dichter werdende Materie erlaubten. Diese Äußerungsformen nennen wir »Körper«. Vom feinstofflichsten zum dichtesten sind dies Atman-, Buddhi- und Kausalleib, die unserer höheren Natur, der Individualität entsprechen, sowie Mental-, Astral- und Physisleib, die der niederen Natur, der Personalität entsprechen. Der physische Leib, der Astralleib (Bereich der Gefühle) und der Mentalleib (Bereich der Gedanken) stellen auf niederer Ebene den Atman-, Buddhi- und Kausalleib dar.

 

213-Innenteil-23

 

Ihr werdet sagen: »Aber wenn die Personalität ein Abbild der Individualität ist, warum ist sie dann so begrenzt, schwach, blind und fehlerhaft?« Darauf antworte ich, dass jeder von uns eine Individualität besitzt, die wesenhaft göttlich ist. Sie ist in den himmlischen Sphären zu Hause, wo sie in völliger Freiheit, im strahlendsten Licht, in Glückseligkeit und Frieden lebt und alle Macht hat. In den dichteren Bereichen der Materie jedoch kann sie sich nur so weit äußern, wie die drei niederen Körper (die Personalität) es ihr gestatten. Wer hier unten schwach, unwissend und böse erscheint, ist gleichzeitig oben eine Wesenheit, die Wissen, Liebe und Kraft besitzt. Deshalb findet man im selben Wesen auf der unteren Ebene Begrenztheit und auf der höheren Reichtum und Vollkommenheit.

Der esoterischen Wissenschaft zufolge ist der Mensch ein äußerst vielseitiges Wesen von unsagbarem Reichtum. Vor allem ist er weit mehr als das, was man rein materiell von ihm sieht. Hierin unterscheiden sich esoterische und offizielle Wissenschaft. Letztere sagt: »Hier haben wir einen Menschen. Wir kennen ihn. Man kann ihn in verschiedene Bereiche aufteilen. Er besteht aus diesen und jenen Organen, Zellen und chemischen Substanzen, die wir identifi-ziert und benannt haben. Das ist der ganze Mensch. Die esoterische Wissenschaft behauptet dagegen nicht nur, dass der Mensch außer dem physischen noch andere Körper hat, sondern erklärt auch deren Wesen und Aufgabe.

Vorläufig vermag die Individualität sich also nicht völlig durch die dichten, groben Schichten der Personalität zu äußern. Bis die Körper, die die Personalität bilden, zum Abbild der Eigenschaften und Tugenden der Individualität werden, braucht es noch Jahrhunderte und Jahrtausende voller Erfahrungen, Übungen und Studien. Wenn sie jedoch vollkommen entwickelt sind, wird der Mentalleib so fein und scharfsinnig sein, dass er endlich die göttliche Weisheit zu begreifen beginnt, der Astralleib wird zu den edelsten und selbstlosesten Gefühlen fähig sein, und der physische Leib schließlich ist in seinen Handlungen völlig frei und an nichts gebunden.

Da die beiden Naturen nicht wirklich voneinander getrennt sind, versucht die Individualität ständig die Personalität zu beeinflussen. Aber die Personalität will unabhängig und frei bleiben, sie will tun, was ihr gefällt und hört nur sehr selten auf die von oben kommenden Impulse. Obgleich die Individualität sie beseelt, belebt, nährt und stützt, widersetzt sie sich ihr so lange, bis die Individualität eines Tages dank der Zielstrebigkeit und der Willenskraft des Menschen in die Personalität eindringt, um sie unter Kontrolle zu halten und zu beherrschen. Dann wird die Personalität so unterwürfig und folgsam, dass sie mit der Individualität eine Einheit bildet. Das ist die wahre Vereinigung, die wahre Ehe, die wahre Liebe, das wahre, »Verbinden der beiden Enden« der Esoterik. Das eine Ende ist die Personalität. Sie ist eine Dreiheit, genau wie Zerberus, der dreiköpfige Hund, der den Eingang zur Hölle bewachte. Das andere Ende ist die ebenfalls eine Dreiheit darstellende Individualität, unsere göttliche Natur.

Diese Vereinigung, diese Verschmelzung, diese so wünschenswerte Ehe wird sich eines Tages vollziehen. Aber wann? Das ist schwer zu sagen. Der Zeitpunkt ist für jeden Menschen verschieden; bis es so weit ist, besteht die Arbeit des Schülers darin, inmitten der Wechselfälle des Schicksals die Personalität der Individualität, dem inneren göttlichen Willen zu unterwerfen, damit sie ihm ein fügsames Werkzeug wird. Das ist das Ziel der Übungen und Praktiken aller Einweihungsschulen.

Alles hat seinen Ursprung in Gott, auch unsere niedere Natur. Angenommen ihr sucht Gold und wollt nun aus dem Erz das Metall gewinnen. Obgleich Gold und Erz verschieden sind, haben sie denselben Ursprung. Ihr werdet fragen: »Aber wie kann Gott, der doch etwas ganz anderes ist als Materie, etwas schaffen, das so dicht, stumpf und schwer ist?« Das kann ich euch durch ein sehr einfaches Beispiel erklären.

Bei der Schöpfung der Welt ist Gott genauso vorgegangen wie die Spinne, die ihr Netz webt. Ja, die Spinne zeigt, wie Gott die Welt erschaffen hat. Ihr denkt: »Eine Spinne? Ist die so klug?« Ich weiß nicht, welche Universitätsdiplome sie besitzt, aber wenn ihr sie genau beobachtet und ihr Verfahren begreift, könnt ihr erstaunliche philosophische Schlüsse da-raus ziehen. Seht einmal, wie sie ihr Gewebe spinnt: Das ist ein ganzer Kosmos, ein geometrisches, mathematisches, tadelloses Bauwerk. Wie macht sie das? Nun, zuerst sondert sie eine Flüssigkeit ab, die beim Hartwerden einen feinen, elastischen Faden bildet, womit sie dann ihr Gewebe spinnt.

Ich habe auch von den Schnecken gelernt. Die Schnecke hat einen weichen Körper, aber das Schneckenhaus ist hart. Auf den ersten Blick haben die Schnecke und ihr Gehäuse nichts Gemeinsames. Dennoch hat sie ihr Haus selbst hergestellt. Das Gehäuse wird allmählich größer, weil der Ätherleib der Schnecke in die winzigen Hohlräume der Materie eindringt und die Teilchen auseinander schiebt. Das Gehäuse ist etwas anderes als die Schnecke, obgleich sie selbst es abgesondert und vergrößert hat.

Dieses Beispiel veranschaulicht, dass Gott die Welt durch die Emanation einer feinstofflichen Materie schuf, die sich dann verdichtete. Ihr werdet sagen: »Das sind doch lächerliche Geschichten!« Mag sein. Aber eines schönen Tages werden selbst die gelehrtesten Menschen alles dafür geben, solche lächerlichen Geschichten zu hören. Scheinbar sind Tier und Gehäuse zwei verschiedene Dinge, aber in Wirklichkeit bestehen sie aus ein und derselben Materie, denn das »Häuschen« ist durch die Absonderungen der Schnecke entstanden. Nun, für Personalität und Individualität gilt genau das Gleiche. Die Personalität ist dicht, schwer und starr wie ein Panzer, während die Individualität leicht, beweglich und lebendig ist. Sie sind verschieden und dennoch gleichen Ursprungs.

Unser höheres Ich, die Individualität, hat sich ihr »Beförderungsmittel« – die Personalität – genauso geschaffen, wie die Schnecke ihr Haus: durch die Absonderung einer sich verhärtenden Substanz. Wir »tragen« unseren Physischen Körper genau wie die Schnecke ihr Gehäuse. Er ist das Haus, in dem wir wohnen. Das Schlimme aber ist, dass man den Menschen beigebracht hat, sich mit ihrem Panzer zu identifizieren, statt mit der Kraft, die ihn geformt hat, dem Geist. Deshalb ist der Mensch schwach, begrenzt, ohnmächtig und fehlbar. Der physische Körper ist nicht der Mensch selbst, sondern nur sein Fahrzeug, sein Pferd, sein Werkzeug, seine Behausung. Der wahre Mensch ist Geist, allmächtiger, unbeschränkter, all-wissender Geist. Erst wenn der Mensch sich mit seinem Geist identifiziert, ist er wirklich stark, erleuchtet und göttlich.

Ihr müsst also wissen, dass ihr alle Gottheiten seid. Ja, ihr seid göttliche Wesen und weilt in sehr hohen Sphären, wo es keine Begrenzung, Finsternis, Leid, Trauer und Entmutigung gibt. Dort oben lebt ihr in der Fülle. Aber dieses Leben könnt ihr noch nicht auf das Erdendasein übertragen und es hier unten fühlen, begreifen und äußern, weil die Personalität euch daran hindert. Sie ist stumpf, undurchlässig und ungeeignet. Sie ist nicht richtig eingestellt, genau wie ein Radio, das manche Sender nicht empfangen kann. Die Frequenzen der kosmischen Intelligenz in den göttlichen Sphären haben eine so hohe Schwingung, dass die dichte und schwerfällige Personalität mit den göttlichen Botschaften nicht im Einklang schwingen kann. Die Schwingungen gehen spurlos am Menschen vorbei. Er ahnt nicht einmal, was er in Wirklichkeit in den höheren Ebenen seines Wesens erlebt.

Es gibt natürlich Mittel und Wege, dieser Situation abzuhelfen. Wenn ihr euch entschließt, die Regeln eines reinen Lebens einzuhalten, wenn ihr endlich wieder Söhne und Töchter Gottes werden wollt, wird euer Herz großzügiger, euer Verstand klar und euer Wille fest. Auf diese Weise wird die Personalität ein Werkzeug, das das göttliche Leben der Individualität immer besser äußern kann, bis eines Tages beide miteinander verschmelzen und eins werden; dann existiert die Personalität nicht mehr. Personalität und Individualität sind zu ein und derselben vollkommenen Wesenheit geworden.

Im Moment habt ihr nur von Zeit zu Zeit einige Offenbarungen und Intuitionen, die blitzartig in euch aufleuchten. Aber solche Wahrnehmungen dauern nicht lange an, bald darauf ziehen die Wolken wieder auf. Nach einer Weile erlebt ihr dann vielleicht beim Lesen, beim Anblick einer Landschaft, beim Beten oder Meditieren wieder einen himmlischen Augenblick. Aber dieser Augenblick dauert nicht. Seht ihr, so ist das Leben des Menschen: ein ewiger Wechsel zwischen Licht und Finsternis, bis er eines Tages selbst Ausdruck der Gottheit wird und als völlig neuer Mensch das neue Leben lebt.

Das Zentrum der Personalität ist der Astralleib, der Körper der Wünsche. Von ihm gehen alle Regungen und Impulse aus, die uns negativ beeinflussen. Der Astralleib gibt den Anstoß, und der Mentalleib versucht, diesen mit allen möglichen Mitteln und Wegen zu verwirklichen. Begreift endlich, dass unsere Wünsche unser Verhalten bestimmen. Obwohl der Verstand über den Wünschen und Begierden steht und sie zügeln und sich ihnen widersetzen kann, ist er ihnen zu Diensten. Ist das nicht wahr? Jeder gebraucht seinen Verstand, um seine Wünsche, Leidenschaften und Begierden zu befriedigen. Der Mensch setzt seine ganze Aus-bildung, alle seine Kenntnisse, ja seinen ganzen kulturellen Reichtum für ein finsteres, sonderbares und dunkles Etwas ein, das von wer weiß woher, aus der düsteren Unterwelt kommt. Alle angeblich so aufgeklärten Gebildeten und Gelehrten folgen in Wirklichkeit unklaren Kräften und Impulsen. Das ist die traurige Wahrheit, und wenn ihr mir nicht glaubt, seht euch die Dinge selbst an!

Wenn der Astralleib im Dienst des Verstandes oder, was noch besser wäre, wenn der Verstand im Dienst der Seele und des Geistes stünde, wäre die Vollkommenheit erreicht. Hier liegt die Aufgabe des Gebets: Es soll den physischen, den Astral- und den Mentalleib, das heißt die niedere Dreiheit, die egoistisch denkt, fühlt und handelt, der höheren Dreiheit unterwerfen, die göttlich auf die Welt hin denkt, fühlt und handelt. Das beste Gebet ist die Bitte darum, dass die Individualität unser ganzes Wesen ausfüllen möge. Solange die Personalität sich in den Vordergrund schiebt, kann die Individualität sich nicht behaupten, auch wenn sie uns von Zeit zu Zeit ihren Segen und ihre guten Ratschläge gibt. Die Personalität behält ihre Macht und nichts bessert sich. Ja, der Individualität gelingt es wohl, uns zuweilen zu helfen und uns ihre lichtvollen Funken und Inspirationen mitzuteilen, aber ihr Einfluss hält nicht lange an. Sie zieht sich bald wieder zurück, weil der Mensch den Umgang mit seiner Personalität bevorzugt.

Einige werden sagen: »Das ist doch alles Blödsinn. Das hat weder Hand noch Fuß, das ist nicht wahr! So etwas glaube ich nicht!« und sie leben weiter das Leben der Personalität. Natürlich können sie machen, was sie wollen. Eines Tages werden sie die Wahrheit erkennen, aber bis dahin verlieren sie so viel Zeit! Man sollte die Wahrheit lieber gleich akzeptieren und sich anstrengen, um voranzukommen! Das soll aber nicht heißen, dass ihr sofort eine Gottheit werdet. Nein, ihr werdet fallen, euch wieder aufrichten, wieder fallen und euch wieder aufrichten, den Mut verlieren und neuen Mut schöpfen, bis endlich das göttliche, uneigennützige Bewusstsein der Individualität in euch Fuß fasst und sich festigt.

Leseprobe drucken: hier klicken
Dieses Buch im Online-Shop: hier klicken

 

2. Bildband für die Verlosung zum Welttag des Buches

2. Bildband für die Verlosung zum Welttag des Buches

2. Bildband für die Verlosung zum Welttag des Buches

Mit diesem Beitrag heute stellen wir Ihnen den 2. Bildband vor, den wir in der Verlosung zum „Welttag des Buches“ beginnend am 23. April bis zum 30. April für einen glücklichen Gewinner bereithalten.

Es handelt sich um den Bildband „Omraam Mikhael Aivanhov“, der anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahre 2000 veröffentlicht wurde. Wir verlosen die Englische Ausgabe, aber selbst, wenn Sie kein Englisch lesen und verstehen, ist dieser Bildband eine Augenweide.

Der Bildband „Omraam Mikhael Aivanhov“ nimmt Sie mit auf eine visuelle Reise beginnend mit Aivanhovs Kindheit, über die Zeit mit seinem Meister Peter Deunov, die Treffen im Rila Gebirge und das Bruderschaftszentrum in Sofia, Bulgarien. Sie lernen auf interessante Weise die Symbolik in Aivanhovs Lehre kennen, denn der ganze Bildband ist durchzogen von farbigen gemalten Bildern, die es teilweise auch als Poster gibt, z. B. den Lebensbaum. Im 2. Teil des Bildbands werden Sie Omraam Mikhael Aivanhov in seinem Werdegang als Meister begleiten, mit schönen Farbbildern und eindrucksvollen Schwarz/Weiß-Aufnahmen. Sie werden begeistert sein!

Um an der Verlosung zum Welttag des Buches teilzunehmen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an die Verlosungs-Adresse, die wir pünktlich zum Start am 23. April bekanntgeben. Sie brauchen keinen Text zu schreiben, einfach die E-Mail abschicken genügt. Alle eingegangen E-Mail-Adressen werden gesammelt und die Gewinner am 01. Mai 2015 in einer feierlichen Ziehung ermittelt.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

1. Bildband für die Verlosung zum Welttag des Buches

1. Bildband für die Verlosung zum Welttag des Buches. Le Maitre Peter Deunov aus dem Kibea Verlag Bulgarien.

1. Bildband für die Verlosung zum Welttag des Buches

Heute wollen wir Ihnen den ersten Bildband vorstellen, den wir für die Verlosung zum Welttag des Buches für Sie bereitstellen.

Es handelt sich um den Prachtband „Le Maitre Peter Deunov“ aus dem Kibea Verlag aus Bulgarien (bei Twitter zu finden als @KibeaNet) Dieses Buch hat die Maße von 24 cm Breite und 32 cm Höhe. Es  ist 88 Seiten dick und überaus reich bebildert. Es ist in französischer Sprache geschrieben, aber selbst, wenn Sie kein Französisch sprechen oder lesen können, werden Sie vom Eindruck, den die Gestaltung und Inszenierung bei Ihnen hinterlässt, begeistert sein.

Der Bildband „Le Maitre Peter Deunov“ ist einer der Titel über Peter Deunov, den wir ständig am Lager haben. Er wurde 2001 erstveröffentlicht, also nur ein Jahr nach der Veröffentlichung des Bildbandes „Omraam Mikhael Aivanhov“ aus dem Prosveta Verlag zum 100. Geburtstag von O. M. Aivanhov.

Um an der Verlosung zum Welttag des Buches teilzunehmen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an die Verlosungs-Adresse, die wir pünktlich zum Start am 23. April bekanntgeben. Sie brauchen keinen Text schreiben, einfach abschicken genügt. Alle eingegangen E-Mail-Adressen werden gesammelt und die Gewinner am 01. Mai 2015 in einer feierlichen Ziehung ermittelt.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

Aktion: Broschüren-Set

Broschüren-Set

Oster-Aktion: Broschüren-Set

Bestehend aus Broschüre 309 „Die Aura“, Broschüre 311 „Wie Gedanken sich in der Materie verwirklichen“ und Broschüre 312 „Die Reinkarnation“.

Wie zu jedem Newsletter gibt es auch zu diesem aktuellen eine Aktion aus preisreduzierten Broschüren. Dieses Mal stehen für Sie die „Die Aura“, „Wie Gedanken sich in der Materie verwirlichen“ und „Die Reinkarnation“ bereit. Die einzelnen Broschüren sind um jeweils 2,50 Euro günstiger, kosten also noch je 1,50 Euro. Bitte kaufen Sie das Broschüren-Set über folgenden Link: Broschüren-Set

Rückentext der Broschüre 309 „Die Aura“:
»Die Aura funktioniert wie die Haut. Man kann sie die Haut der Seele nennen, sie schließt die Seele ein, schützt sie, gibt ihr die Sensibilität. Sie ist es, die die kosmischen Ströme passieren lässt, sie erlaubt den Austausch zwischen der menschlichen Seele und allen Geschöpfen, bis zu den Sternen, zwischen der Seele eines Geschöpfes und der Universalseele.«

Rückentext Broschüre 311 „Wie Gedanken sich in der Materie verwirklichen“:
»Möglicherweise habt ihr herrliche, ja sogar göttliche Ideen, aber kommt ihr damit wirklich auch zu Ergebnissen?… Nein? Das beweist, dass ihr noch daran arbeiten müsst, diese Ideen bis auf die physische Ebene herunterzubringen. Ja, darum geht es, man muss sie herunterbringen. Ihr sagt: »Ich habe Ideen.« Bravo, das ist sehr gut, aber mit diesen Ideen verhungert und verdurstet ihr, wenn ihr nicht wisst, wie ihr sie durch Handeln verwirklichen könnt. Es genügt nicht, nur Ideen zu haben. Viele Leute haben Ideen, aber sie leben so, dass zwischen diesen Ideen und ihrem Handeln keine Verbindung besteht. Es bedarf eines Verbindungsgliedes, einer Brücke, und diese Brücke ist das Gefühl. Durch das Gefühl erhalten die Gedanken Fleisch und Blut und werden fähig, die Materie zu berühren.«

Rückentext Broschüre 312 „Die Reinkarnation“:
»Der Glaube an die Wiedergeburt ist eines der moralischen Grundgesetze. Weil man die Menschen über dieses Gesetz von Ursache und Wirkung – das von einer Existenz in die andere weiterwirkt – nicht aufgeklärt hat, kann man ihnen sagen, was man will, sie werden sich nicht ändern. Derjenige dagegen, der weiß, dass die Schwierigkeiten und Prüfungen, denen er in der gegenwärtigen Existenz begegnet, das Ergebnis von Fehlverhalten in früheren Leben sind, wird nicht nur diese Schwierigkeiten annehmen, sondern sich zu einer Arbeit für das Gute entscheiden, um damit seine künftigen Wiedergeburten zu verbessern.«

 

Leseprobe Izvor 202 – „Der Mensch erobert sein Schicksal“

Leseprobe Izvor 202 »Der Mensch erobert sein Schicksal«. Band 202 der Taschenbuchreihe Izvor aus dem Prosveta Verlag. 216 Seiten. 12,00 Euro

Leseprobe Izvor 202 »Der Mensch erobert sein Schicksal«

Kapitel 1, Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Teil 1

Sobald der Mensch handelt, löst er unweigerlich bestimmte Kräfte aus, die ihrerseits wieder bestimmte Folgen nach sich ziehen. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Karma drückte gerade diesen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung aus. Erst später nahm Karma den Sinn der Wiedergutmachung begangener Fehler an.
Der Karma-Yoga — einer der vielen indischen Yogas — ist nichts anderes als eine Disziplin, die den Menschen lehrt, sich durch uneigennütziges Handeln zu entfalten und sich dadurch zu befreien. Sobald der Mensch jedoch mit Geldgier, Hinterlist und zweifelhaften Motiven zu arbeiten beginnt, lädt er sich Schulden auf, die er später begleichen muss. Das Wort Karma nimmt jetzt also den allgemein gültigen Sinn der Strafe für begangene Fehler an.
Ganz allgemein kann man also sagen, dass sich das Karma, im letzteren Sinne verstanden, bei jeder Handlung einschaltet, die nicht vollkommen richtig ausgeführt worden ist — was übrigens meistens der Fall ist. Der Mensch macht immer wieder Versuche, er muss sich üben, bis er zur Perfektion gelangt. Solange sein Streben misslingt, muss er sich korrigieren, bis er seine Fehler wieder gutgemacht hat, natürlich unter schwerer Arbeit und Leiden.
Ihr meint: »Wenn man also beim Handeln unweigerlich Fehler macht, und sie unter Qualen wieder ausbessern muss, wäre es doch viel besser, überhaupt nichts zu tun!« Nein, man soll handeln. Gewiss, man wird leiden. Aber dabei lernt und entfaltet man sich… und eines Tages ist das Leiden dann vorbei. Wenn ihr gelernt habt, richtig zu handeln, gibt es kein Karma mehr für euch. Zugegeben, jede Bewegung, jede Geste, jedes Wort löst Kräfte aus, die bestimmte Folgen haben. Nehmen wir aber an, dass diese Gesten und Worte aus Güte, Reinheit und Selbstlosigkeit entstanden sind, dann ziehen sie günstige Folgen nach sich. Dies nennt sich dann Dharma.
Das Dharma ist das Ergebnis einer geordneten, harmonischen und wohltätigen Aktivität. Wer zu einem solchen Handeln fähig ist, entzieht sich dem Gesetz der zwangsläufigen Schicksalsfügung und stellt sich unter den Einfluss der göttlichen Vorsehung. Nichts tun, um Kummer und Qualen zu vermeiden, ist keine gute Lösung. Man soll aktiv, tatkräftig und unternehmungslustig sein, aber man muss seinem Handeln höhere Ziele setzen als Egoismus und persönlichen Nutzen. Nur dieser Weg vermeidet die katastrophalen Folgen, denen keiner entgehen kann. Es wird stets Ursache und Wirkung geben, ganz gleich was man auch tut. Nur werden durch selbstloses Handeln keine schmerzlichen Folgen mehr hervorgerufen, sondern Freude, Glück und Befreiung.
Wer seine Ruhe haben will und deshalb nichts tut, kann sich nicht entfalten, nichts lernen, nichts gewinnen. Natürlich kann man unter solchen Umständen auch keine Fehler begehen, aber man gleicht einem Stein. Steine begehen nie Fehler! Man sollte sich lieber irren, sich sogar beschmutzen, aber daraus lernen. Wie kann man Farb- und Zementkleckse vermeiden, wenn Handwerker im Hause sind? Unmöglich, man muss die Flecke hinnehmen, die Hauptsache ist, die Arbeit ist getan, und das Haus ist fertig. Nachher muss man sich dann putzen und waschen und sich umziehen, aber das Haus ist wenigstens fertig.
Meister Peter Deunov sagte eines Tages: »Ich gebe jedem von euch ein kleines Buch, mit dem ihr das Alphabet lernen könnt« (wir nennen es »boukvartche« in Bulgarien, und Ihr?… Fibel? Gut, eine Fibel.) »In einem Jahr möchte ich es wiederhaben«. Manche brachten das »boukvartche« vollkommen sauber und tadellos zurück. Sie hatten es nicht einmal aufgeschlagen, hatten folglich auch nichts daraus gelernt. Andere gaben es ihm vollkommen bekritzelt, zerrissen und befleckt zurück. Sie hatten es viele hundert Mal geöffnet, hatten es überallhin mitgenommen, hatten sogar darauf gefrühstückt… »Ja, aber dafür können sie jetzt lesen«, sagte der Meister, »das ist mir lieber.« Damals war ich noch jung, und ich weiß noch, wie ich ihn ganz schüchtern fragte: »Und ich, zu welcher Kategorie gehöre ich?« Er antwortete: »Du? Zur zweiten!« Darüber war ich natürlich glücklich, denn ich hatte begriffen, dass es die bessere war.
Jetzt erinnere ich mich nicht mehr in welchem Zustand ich mein »boukvartche« zurückgab, auf jeden Fall aber hatte er mich in die zweite Kategorie Menschen eingeordnet, die zum arbeiten bereit sind… und das stimmt. Wie viele Fehler man auch begeht, wie viele Flecken und Spritzer man auch hinterlässt, wie sehr man auch beschimpft und kritisiert wird, das hat überhaupt keine Bedeutung. Das Wichtigste ist, man hat Lesen gelernt, die Arbeit getan, das Haus fertig gebaut. Alle, die immer sehr vernünftig und vorsichtig sind, um sich nicht bloßzustellen, machen keine Fortschritte. Mein Gott, was soll aus solchen Leuten werden?
In der Offenbarung heißt es: »… dass du kalt oder warm wärest! Wenn du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.« Warum ziehen manche das Lauwarme vor? Für die Lauwarmen gibt es keinen Platz. Ihr dürft euch nicht davor fürchten, Fehler zu begehen. Wer eine Fremdsprache lernt, aber kein Wort sagt aus Angst, sich durch einige Fehler lächerlich zu machen, wird nie richtig sprechen können. Man muss es in Kauf nehmen, sich ein bisschen lächerlich zu machen, man muss Fehler riskieren, denn man muss Sprechen lernen. Für das Karma gilt das Gleiche: Wir dürfen uns nicht von der Angst lähmen lassen, Fehler zu begehen, die wir dann wieder gutmachen müssen. Wenn wir uns nach und nach darin üben, unseren Handlungen ein göttliches Ziel zu setzen, werden wir nicht länger das Karma, sondern das Dharma auslösen, das heißt die Gnade und den Segen des Himmels auf uns herabrufen.

Teil 2

Es ist unmöglich, dem Gesetz von Ursache und Wirkung zu entkommen. Die Frage ist nur zu wissen, welche Kraft man auslöst. Deshalb sage ich euch, dass das großartigste Gesetz, das uns die kosmische Intelligenz gegeben hat, dort liegt, wo keiner danach sucht, dort wo die Philosophen, Theologen und Moralisten nicht mehr hinsehen: in der Natur, genauer gesagt in der Landwirtschaft… Ja, auf dem Land. Alle Bauern wissen, dass sie keine Weintrauben ernten können, wenn sie einen Feigenbaum pflanzen und von einem Apfelbaum keine Birnen pflücken können. Das ist das höchste moralische Gesetz: Jeder erntet, was er gesät hat.
Man könnte also sagen, dass die Bauern die ersten Moralisten waren. Sie haben erkannt, dass die Intelligenz der Natur dort ein strenges, unveränderliches Gesetz erlassen hat, das Gesetz von Ursache und Wirkung. Später, als sie das Leben der Menschen beobachteten, haben sie festgestellt, dass auch hier das gleiche Gesetz gilt. Wer mit Grausamkeit, Egoismus und Gewalt handelt, bekommt eines Tages selbst Grausamkeit, Egoismus und Gewalt zurück. Dieses Gesetz kann man auch das Gesetz des Echos oder das Gesetz des Rückstoßes nennen. Der Ball springt zurück und trifft den Werfer.

Jeder erntet, was er gesät hat. Wenn man dieses Gesetz im Detail studiert und seine Bedeutung erweitert, wird es ein tiefgründiges, fruchtbares System, denn jede grundlegende Wahrheit findet in allen Bereichen ihre Anwendung. Die Erklärung dieses Gesetzes im Detail bringt ein ganzes philosophisches System ans Tageslicht. Gerade deshalb ist die Religion heute so reich an Vorschriften und Geboten. In Wirklichkeit liegt ihnen aber nur ein einziges Gesetz zugrunde: Man erntet nur das, was man gesät hat. Ihm wurden später andere, nicht weniger wahre Gesetze angefügt, die einem Anhang, einer Ausdehnung in den philosophischen Bereich gleichen. Zum Beispiel ist das Sprichwort: »Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!« eine Weiterführung dieses Gesetzes.
Diejenigen, die sämtliche fundamentalen Gesetze bestreiten und ablehnen, entfernen sich mehr und mehr von der Wahrheit. Ihre Seele ist von Zweifel und Ungewissheit gespalten, das Leben reißt sie ewig hin und her, obgleich die Wahrheit doch so einfach ist und vor ihnen liegt. Warum wollen die heutigen Denker sie nicht anerkennen? Warum bieten sie uns alle möglichen selbst erfundenen Theorien an, die nicht mit der kosmischen Intelligenz übereinstimmen? Da sie nicht länger an die Existenz einer auf Naturgesetzen bestehenden Moral glauben, sind ihre Überlegungen und Schlussfolgerungen falsch. Alle, die ihre Bücher lesen und ihnen folgen, schlucken ihre Fehler und geraten in Verwirrung, Angstzustände und Finsternis. Also, Achtung! Ihr müsst das Überlegen und Urteilen lernen. Ohne Maßstäbe kann euch jeder irreführen. Seid wachsam, lasst euch nicht von verwirrten Menschenhirnen beeinflussen, folgt der kosmischen Intelligenz, die alles so wunderbar geordnet und organisiert hat.
Selbst wer nicht an Gott glaubt, kann nicht bestreiten, dass in der Natur eine Ordnung herrscht, und dass es somit eine Intelligenz gibt, die diese Ordnung geschaffen hat. Man sollte wenigstens die Tatsache bedenken, dass jeder Samen seinesgleichen hervorbringt. Wie kann man darin nicht das Werk einer Intelligenz sehen? Jeder, der dieses Gesetz erkennt, muss seine Weltanschauung ändern. Man mag nicht an Gott glauben, aber man kann nicht bestreiten, dass jeder Same genau sich selbst reproduziert, sei er nun von einer Pflanze, einem Baum, einem Insekt, einem Tier oder einem Menschen. Dies ist ein absolutes Gesetz, das euch zum Überlegen bringen muss. Ihr könnt euch Undankbarkeit, Ungerechtigkeit, Grausamkeit oder Gewalt erlauben, aber ihr müsst damit rechnen, dass dieses Gesetz eines Tages in eurem Leben zu euren Ungunsten wirken wird. Ihr habt z. B. eines oder mehrere Kinder, die euch ähneln. Durch sie seid ihr selbst die ersten Leidtragenden eures eigenen Verhaltens. Selbst wenn es Gott nicht gäbe, gibt es immer noch die kosmische Intelligenz. Dafür habt ihr ständige Beweise.
Ihr macht, was euch gefällt und meint, dass ihr ohne Konsequenzen davonkommt. Glaubt was ihr wollt, die kosmische Intelligenz hat bereits alles registriert. In jedem Gedanken, Gefühl oder Unternehmen keimt eine Saat und wächst heran. Wenn ihr ungerecht, grausam oder gewalttätig wart, dann stoßt ihr auf eurem Weg eines Tages auf die gleiche Undankbarkeit, die gleichen Ungerechtigkeiten, die gleichen Grausamkeiten, die gleiche Gewalt. Nach 20, 30 oder 40 Jahren fallen sie euch auf den Kopf, und dann glaubt ihr auf einmal an die Existenz einer kosmischen Intelligenz, die alles registriert.
Lasst, wenn ihr wollt, Bibel, Evangelium, Propheten, Kirchen und Tempel beiseite, aber akzeptiert wenigstens dieses bestehende, unwiderlegbare Gesetz: Was ihr sät, das erntet ihr. Schon die alten Weisen, die das Leben beobachteten, sagten: »Wer den Wind sät, erntet den Sturm.« Die Wissenschaftler und Denker, die diese Wahrheit abstreiten, werden eines Tages unweigerlich auch in der Enge stecken und gezwickt werden. Sie können den Folgen ihrer Handlungen nicht entkommen und dann werden sie begreifen. Wie kommt es, dass sie mit ihrer großen Klugheit die einfachen Dinge nicht erfassen können?… Ich sage sogar, dass mit diesem Gesetz als Grundlage sämtliche heiligen Bücher der Welt wieder richtig gestellt werden können… Ja, allein mit diesem Gesetz!
Viele sagen sich: »Gewiss, dies und jenes steht in der Bibel, im Evangelium, aber existiert Gott überhaupt?« Darauf erwidere ich euch, dass euch dies gar nicht kümmern soll. Ihr braucht auch nicht zu wissen, ob Jesus gelebt hat und ob die Evangelien authentisch sind oder nicht. Betrachtet nur dieses eine Gesetz, das genügt, um alles richtig zu stellen und euch zur Wahrheit zu führen. Seht ihr, meine Erläuterungen sind ganz einfach. In diesem Fall müsste man Gott erfinden, selbst wenn Er nicht existierte. Allein aufgrund dieser Tatsache müsste man Ihn erfinden. Warum also lässt man sich von den so genannten modernen Denkern überreden, die alles vernichten? Anstatt die Menschen zu den einfachen, existierenden Dingen zu führen, die sichtbar und fühlbar sind, führen sie sie zu »originellen« Überlegungen und Argumenten… Versteht ihr?! Die Denkweisen können ruhig der Wahrheit widersprechen, die überall in der Natur eingeprägt ist, das schadet nichts. Jeder ist davon begeistert, es braucht nur etwas Neues, Originelles zu sein.
Die Moral ist eine Realität, nur sehen die Menschen sie nicht und diskutieren obendrein noch über Gott, über diesen und jenen Punkt der Theologie… Das Diskutieren ist völlig überflüssig. Das Wissen genügt, dass sich alles, alles einprägt. Wenn die Natur bestimmt hat, dass ein Baum seinem Samen Beschaffenheit, Farbe, Größe, Geschmack und Geruch der Früchte einprägt, warum hätte sie dann in Bezug auf den Menschen nicht das Gleiche getan? In der Natur ist alles eingeprägt. Die Moral beruht gerade auf dieser Einprägung, auf dem Gedächtnis der Natur – ja, dem Gedächtnis. Denn die Natur besitzt ein Gedächtnis, das durch nichts ausgelöscht werden kann. Und wehe dem, der das nicht beachtet! Es registriert ununterbrochen, Tag und Nacht, das Katzenkonzert und die abscheulichen Zustände, die der Mensch in sich trägt. Eines schönen Tages wird er gezwickt, getreten, vernichtet. Keiner kann diesem Gesetz entkommen. Keiner war bisher mächtig genug, ihm zu entfliehen: kein Kaiser, kein Diktator, niemand… Im Gedächtnis der Natur ist alles registriert.
Also, Achtung! Jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jeder Wunsch prägt sich in die Tiefen eurer Zellen ein, und früher oder später erntet ihr in eurem Leben die Früchte. Wenn ihr darauf achtet, keine finstere, zerstörende Saat durch euer Denken, Fühlen und Handeln zu verbreiten, dann könnt ihr euch eine bessere Zukunft aufbauen.
Glaubt nicht, dass die guten, großzügigen, liebevollen Menschen ewig nur Schlechtes statt Gutes zurückbekommen. Diejenigen, die voreilig Schlussfolgerungen ziehen, verbreiten Dummheiten, indem sie behaupten: »Tut Gutes und ihr erntet immer nur Schlechtes.« Nein, das stimmt nicht. Das Gute erzeugt immer Gutes und das Schlechte immer Schlechtes. Tut Gutes und ihr werdet auf Gutes stoßen, auch wenn ihr es nicht wollt. Wenn ihr Gutes tut und euch Schlechtes widerfährt, so ist dies darauf zurückzuführen, dass es noch Menschen auf Erden gibt, die eure Güte ausnutzen und missbrauchen. Aber ihr müsst euch gedulden und weiterhin gut handeln, denn früher oder später werden die anderen bestraft, von Stärkeren, Heftigeren unterworfen. Dann werden sie begreifen, bereuen und ihre Fehler bei euch wieder gutmachen wollen. So trägt das Gute doppelt Früchte, denn in solchen Fällen berücksichtigt der Himmel euer unverdientes Leiden und Elend, während ihr Gutes tatet und ihr werdet doppelt belohnt.
Die Menschen brauchen jetzt ein solides, vollständiges, wahres, unwiderlegbares Wissen. Dieses Wissen bringe ich euch. Nun denn, versucht doch zu bestreiten, dass man das erntet, was man gesät hat! Jeder ist natürlich von der Wahrhaftigkeit dieses Gesetzes überzeugt, aber dies nur im körperlichen Bereich. Das genügt nicht. Wer weitergeht, höher hinaufsteigt, der findet auch dort dieses Gesetz wieder, denn die Welt ist eine Einheit. Auf allen Stufen, auf allen Niveaus treten die gleichen Phänomene in einer anderen Form und jedes Mal feinstofflicher auf.
Alles was in der Erde ist, findet sich im Wasser wieder. Alles was im Wasser ist, findet sich in der Luft wieder. Die vier Elemente unterliegen den gleichen Gesetzen. Da sie jedoch weder das gleiche Wesen noch die gleiche Dichte haben, stellt man in der Anwendung der Gesetze einige Unterschiede von einem Element zum anderen fest. Sie reagieren mehr oder weniger schnell, mehr oder weniger heftig, aber sie werden von denselben Prinzipien regiert. Der Mentalbereich des Menschen z. B. entspricht der Luft. Hier findet man unter der feineren Form der Gedanken und Ideen die gleichen Wirbelstürme und Strömungen wie in der Atmosphäre. Die Gesetze der psychischen Welt stimmen mit den Naturgesetzen überein.
Wenn der Gärtner da, wo er nicht gesät hat, nichts wachsen sieht, findet er das richtig und gerecht und regt sich nicht darüber auf. Er jammert nicht, sondern sagt sich einfach: »Was willst du, mein Alter, du hattest eben keine Zeit zum Rüben säen, nun kannst du auch keine Rüben ernten. Aber du kannst Salatköpfe, Petersilie und Zwiebeln ernten, denn die hast du gesät.« Anscheinend sind die Menschen im Bereich der Landwirtschaft sehr bewandert. Ja, wenn es sich um Obst oder Gemüse handelt, dann sind sie gelehrt, aber sobald es sich um das Reich der Seele und der Gedanken handelt, wissen sie nichts mehr. Sie glauben, Glück, Freude und Frieden zu ernten, wo sie Gewalt, Grausamkeit und Bosheit gesät haben. Aber nein, sie werden die gleiche Gewalt, Grausamkeit und Bosheit ernten. Wenn sie sich obendrein noch darüber aufregen, wütend und rebellisch sind, beweist dies, dass sie keine guten Landwirte sind!
Die erste Regel der Moral lautet: Man soll keine Gedanken, Gefühle oder Taten akzeptieren, die für andere gefährlich oder schädlich sind. Man muss sie nachher nämlich selbst ernten, sie selbst »essen«. Wenn es sich um Gift handelt, dann ist man selbst der Erste, der sich daran vergiftet! Wenn ihr euch dies zum absoluten Grundsatz macht, beginnt ihr euch zu vervollkommnen. Ich weiß, die Langsamkeit, mit der sich die Gesetze vollziehen, hindert die Menschen oft daran, die Dinge zu verstehen. Weder das Gute noch das Schlechte kommt sofort. Der eine überschreitet laufend Gesetze, und trotzdem läuft für ihn noch alles gut ab, wohingegen ein Anderer, Ehrlicher Gutes tut und nur auf Schwierigkeiten stößt. Daraus schließt natürlich jeder, dass es keine Gerechtigkeit gibt. Die Menschen wissen nicht, warum man auf Belohnungen und Strafen so lange warten muss. Sie stellen sich Fragen und sagen sich: »Es wäre viel besser, wenn die Gesetze schneller wirkten, denn dann würde man sofort korrigiert oder belohnt werden und somit gleich begreifen«.
Nun, ich weiß, warum es so lange dauert. Die Langsamkeit zeigt uns die Güte und Barmherzigkeit der kosmischen Intelligenz. Sie will den Menschen Zeit für Erfahrungen, für Überlegungen und sogar für Reue lassen, damit sie sich bessern und ihre Fehler wieder gutmachen können. Würden uns die Gesetze sofort für unsere Fehler strafen, würden wir vernichtet werden und könnten uns nicht einmal bessern. Folglich gibt der Himmel uns Zeit und schickt uns hier und da einige kleine Schwierigkeiten, die uns zum Nachdenken bringen sollen. Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit wieder gutzumachen.

Auch der Wohltätige wird nicht sofort belohnt, und das ist gut. Erhielte er sofort eine Belohnung, würde er sich bald gehen lassen und dann sämtliche Gesetze überschreiten. Der Himmel lässt ihn Kraft, Festigkeit und Selbsterkenntnis gewinnen. Er schenkt ihm nicht alles auf einmal, um zu sehen, wie weit er im Guten weitermacht. Ihr seht also, es gibt einen Grund für die Langsamkeit. Das Gute aber bringt immer Gutes, das ist absolut! Das Schlechte nimmt immer ein schlimmes Ende, das ist ebenso absolut! Es ist nur sehr schwer abzuschätzen, wie lange es dauert, bevor sich die Konsequenzen zeigen.
Ja, wie viel Kraftaufwand, Macht, Willensstärke, Entscheidung und Glauben braucht derjenige, der im Guten weiterhandeln will, wo doch die ganze Welt zusammenbricht. Gerade dies ist lobenswert, denn unter anderen Umständen könnte man leicht an das Gute glauben und im Guten fortfahren. Alles ist angenehm, nützlich, alles ist leicht. Doch gerade jetzt, wo sich die Lage verschlimmert, ist das Weitermachen verdienstvoll, ohne sich von den Umständen beeinflussen zu lassen. Ein Schüler versucht, genau wie ein Meister, immer auf die Macht des Geistes zu zählen. Selbst unter den schlimmsten Bedingungen will er die Macht des Willens, des Guten und des Lichts in sich erwecken. Daran erkennt man den wahren Spiritualisten. Natürlich können viele ihren Worten nach als Spiritualisten gelten, aber bei den geringsten Schwierigkeiten sind sie am Boden zerstört. Wo bleibt also die Kraft des Geistes?
Alle erwarten von den anderen, dass sie sich ihnen gegenüber feinfühlig, freundlich, geduldig und nachsichtig verhalten. Ja, aber wie kann das erreicht werden? Indem jeder selbst feinfühlig, freundlich, geduldig und nachsichtig wird. Wenn ihr von den anderen gutes Verhalten erwartet, müsst ihr selbst erst einmal richtig handeln. Ihr sagt: »Ja, das kennen wir schon!« Gut, aber nur theoretisch. Es gibt noch Millionen Wesen auf Erden, die sich gemein, hart und grausam aufführen und sich wundern, dass sich die anderen dies nicht gefallen lassen. Sie sind überzeugt, dass die anderen unterlegen sind und sich ihrem Willen beugen müssen. Seht einmal, wie sie sich benehmen: Sie warten auf Befriedigung durch Mittel, die ihren Wünschen widersprechen und umgekehrt glauben sie nicht daran, dass sie Liebe, Zärtlichkeit und Güte ernten, wenn sie auch Liebe, Zärtlichkeit und Güte säen. Trotzdem kann ich euch versichern, dass nach einiger Zeit auch derjenige kapituliert, der heute noch widerspenstig und boshaft mit euch umgeht, wenn ihr ihm weiterhin Gutes entgegenbringt.
Wer Zuneigung und Vertrauen gewinnen will, der muss sie herbeirufen. »Aber wir rufen doch, und sie kommen trotzdem nicht!« Nein, mit rufen meine ich, sie selbst schaffen. Wenn ihr gute Zustände in eurem Inneren aufbaut, könnt ihr hundertprozentig sicher sein, dass ihr diese auch bei den anderen findet. Wenn ihr sie in eurem Inneren schafft, zieht ihr sie von außen an. Hier liegt die ganze Magie. Also probiert es doch einmal: Wenn ihr etwas erhalten wollt, was euch sehr am Herzen liegt, dann versucht es erst einmal zu geben. Was man nicht gegeben hat, kann man nicht empfangen. Ihr wendet ein: »Das stimmt doch gar nicht, es gibt sehr reiche, hochgestellte Persönlichkeiten, die den anderen nichts geben, die verschlossen und verachtend sind, und trotzdem bringt man ihnen laufend Respekt, Achtung und Ehren entgegen…« Sie erhalten ganz einfach das, was sie in einer anderen Inkarnation gegeben haben. Wenn sie jedoch weiterhin hochmütig und ohne Liebe handeln, werden sie später genau das Gleiche von anderen erhalten.
Das Geheimnis von Erfolg und Glück liegt darin, das zu manifestieren, was man selbst wünscht. Wollt ihr Lächeln und freundliche Blicke sehen, dann lächelt und seid freundlich. Wollt ihr, dass der Himmel, dass ein Engel euch belehrt, dann sucht einen weniger Klugen und erleuchtet seinen Verstand. Das reflektiert sofort in der unsichtbaren Welt, aus der ihr lichtvolle Geister anzieht, die dasselbe für euch tun.

Oh ja, dies ist ein großartiges Gesetz, das noch in vielen anderen Bereichen angewendet werden kann. Lächeln und ein Lächeln empfangen ist noch sehr wenig. Ihr habt gelächelt und man hat zurückgelächelt. Ihr wart nett und freundlich, man war nett und freundlich zu euch. Gut, das ist schön, ihr wart höflich, das versteht sich, das ist notwendig, ihr fühlt euch wie neugeboren. Ihr solltet dieses Gesetz jedoch auch in anderen Bereichen anwenden, damit es größere Folgen trägt als ein Lächeln, einen Händedruck, einen Blick oder einige nette Worte im Vorübergehen. Mit diesem Gesetz kann das ganze Universum beeinflusst werden, und gerade das ist das Interessante. Man kann weit, sehr weit gehen, ganze Sphären im Raum zum Schwingen bringen…
Ihr könnt nur die Früchte ernten, die dem gesäten Samen entsprechen. Das ist eine andere Frage, ob es Unwetter gab oder ob die Sonne zu stark schien und alles verbrannte, ob es an Regen mangelte oder die Vögel und Maulwürfe eure Saat gefressen haben. Es ist eine andere Frage. Das sind Vorfälle, die nichts am Gesetz ändern. Was im Samen steckt, kann ihm nicht genommen werden. Man kann ihn daran hindern, Früchte zu tragen, aber man kann seine Eigenart nicht ändern. Und gerade die Eigenart ist es, von der ich spreche.
Wenn ihr also immer freundlich, nett und höflich seid, und man euch trotzdem beschimpft, ist dies nur nebensächlich. Darüber hinaus muss man prüfen, wer etwas, wann und unter welchen Bedingungen sagt… Vielleicht seid ihr zu gut, zu großzügig, zu freigebig, zu vertrauensvoll. Dann seid ihr natürlich schon in die Kategorie der Dummköpfe eingeordnet worden und müsst unter den menschlichen Konventionen leiden, die sich ewig ändern. Aber das besagt nichts, das ist nicht dauerhaft, denn Menschen und Verhältnisse ändern sich, die Grundgesetze jedoch sind beständig. Wenn die wahren Werte wieder gelten, dann nimmt alles wieder seinen Platz ein, und ihr werdet das Gute ernten, das ihr gesät habt.
Gewiss, heute wird jemand geschätzt, wenn er gerissen ist, die anderen ein bisschen tritt, beißt und durchrüttelt. Er gilt als sehr interessant, aber das bleibt nicht ewig so, denn bald kommt ein anderer Halunke und gibt dem ersten eine Tracht Prügel. Ihr dürft euch nicht von vorübergehenden Verhältnissen beeindrucken lassen. Nach einiger Zeit hört man dann, dass irgendwo ein Raufbold von einem anderen, noch stärkeren misshandelt wurde.
Nun sucht nicht gleich Ausflüchte. Ich weiß viel besser als ihr, was man mir entgegenhalten könnte. Ich warte nicht ab, bis die anderen fragen: »Ja, aber dann… warum dies, warum das?« Ich packe meine Argumente selbst beim Schopf und greife sie an. Wenn sie trotz allem standhaft sind, sage ich: »Das ist Gold! Das ist reines Gold, folglich ist es eine Wahrheit!« Und was passiert mit den Argumenten, die nicht widerstehen? Nun, die können begraben werden: »Amen… ruht hier in Frieden!«
Jetzt möchte ich euch ein anschauliches Beispiel nennen. Stellt euch einen wunderschönen Wald vor, mit Tieren, Vögeln, Bäumen voller Blüten und Früchten aller Art. Welch ein Reichtum! Leider gibt es ein Hindernis: Er ist von hohen, dicken Mauern umgeben und somit unzugänglich. Auf den Mauern stecken sogar Scherben und Stacheldraht. Obendrein ist der Wald wegen der wilden Tiere gefährlich: Bären, Löwen und Tiger würden sich den unvorsichtigen Abenteurer schon schmecken lassen. Ja, nun braucht ihr aber die Früchte, was tun?… Plötzlich bemerkt ihr auf einem Baum Affen. Jetzt seid ihr gerettet! Ihr nehmt einen Korb, voll Orangen z. B., geht dicht an die Mauer heran und fangt an, die Affen damit zu bewerfen… Die Affen, hervorragende Nachahmer, pflücken nun haufenweise Früchte von den Bäumen und bewerfen euch damit. Ihr braucht sie jetzt nur noch aufzusammeln und kehrt mit schweren Körben voller Früchte zurück. Das Geheimnis lag also darin, die Affen mit euren Orangen zu bewerfen!
Ihr sagt: »Was ist das denn für eine komische Geschichte? Als hätten wir Gelegenheit, von einer Mauer aus Affen im Wald mit Orangen zu bewerfen!« Aber das ist ja nur eine bildhafte Darstellung. Habt ihr nie einen Bauern gesehen, der auf seinem Feld sät? Er wirft den Affen Orangen zu, nur sind die Orangen winzig klein und die Affen sind ein bisschen tiefer unter der Erde versteckt… Wenn der Bauer seine Arbeit beendet hat, geht er zufrieden weg, und wenn er nach einigen Monaten wiederkommt, bringt er die Ernte ein und füllt seine Scheunen.
»Ach so!« meint ihr jetzt, »wenn es so ist, dann haben wir verstanden.« Nein, ihr habt noch gar nichts begriffen, ihr habt das Bild noch nicht entziffert. Die Affen stellen hier symbolisch die Naturkräfte dar. Ob sie unter der Erde oder auf den Bäumen sind, spielt überhaupt keine Rolle. Kommen wir jetzt zur Erklärung: Der Wald ist das von Gott geschaffene Universum, das alle Reichtümer in sich birgt. Die Mauern stellen die Hindernisse dar, die den Menschen daran hindern, an diese Reichtümer heranzukommen. Die Affen symbolisieren die Geschöpfe der unsichtbaren Welt. Die Orangen bedeuten das Licht und die Liebe, die ihr durch eure Gedanken und Gefühle ausstrahlt. Was geschieht nun? Nach einiger Zeit tun die Wesen der unsichtbaren Welt das Gleiche wie ihr und überschütten euch hundertfach mit Früchten, d. h. mit ihrem Segen. Wenn ihr jedoch euren Missmut, euren Hass oder eure Wut aussendet, werdet ihr eines Tages all dies wieder zurückbekommen.
»Was ihr sät, das erntet ihr.« Mit anderen Worten: So wie ihr jetzt handelt, gestaltet ihr bereits eure Zukunft. In jedem Augenblick könnt ihr durch eure innere Arbeit eure Zukunft gestalten. Jede Entscheidung, ob gut oder schlecht, lenkt eure Zukunft in die eine oder andere Richtung.

Nehmen wir einmal an, dass ihr euch heute entschlossen habt, Gott zu dienen, den Menschen zu helfen, euch nicht mehr von euren niederen Neigungen beeinflussen zu lassen. Sofort wird eure Zukunft lichtvoll, wunderschön und kraftvoll. Alle Herrlichkeiten warten auf euch.
Warum erlebt ihr diesen Zustand nicht? Weil euch die Vergangenheit noch zurückhält. Wenn ihr euch aber von dem Entschluss nicht abbringen lasst, in dieser Richtung zu arbeiten, löst ihr euch nach und nach von ihr und eines Tages empfangt ihr das himmlische Erbe. Ja, wenn ihr aber nun wieder ein egoistisches Leben führen wollt, wird sich alles wieder ändern und ihr baut euch ein ganz anderes Schicksal auf – voller Leiden und Enttäuschungen. Gewiss, im Augenblick gibt es noch Freuden, ihr macht Geschäfte, die Gegenwart bleibt die gleiche, weil ihr noch einige Reserven habt und ihr die finstere Zukunft nicht seht, die auf euch wartet. Sobald der Vorrat aber verbraucht ist, steht diese abscheuliche Zukunft plötzlich vor der Tür. Die Zukunft lässt sich leicht gestalten, aber die Vergangenheit ist schwer auszulöschen.

Ich möchte euch noch ein anderes Beispiel nennen. Ihr wollt verreisen, zögert aber noch, ob ihr euch für Nizza oder Moskau entscheiden sollt. Nehmen wir an, ihr entscheidet euch schließlich für Nizza. Sofort ist eure Reiseroute festgelegt, die Landschaften, die Bahnhöfe, die Begegnungen… Sobald, ihr eine Richtung einschlagt, ist alles berechnet, ihr müsst einem vorherbestimmten Weg folgen. Die Landschaften sind nicht euer Werk, dessen Existenz hängt nicht von euch ab, bei euch liegt nur die Wahl der Richtung.
Wir sind nicht die Schöpfer unserer Zukunft. Wenn man sagt, dass sich der Mensch seine Zukunft schafft, ist dies nur eine Redensart. Man sollte besser sagen, er wählt seine Richtung. Ihr beschließt: »Ich nehme diesen Weg!« Einverstanden, aber die Existenz der Gebiete und Wesen, denen ihr auf diesem Weg begegnen werdet, hängt nicht von euch ab. Das sind Bereiche und Wesenheiten, die schon vor langer Zeit von Gott geschaffen worden sind. Wir schaffen uns kein schlechtes Schicksal, sondern steuern es nur an: Treibsand, Sümpfe, gefährliche Wälder… Wir entscheiden lediglich über die Richtung, das ist alles. Handelt es sich um eine herrliche Zukunft, gilt das Gleiche. Wir gehen darauf zu, sie existiert bereits, sie wartet auf uns. Im Raum gibt es Tausende von Bereichen oder Sphären, mit unzähligen Geschöpfen bevölkert, und je nach unserer Entscheidung steigen wir zu ihnen auf oder fallen zu ihnen hinunter.
Jedes Unglück und jedes Glück existiert bereits. Andere haben sie schon vor uns durchlebt, sie wurden vor langer Zeit geschaffen. Es hängt allein von uns ab, wofür wir uns entscheiden. Deshalb sollt ihr euch jetzt für eine andere Richtung entscheiden und euch dem Paradies zuwenden, das Gott schon von Anfang an für euch geschaffen hat.
Leseprobe drucken: hier klicken
Das Buch im Online-Shop: hier klicken

1. Auflage der Gedanken für den Tag 2015 vergriffen

1. Auflage der "Gedanken für den Tag 2015" vergriffen. Ein Nachdruck ist unterwegs und wird Ende April in unseren Lagern sein. Vorbestellungen möglich!

1. Auflage der „Gedanken für den Tag 2015“ verübergehend vergriffen

Es ist tatsächlich wahr: Die 1. Auflage der Tagesgedanken ist ausverkauft.

Erstmalig in der Geschichte Prosvetas sind fast auf einen Schlag alle Tagesgedanken ausverkauft. Normalerweise ist die Anzahl so kalkuliert, dass Restexemplare über mehrere Jahre nachbestellt werden können. So haben wir aktuell einen Bestand an „Gedanken für den Tag 2009“ von 35 Stück und „Gedanken für den Tag 2010“ von 80 Stück in eBay eingestellt. Unsere Bestände von den Ausgaben für die Jahre 2011 bis 2014 sind dementsprechend höher.

Wir haben einen Nachdruck veranlasst und rechnen bis spätestens zum Ende der letzten Aprilwoche mit der Nachlieferung von 300 Stück. Das sollte dann auch reichen, denken wir.

Wir vermuten, dass dieser Sturm auf die diesjährige Ausgabe deshalb stattfand, weil die Ausgabe 2014 so wunderbare Texte enthielt und als Glanzstück von der Kundschaft gefeiert wurde. Hier ein paar kurze Auszüge aus der Ausgabe 2014:

7. Februar
Ein inneres Gleichgewicht zu finden ist schwierig, aber es ist noch schwieriger, es zu erhalten, denn das tägliche Leben präsentiert laufend neue Schwierigkeiten, mit denen man fertig werden muss. Egal ob diese Schwierigkeiten persönlicher oder gesellschaftlicher Art sind, sie werden von jedem als Spannungen, Schläge und Schrecken empfunden. Was immer man tut, um zu widerstehen und das Gleichgewicht zu halten, es wird einem nur dann gelingen, wenn man ein gutes philosophisches System besitzt.

Ein gutes philosophisches System unterrichtet die Menschen zunächst über ihre psychische Struktur, es erklärt ihnen, was diese Materie ist, an der sie arbeiten müssen und über welche Werkzeuge sie verfügen, um diese Arbeit zu tun. Es zeigt ihnen das Ziel, nach dem sie streben müssen, den göttlichen Gipfel in ihrem Inneren und den Weg, den sie zu durchlaufen haben, um diesen Gipfel zu erreichen, an dem sie sich endlich frei und in Sicherheit fühlen werden. Diesen göttlichen Gipfel dürfen sie nie aus den Augen verlieren, sie müssen mit ihm verbunden bleiben, um nicht weggerissen zu werden, wenn die menschlichen Leidenschaften (ihre eigenen und die der anderen) zu toben beginnen. Fühlen sie sich gefesselt und gefährdet, so bedeutet dies, dass sie zu weit unten geblieben sind. Aber da man ihnen einmal den Pfad gezeigt hat, der zu dem einzigen Ort führt, an dem sie frei und in Sicherheit sein werden, und da man ihnen Leitern gegeben hat, müssen sie nur noch hochklettern.

1. März
Wenn nichts da ist, was sie dazu zwingt, sich anzustrengen, neigen die Menschen dazu, sich gehen zu lassen. Sie brauchen Schwierigkeiten, Prüfungen, weil sie sich dann zusammennehmen und ihre Energien mobilisieren, um die Situation wieder in Ordnung zu bringen. Haben sie es geschafft, so lassen sie wieder los und fallen in Nachlässigkeit und Faulheit zurück. Es ist nicht gut, sein Verhalten dem Wechsel der äußeren Welt anzupassen. Ihr solltet immer Anstrengungen unternehmen, egal welche Ereignisse geschehen, weil dies euer Leben und eure Gesundheit erhält. Werden die Bedingungen besser und die Schwierigkeiten weniger? Umso besser, aber das ist kein Grund mit den körperlichen, emotionalen und geistigen Anstrengungen aufzuhören. So lautet die Regel für die wahren Spiritualisten.

Die spirituelle Praxis beruht auf sehr einfachen Methoden, deren Umsetzung jedoch eine große Ausdauer erfordert. Um Licht, Frieden, Liebe und Kraft zu erlangen, müsst ihr euch jeden Tag aufs Neue anstrengen: Gedanken, die genährt, Worte, die ausgesprochen und Gesten, die ausgeführt werden müssen. Dann sagt Mutter Natur selbst zu euch: »Ich erkenne diese Gedanken, diese Worte, diese Gesten, sie schwingen in Harmonie mit dem, was in mir am schönsten und lichtvollsten ist. Schau, hier, ich gebe Dir meine Segnungen.«

14. April
Angesichts mancher Menschenschicksale ist man versucht, sich zu sagen, ein solches Leben mache keinen Sinn. Da sind Menschen, denen die Möglichkeit gegeben war, etwas zu lernen und zu begreifen, etwas Nützliches zu tun, aber scheinbar haben sie nichts gelernt, nichts begriffen und, außer Fehlern, nichts gemacht! Hat es sich für sie gelohnt, zu leben? Nun, dies ist eine sehr schlechte Denkweise. Das heutige Leben eines Menschen ist nur ein Glied in einer langen Kette. Um zu verstehen, was dieser Mann oder jene Frau während einer Inkarnation leben, darf man diese Inkarnation nicht isoliert betrachten, sondern man muss sie mit allen vergangenen Inkarnationen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden verbinden, und gleichzeitig wissen, dass diese Existenz sich bis in die Zukunft fortsetzt.

Man täuscht sich immer über die Bedeutung, die der Gegenwart beizumessen ist, wenn man sie nicht in jener Kontinuität betrachtet, die von einer fernen Vergangenheit in eine noch fernere Zukunft reicht. Wenn man nicht weiß, welchen Sinn man dem Leben der Leute zuschreiben soll, darf man nicht sagen, es hätte keinen. Egal um wen es sich handelt, man hat nicht das Recht, über dieses Thema zu urteilen. Jedes Leben hat einen Sinn, und anstatt über das Leben der anderen zu urteilen, sollte jeder lieber danach streben, seinem eigenen Leben mehr und mehr Sinn zu verleihen, um seine Zukunft vorzubereiten.

6. August
Wenn die meisten Leute von ihren Ferien nicht wirklich erholt zurückkommen, so deshalb, weil sie sie mit Faulenzen oder Vergnügungen verbracht haben, was ihre körperlichen und psychischen Energien aufzehrte. Sie wissen nicht, dass die wahre Erholung nur in einer Veränderung der Aktivität zu finden ist. Eine Ruhephase, in der der Geist nichts zu sagen hat, öffnet nämlich die Türen für die schädlichen Ratschläge der niederen Natur.

Warum also nicht von der Ferienzeit profitieren, um eine Pause zu machen, in der ihr wieder zu euch selbst findet? Während des Jahres haben sich so viele Sorgen und Aktivitäten angehäuft, dass euer Leben dadurch blockiert, erschwert und verdunkelt wurde. Nehmt euch also jetzt Zeit, um die Richtung, die ihr eingeschlagen habt, und die Aktivitäten, in denen ihr euch engagiert, zu analysieren, und bemüht euch, nur das zu behalten, was nicht im Widerspruch zu eurer geistigen Arbeit steht. Kommt auch auf bestimmte Ereignisse und Begegnungen zurück, die ihr während der vorhergehenden Monate erlebt habt, und zieht aus ihnen für die Zukunft nützliche Schlussfolgerungen.

Und da ihr mehr Zeit habt, versucht einen Teil davon geistigen Übungen zu widmen, für die ihr während des übrigen Jahres keine Zeit hattet. Lest Bücher, die euer inneres Leben nähren. Wählt einige bedeutsame Sätze aus und wiederholt sie, bis in eurer Seele ein Funke aufleuchtet, der euer ganzes Wesen mit dem Feuer der Weisheit und der Liebe entflammt.

Pages:«123456»