Aktion: Broschüren-Set

Broschüren-Set

Oster-Aktion: Broschüren-Set

Bestehend aus Broschüre 309 „Die Aura“, Broschüre 311 „Wie Gedanken sich in der Materie verwirklichen“ und Broschüre 312 „Die Reinkarnation“.

Wie zu jedem Newsletter gibt es auch zu diesem aktuellen eine Aktion aus preisreduzierten Broschüren. Dieses Mal stehen für Sie die „Die Aura“, „Wie Gedanken sich in der Materie verwirlichen“ und „Die Reinkarnation“ bereit. Die einzelnen Broschüren sind um jeweils 2,50 Euro günstiger, kosten also noch je 1,50 Euro. Bitte kaufen Sie das Broschüren-Set über folgenden Link: Broschüren-Set

Rückentext der Broschüre 309 „Die Aura“:
»Die Aura funktioniert wie die Haut. Man kann sie die Haut der Seele nennen, sie schließt die Seele ein, schützt sie, gibt ihr die Sensibilität. Sie ist es, die die kosmischen Ströme passieren lässt, sie erlaubt den Austausch zwischen der menschlichen Seele und allen Geschöpfen, bis zu den Sternen, zwischen der Seele eines Geschöpfes und der Universalseele.«

Rückentext Broschüre 311 „Wie Gedanken sich in der Materie verwirklichen“:
»Möglicherweise habt ihr herrliche, ja sogar göttliche Ideen, aber kommt ihr damit wirklich auch zu Ergebnissen?… Nein? Das beweist, dass ihr noch daran arbeiten müsst, diese Ideen bis auf die physische Ebene herunterzubringen. Ja, darum geht es, man muss sie herunterbringen. Ihr sagt: »Ich habe Ideen.« Bravo, das ist sehr gut, aber mit diesen Ideen verhungert und verdurstet ihr, wenn ihr nicht wisst, wie ihr sie durch Handeln verwirklichen könnt. Es genügt nicht, nur Ideen zu haben. Viele Leute haben Ideen, aber sie leben so, dass zwischen diesen Ideen und ihrem Handeln keine Verbindung besteht. Es bedarf eines Verbindungsgliedes, einer Brücke, und diese Brücke ist das Gefühl. Durch das Gefühl erhalten die Gedanken Fleisch und Blut und werden fähig, die Materie zu berühren.«

Rückentext Broschüre 312 „Die Reinkarnation“:
»Der Glaube an die Wiedergeburt ist eines der moralischen Grundgesetze. Weil man die Menschen über dieses Gesetz von Ursache und Wirkung – das von einer Existenz in die andere weiterwirkt – nicht aufgeklärt hat, kann man ihnen sagen, was man will, sie werden sich nicht ändern. Derjenige dagegen, der weiß, dass die Schwierigkeiten und Prüfungen, denen er in der gegenwärtigen Existenz begegnet, das Ergebnis von Fehlverhalten in früheren Leben sind, wird nicht nur diese Schwierigkeiten annehmen, sondern sich zu einer Arbeit für das Gute entscheiden, um damit seine künftigen Wiedergeburten zu verbessern.«

 

Leseprobe Izvor 202 – „Der Mensch erobert sein Schicksal“

Leseprobe Izvor 202 »Der Mensch erobert sein Schicksal«. Band 202 der Taschenbuchreihe Izvor aus dem Prosveta Verlag. 216 Seiten. 12,00 Euro

Leseprobe Izvor 202 »Der Mensch erobert sein Schicksal«

Kapitel 1, Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Teil 1

Sobald der Mensch handelt, löst er unweigerlich bestimmte Kräfte aus, die ihrerseits wieder bestimmte Folgen nach sich ziehen. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Karma drückte gerade diesen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung aus. Erst später nahm Karma den Sinn der Wiedergutmachung begangener Fehler an.
Der Karma-Yoga — einer der vielen indischen Yogas — ist nichts anderes als eine Disziplin, die den Menschen lehrt, sich durch uneigennütziges Handeln zu entfalten und sich dadurch zu befreien. Sobald der Mensch jedoch mit Geldgier, Hinterlist und zweifelhaften Motiven zu arbeiten beginnt, lädt er sich Schulden auf, die er später begleichen muss. Das Wort Karma nimmt jetzt also den allgemein gültigen Sinn der Strafe für begangene Fehler an.
Ganz allgemein kann man also sagen, dass sich das Karma, im letzteren Sinne verstanden, bei jeder Handlung einschaltet, die nicht vollkommen richtig ausgeführt worden ist — was übrigens meistens der Fall ist. Der Mensch macht immer wieder Versuche, er muss sich üben, bis er zur Perfektion gelangt. Solange sein Streben misslingt, muss er sich korrigieren, bis er seine Fehler wieder gutgemacht hat, natürlich unter schwerer Arbeit und Leiden.
Ihr meint: »Wenn man also beim Handeln unweigerlich Fehler macht, und sie unter Qualen wieder ausbessern muss, wäre es doch viel besser, überhaupt nichts zu tun!« Nein, man soll handeln. Gewiss, man wird leiden. Aber dabei lernt und entfaltet man sich… und eines Tages ist das Leiden dann vorbei. Wenn ihr gelernt habt, richtig zu handeln, gibt es kein Karma mehr für euch. Zugegeben, jede Bewegung, jede Geste, jedes Wort löst Kräfte aus, die bestimmte Folgen haben. Nehmen wir aber an, dass diese Gesten und Worte aus Güte, Reinheit und Selbstlosigkeit entstanden sind, dann ziehen sie günstige Folgen nach sich. Dies nennt sich dann Dharma.
Das Dharma ist das Ergebnis einer geordneten, harmonischen und wohltätigen Aktivität. Wer zu einem solchen Handeln fähig ist, entzieht sich dem Gesetz der zwangsläufigen Schicksalsfügung und stellt sich unter den Einfluss der göttlichen Vorsehung. Nichts tun, um Kummer und Qualen zu vermeiden, ist keine gute Lösung. Man soll aktiv, tatkräftig und unternehmungslustig sein, aber man muss seinem Handeln höhere Ziele setzen als Egoismus und persönlichen Nutzen. Nur dieser Weg vermeidet die katastrophalen Folgen, denen keiner entgehen kann. Es wird stets Ursache und Wirkung geben, ganz gleich was man auch tut. Nur werden durch selbstloses Handeln keine schmerzlichen Folgen mehr hervorgerufen, sondern Freude, Glück und Befreiung.
Wer seine Ruhe haben will und deshalb nichts tut, kann sich nicht entfalten, nichts lernen, nichts gewinnen. Natürlich kann man unter solchen Umständen auch keine Fehler begehen, aber man gleicht einem Stein. Steine begehen nie Fehler! Man sollte sich lieber irren, sich sogar beschmutzen, aber daraus lernen. Wie kann man Farb- und Zementkleckse vermeiden, wenn Handwerker im Hause sind? Unmöglich, man muss die Flecke hinnehmen, die Hauptsache ist, die Arbeit ist getan, und das Haus ist fertig. Nachher muss man sich dann putzen und waschen und sich umziehen, aber das Haus ist wenigstens fertig.
Meister Peter Deunov sagte eines Tages: »Ich gebe jedem von euch ein kleines Buch, mit dem ihr das Alphabet lernen könnt« (wir nennen es »boukvartche« in Bulgarien, und Ihr?… Fibel? Gut, eine Fibel.) »In einem Jahr möchte ich es wiederhaben«. Manche brachten das »boukvartche« vollkommen sauber und tadellos zurück. Sie hatten es nicht einmal aufgeschlagen, hatten folglich auch nichts daraus gelernt. Andere gaben es ihm vollkommen bekritzelt, zerrissen und befleckt zurück. Sie hatten es viele hundert Mal geöffnet, hatten es überallhin mitgenommen, hatten sogar darauf gefrühstückt… »Ja, aber dafür können sie jetzt lesen«, sagte der Meister, »das ist mir lieber.« Damals war ich noch jung, und ich weiß noch, wie ich ihn ganz schüchtern fragte: »Und ich, zu welcher Kategorie gehöre ich?« Er antwortete: »Du? Zur zweiten!« Darüber war ich natürlich glücklich, denn ich hatte begriffen, dass es die bessere war.
Jetzt erinnere ich mich nicht mehr in welchem Zustand ich mein »boukvartche« zurückgab, auf jeden Fall aber hatte er mich in die zweite Kategorie Menschen eingeordnet, die zum arbeiten bereit sind… und das stimmt. Wie viele Fehler man auch begeht, wie viele Flecken und Spritzer man auch hinterlässt, wie sehr man auch beschimpft und kritisiert wird, das hat überhaupt keine Bedeutung. Das Wichtigste ist, man hat Lesen gelernt, die Arbeit getan, das Haus fertig gebaut. Alle, die immer sehr vernünftig und vorsichtig sind, um sich nicht bloßzustellen, machen keine Fortschritte. Mein Gott, was soll aus solchen Leuten werden?
In der Offenbarung heißt es: »… dass du kalt oder warm wärest! Wenn du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.« Warum ziehen manche das Lauwarme vor? Für die Lauwarmen gibt es keinen Platz. Ihr dürft euch nicht davor fürchten, Fehler zu begehen. Wer eine Fremdsprache lernt, aber kein Wort sagt aus Angst, sich durch einige Fehler lächerlich zu machen, wird nie richtig sprechen können. Man muss es in Kauf nehmen, sich ein bisschen lächerlich zu machen, man muss Fehler riskieren, denn man muss Sprechen lernen. Für das Karma gilt das Gleiche: Wir dürfen uns nicht von der Angst lähmen lassen, Fehler zu begehen, die wir dann wieder gutmachen müssen. Wenn wir uns nach und nach darin üben, unseren Handlungen ein göttliches Ziel zu setzen, werden wir nicht länger das Karma, sondern das Dharma auslösen, das heißt die Gnade und den Segen des Himmels auf uns herabrufen.

Teil 2

Es ist unmöglich, dem Gesetz von Ursache und Wirkung zu entkommen. Die Frage ist nur zu wissen, welche Kraft man auslöst. Deshalb sage ich euch, dass das großartigste Gesetz, das uns die kosmische Intelligenz gegeben hat, dort liegt, wo keiner danach sucht, dort wo die Philosophen, Theologen und Moralisten nicht mehr hinsehen: in der Natur, genauer gesagt in der Landwirtschaft… Ja, auf dem Land. Alle Bauern wissen, dass sie keine Weintrauben ernten können, wenn sie einen Feigenbaum pflanzen und von einem Apfelbaum keine Birnen pflücken können. Das ist das höchste moralische Gesetz: Jeder erntet, was er gesät hat.
Man könnte also sagen, dass die Bauern die ersten Moralisten waren. Sie haben erkannt, dass die Intelligenz der Natur dort ein strenges, unveränderliches Gesetz erlassen hat, das Gesetz von Ursache und Wirkung. Später, als sie das Leben der Menschen beobachteten, haben sie festgestellt, dass auch hier das gleiche Gesetz gilt. Wer mit Grausamkeit, Egoismus und Gewalt handelt, bekommt eines Tages selbst Grausamkeit, Egoismus und Gewalt zurück. Dieses Gesetz kann man auch das Gesetz des Echos oder das Gesetz des Rückstoßes nennen. Der Ball springt zurück und trifft den Werfer.

Jeder erntet, was er gesät hat. Wenn man dieses Gesetz im Detail studiert und seine Bedeutung erweitert, wird es ein tiefgründiges, fruchtbares System, denn jede grundlegende Wahrheit findet in allen Bereichen ihre Anwendung. Die Erklärung dieses Gesetzes im Detail bringt ein ganzes philosophisches System ans Tageslicht. Gerade deshalb ist die Religion heute so reich an Vorschriften und Geboten. In Wirklichkeit liegt ihnen aber nur ein einziges Gesetz zugrunde: Man erntet nur das, was man gesät hat. Ihm wurden später andere, nicht weniger wahre Gesetze angefügt, die einem Anhang, einer Ausdehnung in den philosophischen Bereich gleichen. Zum Beispiel ist das Sprichwort: »Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!« eine Weiterführung dieses Gesetzes.
Diejenigen, die sämtliche fundamentalen Gesetze bestreiten und ablehnen, entfernen sich mehr und mehr von der Wahrheit. Ihre Seele ist von Zweifel und Ungewissheit gespalten, das Leben reißt sie ewig hin und her, obgleich die Wahrheit doch so einfach ist und vor ihnen liegt. Warum wollen die heutigen Denker sie nicht anerkennen? Warum bieten sie uns alle möglichen selbst erfundenen Theorien an, die nicht mit der kosmischen Intelligenz übereinstimmen? Da sie nicht länger an die Existenz einer auf Naturgesetzen bestehenden Moral glauben, sind ihre Überlegungen und Schlussfolgerungen falsch. Alle, die ihre Bücher lesen und ihnen folgen, schlucken ihre Fehler und geraten in Verwirrung, Angstzustände und Finsternis. Also, Achtung! Ihr müsst das Überlegen und Urteilen lernen. Ohne Maßstäbe kann euch jeder irreführen. Seid wachsam, lasst euch nicht von verwirrten Menschenhirnen beeinflussen, folgt der kosmischen Intelligenz, die alles so wunderbar geordnet und organisiert hat.
Selbst wer nicht an Gott glaubt, kann nicht bestreiten, dass in der Natur eine Ordnung herrscht, und dass es somit eine Intelligenz gibt, die diese Ordnung geschaffen hat. Man sollte wenigstens die Tatsache bedenken, dass jeder Samen seinesgleichen hervorbringt. Wie kann man darin nicht das Werk einer Intelligenz sehen? Jeder, der dieses Gesetz erkennt, muss seine Weltanschauung ändern. Man mag nicht an Gott glauben, aber man kann nicht bestreiten, dass jeder Same genau sich selbst reproduziert, sei er nun von einer Pflanze, einem Baum, einem Insekt, einem Tier oder einem Menschen. Dies ist ein absolutes Gesetz, das euch zum Überlegen bringen muss. Ihr könnt euch Undankbarkeit, Ungerechtigkeit, Grausamkeit oder Gewalt erlauben, aber ihr müsst damit rechnen, dass dieses Gesetz eines Tages in eurem Leben zu euren Ungunsten wirken wird. Ihr habt z. B. eines oder mehrere Kinder, die euch ähneln. Durch sie seid ihr selbst die ersten Leidtragenden eures eigenen Verhaltens. Selbst wenn es Gott nicht gäbe, gibt es immer noch die kosmische Intelligenz. Dafür habt ihr ständige Beweise.
Ihr macht, was euch gefällt und meint, dass ihr ohne Konsequenzen davonkommt. Glaubt was ihr wollt, die kosmische Intelligenz hat bereits alles registriert. In jedem Gedanken, Gefühl oder Unternehmen keimt eine Saat und wächst heran. Wenn ihr ungerecht, grausam oder gewalttätig wart, dann stoßt ihr auf eurem Weg eines Tages auf die gleiche Undankbarkeit, die gleichen Ungerechtigkeiten, die gleichen Grausamkeiten, die gleiche Gewalt. Nach 20, 30 oder 40 Jahren fallen sie euch auf den Kopf, und dann glaubt ihr auf einmal an die Existenz einer kosmischen Intelligenz, die alles registriert.
Lasst, wenn ihr wollt, Bibel, Evangelium, Propheten, Kirchen und Tempel beiseite, aber akzeptiert wenigstens dieses bestehende, unwiderlegbare Gesetz: Was ihr sät, das erntet ihr. Schon die alten Weisen, die das Leben beobachteten, sagten: »Wer den Wind sät, erntet den Sturm.« Die Wissenschaftler und Denker, die diese Wahrheit abstreiten, werden eines Tages unweigerlich auch in der Enge stecken und gezwickt werden. Sie können den Folgen ihrer Handlungen nicht entkommen und dann werden sie begreifen. Wie kommt es, dass sie mit ihrer großen Klugheit die einfachen Dinge nicht erfassen können?… Ich sage sogar, dass mit diesem Gesetz als Grundlage sämtliche heiligen Bücher der Welt wieder richtig gestellt werden können… Ja, allein mit diesem Gesetz!
Viele sagen sich: »Gewiss, dies und jenes steht in der Bibel, im Evangelium, aber existiert Gott überhaupt?« Darauf erwidere ich euch, dass euch dies gar nicht kümmern soll. Ihr braucht auch nicht zu wissen, ob Jesus gelebt hat und ob die Evangelien authentisch sind oder nicht. Betrachtet nur dieses eine Gesetz, das genügt, um alles richtig zu stellen und euch zur Wahrheit zu führen. Seht ihr, meine Erläuterungen sind ganz einfach. In diesem Fall müsste man Gott erfinden, selbst wenn Er nicht existierte. Allein aufgrund dieser Tatsache müsste man Ihn erfinden. Warum also lässt man sich von den so genannten modernen Denkern überreden, die alles vernichten? Anstatt die Menschen zu den einfachen, existierenden Dingen zu führen, die sichtbar und fühlbar sind, führen sie sie zu »originellen« Überlegungen und Argumenten… Versteht ihr?! Die Denkweisen können ruhig der Wahrheit widersprechen, die überall in der Natur eingeprägt ist, das schadet nichts. Jeder ist davon begeistert, es braucht nur etwas Neues, Originelles zu sein.
Die Moral ist eine Realität, nur sehen die Menschen sie nicht und diskutieren obendrein noch über Gott, über diesen und jenen Punkt der Theologie… Das Diskutieren ist völlig überflüssig. Das Wissen genügt, dass sich alles, alles einprägt. Wenn die Natur bestimmt hat, dass ein Baum seinem Samen Beschaffenheit, Farbe, Größe, Geschmack und Geruch der Früchte einprägt, warum hätte sie dann in Bezug auf den Menschen nicht das Gleiche getan? In der Natur ist alles eingeprägt. Die Moral beruht gerade auf dieser Einprägung, auf dem Gedächtnis der Natur – ja, dem Gedächtnis. Denn die Natur besitzt ein Gedächtnis, das durch nichts ausgelöscht werden kann. Und wehe dem, der das nicht beachtet! Es registriert ununterbrochen, Tag und Nacht, das Katzenkonzert und die abscheulichen Zustände, die der Mensch in sich trägt. Eines schönen Tages wird er gezwickt, getreten, vernichtet. Keiner kann diesem Gesetz entkommen. Keiner war bisher mächtig genug, ihm zu entfliehen: kein Kaiser, kein Diktator, niemand… Im Gedächtnis der Natur ist alles registriert.
Also, Achtung! Jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jeder Wunsch prägt sich in die Tiefen eurer Zellen ein, und früher oder später erntet ihr in eurem Leben die Früchte. Wenn ihr darauf achtet, keine finstere, zerstörende Saat durch euer Denken, Fühlen und Handeln zu verbreiten, dann könnt ihr euch eine bessere Zukunft aufbauen.
Glaubt nicht, dass die guten, großzügigen, liebevollen Menschen ewig nur Schlechtes statt Gutes zurückbekommen. Diejenigen, die voreilig Schlussfolgerungen ziehen, verbreiten Dummheiten, indem sie behaupten: »Tut Gutes und ihr erntet immer nur Schlechtes.« Nein, das stimmt nicht. Das Gute erzeugt immer Gutes und das Schlechte immer Schlechtes. Tut Gutes und ihr werdet auf Gutes stoßen, auch wenn ihr es nicht wollt. Wenn ihr Gutes tut und euch Schlechtes widerfährt, so ist dies darauf zurückzuführen, dass es noch Menschen auf Erden gibt, die eure Güte ausnutzen und missbrauchen. Aber ihr müsst euch gedulden und weiterhin gut handeln, denn früher oder später werden die anderen bestraft, von Stärkeren, Heftigeren unterworfen. Dann werden sie begreifen, bereuen und ihre Fehler bei euch wieder gutmachen wollen. So trägt das Gute doppelt Früchte, denn in solchen Fällen berücksichtigt der Himmel euer unverdientes Leiden und Elend, während ihr Gutes tatet und ihr werdet doppelt belohnt.
Die Menschen brauchen jetzt ein solides, vollständiges, wahres, unwiderlegbares Wissen. Dieses Wissen bringe ich euch. Nun denn, versucht doch zu bestreiten, dass man das erntet, was man gesät hat! Jeder ist natürlich von der Wahrhaftigkeit dieses Gesetzes überzeugt, aber dies nur im körperlichen Bereich. Das genügt nicht. Wer weitergeht, höher hinaufsteigt, der findet auch dort dieses Gesetz wieder, denn die Welt ist eine Einheit. Auf allen Stufen, auf allen Niveaus treten die gleichen Phänomene in einer anderen Form und jedes Mal feinstofflicher auf.
Alles was in der Erde ist, findet sich im Wasser wieder. Alles was im Wasser ist, findet sich in der Luft wieder. Die vier Elemente unterliegen den gleichen Gesetzen. Da sie jedoch weder das gleiche Wesen noch die gleiche Dichte haben, stellt man in der Anwendung der Gesetze einige Unterschiede von einem Element zum anderen fest. Sie reagieren mehr oder weniger schnell, mehr oder weniger heftig, aber sie werden von denselben Prinzipien regiert. Der Mentalbereich des Menschen z. B. entspricht der Luft. Hier findet man unter der feineren Form der Gedanken und Ideen die gleichen Wirbelstürme und Strömungen wie in der Atmosphäre. Die Gesetze der psychischen Welt stimmen mit den Naturgesetzen überein.
Wenn der Gärtner da, wo er nicht gesät hat, nichts wachsen sieht, findet er das richtig und gerecht und regt sich nicht darüber auf. Er jammert nicht, sondern sagt sich einfach: »Was willst du, mein Alter, du hattest eben keine Zeit zum Rüben säen, nun kannst du auch keine Rüben ernten. Aber du kannst Salatköpfe, Petersilie und Zwiebeln ernten, denn die hast du gesät.« Anscheinend sind die Menschen im Bereich der Landwirtschaft sehr bewandert. Ja, wenn es sich um Obst oder Gemüse handelt, dann sind sie gelehrt, aber sobald es sich um das Reich der Seele und der Gedanken handelt, wissen sie nichts mehr. Sie glauben, Glück, Freude und Frieden zu ernten, wo sie Gewalt, Grausamkeit und Bosheit gesät haben. Aber nein, sie werden die gleiche Gewalt, Grausamkeit und Bosheit ernten. Wenn sie sich obendrein noch darüber aufregen, wütend und rebellisch sind, beweist dies, dass sie keine guten Landwirte sind!
Die erste Regel der Moral lautet: Man soll keine Gedanken, Gefühle oder Taten akzeptieren, die für andere gefährlich oder schädlich sind. Man muss sie nachher nämlich selbst ernten, sie selbst »essen«. Wenn es sich um Gift handelt, dann ist man selbst der Erste, der sich daran vergiftet! Wenn ihr euch dies zum absoluten Grundsatz macht, beginnt ihr euch zu vervollkommnen. Ich weiß, die Langsamkeit, mit der sich die Gesetze vollziehen, hindert die Menschen oft daran, die Dinge zu verstehen. Weder das Gute noch das Schlechte kommt sofort. Der eine überschreitet laufend Gesetze, und trotzdem läuft für ihn noch alles gut ab, wohingegen ein Anderer, Ehrlicher Gutes tut und nur auf Schwierigkeiten stößt. Daraus schließt natürlich jeder, dass es keine Gerechtigkeit gibt. Die Menschen wissen nicht, warum man auf Belohnungen und Strafen so lange warten muss. Sie stellen sich Fragen und sagen sich: »Es wäre viel besser, wenn die Gesetze schneller wirkten, denn dann würde man sofort korrigiert oder belohnt werden und somit gleich begreifen«.
Nun, ich weiß, warum es so lange dauert. Die Langsamkeit zeigt uns die Güte und Barmherzigkeit der kosmischen Intelligenz. Sie will den Menschen Zeit für Erfahrungen, für Überlegungen und sogar für Reue lassen, damit sie sich bessern und ihre Fehler wieder gutmachen können. Würden uns die Gesetze sofort für unsere Fehler strafen, würden wir vernichtet werden und könnten uns nicht einmal bessern. Folglich gibt der Himmel uns Zeit und schickt uns hier und da einige kleine Schwierigkeiten, die uns zum Nachdenken bringen sollen. Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit wieder gutzumachen.

Auch der Wohltätige wird nicht sofort belohnt, und das ist gut. Erhielte er sofort eine Belohnung, würde er sich bald gehen lassen und dann sämtliche Gesetze überschreiten. Der Himmel lässt ihn Kraft, Festigkeit und Selbsterkenntnis gewinnen. Er schenkt ihm nicht alles auf einmal, um zu sehen, wie weit er im Guten weitermacht. Ihr seht also, es gibt einen Grund für die Langsamkeit. Das Gute aber bringt immer Gutes, das ist absolut! Das Schlechte nimmt immer ein schlimmes Ende, das ist ebenso absolut! Es ist nur sehr schwer abzuschätzen, wie lange es dauert, bevor sich die Konsequenzen zeigen.
Ja, wie viel Kraftaufwand, Macht, Willensstärke, Entscheidung und Glauben braucht derjenige, der im Guten weiterhandeln will, wo doch die ganze Welt zusammenbricht. Gerade dies ist lobenswert, denn unter anderen Umständen könnte man leicht an das Gute glauben und im Guten fortfahren. Alles ist angenehm, nützlich, alles ist leicht. Doch gerade jetzt, wo sich die Lage verschlimmert, ist das Weitermachen verdienstvoll, ohne sich von den Umständen beeinflussen zu lassen. Ein Schüler versucht, genau wie ein Meister, immer auf die Macht des Geistes zu zählen. Selbst unter den schlimmsten Bedingungen will er die Macht des Willens, des Guten und des Lichts in sich erwecken. Daran erkennt man den wahren Spiritualisten. Natürlich können viele ihren Worten nach als Spiritualisten gelten, aber bei den geringsten Schwierigkeiten sind sie am Boden zerstört. Wo bleibt also die Kraft des Geistes?
Alle erwarten von den anderen, dass sie sich ihnen gegenüber feinfühlig, freundlich, geduldig und nachsichtig verhalten. Ja, aber wie kann das erreicht werden? Indem jeder selbst feinfühlig, freundlich, geduldig und nachsichtig wird. Wenn ihr von den anderen gutes Verhalten erwartet, müsst ihr selbst erst einmal richtig handeln. Ihr sagt: »Ja, das kennen wir schon!« Gut, aber nur theoretisch. Es gibt noch Millionen Wesen auf Erden, die sich gemein, hart und grausam aufführen und sich wundern, dass sich die anderen dies nicht gefallen lassen. Sie sind überzeugt, dass die anderen unterlegen sind und sich ihrem Willen beugen müssen. Seht einmal, wie sie sich benehmen: Sie warten auf Befriedigung durch Mittel, die ihren Wünschen widersprechen und umgekehrt glauben sie nicht daran, dass sie Liebe, Zärtlichkeit und Güte ernten, wenn sie auch Liebe, Zärtlichkeit und Güte säen. Trotzdem kann ich euch versichern, dass nach einiger Zeit auch derjenige kapituliert, der heute noch widerspenstig und boshaft mit euch umgeht, wenn ihr ihm weiterhin Gutes entgegenbringt.
Wer Zuneigung und Vertrauen gewinnen will, der muss sie herbeirufen. »Aber wir rufen doch, und sie kommen trotzdem nicht!« Nein, mit rufen meine ich, sie selbst schaffen. Wenn ihr gute Zustände in eurem Inneren aufbaut, könnt ihr hundertprozentig sicher sein, dass ihr diese auch bei den anderen findet. Wenn ihr sie in eurem Inneren schafft, zieht ihr sie von außen an. Hier liegt die ganze Magie. Also probiert es doch einmal: Wenn ihr etwas erhalten wollt, was euch sehr am Herzen liegt, dann versucht es erst einmal zu geben. Was man nicht gegeben hat, kann man nicht empfangen. Ihr wendet ein: »Das stimmt doch gar nicht, es gibt sehr reiche, hochgestellte Persönlichkeiten, die den anderen nichts geben, die verschlossen und verachtend sind, und trotzdem bringt man ihnen laufend Respekt, Achtung und Ehren entgegen…« Sie erhalten ganz einfach das, was sie in einer anderen Inkarnation gegeben haben. Wenn sie jedoch weiterhin hochmütig und ohne Liebe handeln, werden sie später genau das Gleiche von anderen erhalten.
Das Geheimnis von Erfolg und Glück liegt darin, das zu manifestieren, was man selbst wünscht. Wollt ihr Lächeln und freundliche Blicke sehen, dann lächelt und seid freundlich. Wollt ihr, dass der Himmel, dass ein Engel euch belehrt, dann sucht einen weniger Klugen und erleuchtet seinen Verstand. Das reflektiert sofort in der unsichtbaren Welt, aus der ihr lichtvolle Geister anzieht, die dasselbe für euch tun.

Oh ja, dies ist ein großartiges Gesetz, das noch in vielen anderen Bereichen angewendet werden kann. Lächeln und ein Lächeln empfangen ist noch sehr wenig. Ihr habt gelächelt und man hat zurückgelächelt. Ihr wart nett und freundlich, man war nett und freundlich zu euch. Gut, das ist schön, ihr wart höflich, das versteht sich, das ist notwendig, ihr fühlt euch wie neugeboren. Ihr solltet dieses Gesetz jedoch auch in anderen Bereichen anwenden, damit es größere Folgen trägt als ein Lächeln, einen Händedruck, einen Blick oder einige nette Worte im Vorübergehen. Mit diesem Gesetz kann das ganze Universum beeinflusst werden, und gerade das ist das Interessante. Man kann weit, sehr weit gehen, ganze Sphären im Raum zum Schwingen bringen…
Ihr könnt nur die Früchte ernten, die dem gesäten Samen entsprechen. Das ist eine andere Frage, ob es Unwetter gab oder ob die Sonne zu stark schien und alles verbrannte, ob es an Regen mangelte oder die Vögel und Maulwürfe eure Saat gefressen haben. Es ist eine andere Frage. Das sind Vorfälle, die nichts am Gesetz ändern. Was im Samen steckt, kann ihm nicht genommen werden. Man kann ihn daran hindern, Früchte zu tragen, aber man kann seine Eigenart nicht ändern. Und gerade die Eigenart ist es, von der ich spreche.
Wenn ihr also immer freundlich, nett und höflich seid, und man euch trotzdem beschimpft, ist dies nur nebensächlich. Darüber hinaus muss man prüfen, wer etwas, wann und unter welchen Bedingungen sagt… Vielleicht seid ihr zu gut, zu großzügig, zu freigebig, zu vertrauensvoll. Dann seid ihr natürlich schon in die Kategorie der Dummköpfe eingeordnet worden und müsst unter den menschlichen Konventionen leiden, die sich ewig ändern. Aber das besagt nichts, das ist nicht dauerhaft, denn Menschen und Verhältnisse ändern sich, die Grundgesetze jedoch sind beständig. Wenn die wahren Werte wieder gelten, dann nimmt alles wieder seinen Platz ein, und ihr werdet das Gute ernten, das ihr gesät habt.
Gewiss, heute wird jemand geschätzt, wenn er gerissen ist, die anderen ein bisschen tritt, beißt und durchrüttelt. Er gilt als sehr interessant, aber das bleibt nicht ewig so, denn bald kommt ein anderer Halunke und gibt dem ersten eine Tracht Prügel. Ihr dürft euch nicht von vorübergehenden Verhältnissen beeindrucken lassen. Nach einiger Zeit hört man dann, dass irgendwo ein Raufbold von einem anderen, noch stärkeren misshandelt wurde.
Nun sucht nicht gleich Ausflüchte. Ich weiß viel besser als ihr, was man mir entgegenhalten könnte. Ich warte nicht ab, bis die anderen fragen: »Ja, aber dann… warum dies, warum das?« Ich packe meine Argumente selbst beim Schopf und greife sie an. Wenn sie trotz allem standhaft sind, sage ich: »Das ist Gold! Das ist reines Gold, folglich ist es eine Wahrheit!« Und was passiert mit den Argumenten, die nicht widerstehen? Nun, die können begraben werden: »Amen… ruht hier in Frieden!«
Jetzt möchte ich euch ein anschauliches Beispiel nennen. Stellt euch einen wunderschönen Wald vor, mit Tieren, Vögeln, Bäumen voller Blüten und Früchten aller Art. Welch ein Reichtum! Leider gibt es ein Hindernis: Er ist von hohen, dicken Mauern umgeben und somit unzugänglich. Auf den Mauern stecken sogar Scherben und Stacheldraht. Obendrein ist der Wald wegen der wilden Tiere gefährlich: Bären, Löwen und Tiger würden sich den unvorsichtigen Abenteurer schon schmecken lassen. Ja, nun braucht ihr aber die Früchte, was tun?… Plötzlich bemerkt ihr auf einem Baum Affen. Jetzt seid ihr gerettet! Ihr nehmt einen Korb, voll Orangen z. B., geht dicht an die Mauer heran und fangt an, die Affen damit zu bewerfen… Die Affen, hervorragende Nachahmer, pflücken nun haufenweise Früchte von den Bäumen und bewerfen euch damit. Ihr braucht sie jetzt nur noch aufzusammeln und kehrt mit schweren Körben voller Früchte zurück. Das Geheimnis lag also darin, die Affen mit euren Orangen zu bewerfen!
Ihr sagt: »Was ist das denn für eine komische Geschichte? Als hätten wir Gelegenheit, von einer Mauer aus Affen im Wald mit Orangen zu bewerfen!« Aber das ist ja nur eine bildhafte Darstellung. Habt ihr nie einen Bauern gesehen, der auf seinem Feld sät? Er wirft den Affen Orangen zu, nur sind die Orangen winzig klein und die Affen sind ein bisschen tiefer unter der Erde versteckt… Wenn der Bauer seine Arbeit beendet hat, geht er zufrieden weg, und wenn er nach einigen Monaten wiederkommt, bringt er die Ernte ein und füllt seine Scheunen.
»Ach so!« meint ihr jetzt, »wenn es so ist, dann haben wir verstanden.« Nein, ihr habt noch gar nichts begriffen, ihr habt das Bild noch nicht entziffert. Die Affen stellen hier symbolisch die Naturkräfte dar. Ob sie unter der Erde oder auf den Bäumen sind, spielt überhaupt keine Rolle. Kommen wir jetzt zur Erklärung: Der Wald ist das von Gott geschaffene Universum, das alle Reichtümer in sich birgt. Die Mauern stellen die Hindernisse dar, die den Menschen daran hindern, an diese Reichtümer heranzukommen. Die Affen symbolisieren die Geschöpfe der unsichtbaren Welt. Die Orangen bedeuten das Licht und die Liebe, die ihr durch eure Gedanken und Gefühle ausstrahlt. Was geschieht nun? Nach einiger Zeit tun die Wesen der unsichtbaren Welt das Gleiche wie ihr und überschütten euch hundertfach mit Früchten, d. h. mit ihrem Segen. Wenn ihr jedoch euren Missmut, euren Hass oder eure Wut aussendet, werdet ihr eines Tages all dies wieder zurückbekommen.
»Was ihr sät, das erntet ihr.« Mit anderen Worten: So wie ihr jetzt handelt, gestaltet ihr bereits eure Zukunft. In jedem Augenblick könnt ihr durch eure innere Arbeit eure Zukunft gestalten. Jede Entscheidung, ob gut oder schlecht, lenkt eure Zukunft in die eine oder andere Richtung.

Nehmen wir einmal an, dass ihr euch heute entschlossen habt, Gott zu dienen, den Menschen zu helfen, euch nicht mehr von euren niederen Neigungen beeinflussen zu lassen. Sofort wird eure Zukunft lichtvoll, wunderschön und kraftvoll. Alle Herrlichkeiten warten auf euch.
Warum erlebt ihr diesen Zustand nicht? Weil euch die Vergangenheit noch zurückhält. Wenn ihr euch aber von dem Entschluss nicht abbringen lasst, in dieser Richtung zu arbeiten, löst ihr euch nach und nach von ihr und eines Tages empfangt ihr das himmlische Erbe. Ja, wenn ihr aber nun wieder ein egoistisches Leben führen wollt, wird sich alles wieder ändern und ihr baut euch ein ganz anderes Schicksal auf – voller Leiden und Enttäuschungen. Gewiss, im Augenblick gibt es noch Freuden, ihr macht Geschäfte, die Gegenwart bleibt die gleiche, weil ihr noch einige Reserven habt und ihr die finstere Zukunft nicht seht, die auf euch wartet. Sobald der Vorrat aber verbraucht ist, steht diese abscheuliche Zukunft plötzlich vor der Tür. Die Zukunft lässt sich leicht gestalten, aber die Vergangenheit ist schwer auszulöschen.

Ich möchte euch noch ein anderes Beispiel nennen. Ihr wollt verreisen, zögert aber noch, ob ihr euch für Nizza oder Moskau entscheiden sollt. Nehmen wir an, ihr entscheidet euch schließlich für Nizza. Sofort ist eure Reiseroute festgelegt, die Landschaften, die Bahnhöfe, die Begegnungen… Sobald, ihr eine Richtung einschlagt, ist alles berechnet, ihr müsst einem vorherbestimmten Weg folgen. Die Landschaften sind nicht euer Werk, dessen Existenz hängt nicht von euch ab, bei euch liegt nur die Wahl der Richtung.
Wir sind nicht die Schöpfer unserer Zukunft. Wenn man sagt, dass sich der Mensch seine Zukunft schafft, ist dies nur eine Redensart. Man sollte besser sagen, er wählt seine Richtung. Ihr beschließt: »Ich nehme diesen Weg!« Einverstanden, aber die Existenz der Gebiete und Wesen, denen ihr auf diesem Weg begegnen werdet, hängt nicht von euch ab. Das sind Bereiche und Wesenheiten, die schon vor langer Zeit von Gott geschaffen worden sind. Wir schaffen uns kein schlechtes Schicksal, sondern steuern es nur an: Treibsand, Sümpfe, gefährliche Wälder… Wir entscheiden lediglich über die Richtung, das ist alles. Handelt es sich um eine herrliche Zukunft, gilt das Gleiche. Wir gehen darauf zu, sie existiert bereits, sie wartet auf uns. Im Raum gibt es Tausende von Bereichen oder Sphären, mit unzähligen Geschöpfen bevölkert, und je nach unserer Entscheidung steigen wir zu ihnen auf oder fallen zu ihnen hinunter.
Jedes Unglück und jedes Glück existiert bereits. Andere haben sie schon vor uns durchlebt, sie wurden vor langer Zeit geschaffen. Es hängt allein von uns ab, wofür wir uns entscheiden. Deshalb sollt ihr euch jetzt für eine andere Richtung entscheiden und euch dem Paradies zuwenden, das Gott schon von Anfang an für euch geschaffen hat.
Leseprobe drucken: hier klicken
Das Buch im Online-Shop: hier klicken

1. Auflage der Gedanken für den Tag 2015 vergriffen

1. Auflage der "Gedanken für den Tag 2015" vergriffen. Ein Nachdruck ist unterwegs und wird Ende April in unseren Lagern sein. Vorbestellungen möglich!

1. Auflage der „Gedanken für den Tag 2015“ verübergehend vergriffen

Es ist tatsächlich wahr: Die 1. Auflage der Tagesgedanken ist ausverkauft.

Erstmalig in der Geschichte Prosvetas sind fast auf einen Schlag alle Tagesgedanken ausverkauft. Normalerweise ist die Anzahl so kalkuliert, dass Restexemplare über mehrere Jahre nachbestellt werden können. So haben wir aktuell einen Bestand an „Gedanken für den Tag 2009“ von 35 Stück und „Gedanken für den Tag 2010“ von 80 Stück in eBay eingestellt. Unsere Bestände von den Ausgaben für die Jahre 2011 bis 2014 sind dementsprechend höher.

Wir haben einen Nachdruck veranlasst und rechnen bis spätestens zum Ende der letzten Aprilwoche mit der Nachlieferung von 300 Stück. Das sollte dann auch reichen, denken wir.

Wir vermuten, dass dieser Sturm auf die diesjährige Ausgabe deshalb stattfand, weil die Ausgabe 2014 so wunderbare Texte enthielt und als Glanzstück von der Kundschaft gefeiert wurde. Hier ein paar kurze Auszüge aus der Ausgabe 2014:

7. Februar
Ein inneres Gleichgewicht zu finden ist schwierig, aber es ist noch schwieriger, es zu erhalten, denn das tägliche Leben präsentiert laufend neue Schwierigkeiten, mit denen man fertig werden muss. Egal ob diese Schwierigkeiten persönlicher oder gesellschaftlicher Art sind, sie werden von jedem als Spannungen, Schläge und Schrecken empfunden. Was immer man tut, um zu widerstehen und das Gleichgewicht zu halten, es wird einem nur dann gelingen, wenn man ein gutes philosophisches System besitzt.

Ein gutes philosophisches System unterrichtet die Menschen zunächst über ihre psychische Struktur, es erklärt ihnen, was diese Materie ist, an der sie arbeiten müssen und über welche Werkzeuge sie verfügen, um diese Arbeit zu tun. Es zeigt ihnen das Ziel, nach dem sie streben müssen, den göttlichen Gipfel in ihrem Inneren und den Weg, den sie zu durchlaufen haben, um diesen Gipfel zu erreichen, an dem sie sich endlich frei und in Sicherheit fühlen werden. Diesen göttlichen Gipfel dürfen sie nie aus den Augen verlieren, sie müssen mit ihm verbunden bleiben, um nicht weggerissen zu werden, wenn die menschlichen Leidenschaften (ihre eigenen und die der anderen) zu toben beginnen. Fühlen sie sich gefesselt und gefährdet, so bedeutet dies, dass sie zu weit unten geblieben sind. Aber da man ihnen einmal den Pfad gezeigt hat, der zu dem einzigen Ort führt, an dem sie frei und in Sicherheit sein werden, und da man ihnen Leitern gegeben hat, müssen sie nur noch hochklettern.

1. März
Wenn nichts da ist, was sie dazu zwingt, sich anzustrengen, neigen die Menschen dazu, sich gehen zu lassen. Sie brauchen Schwierigkeiten, Prüfungen, weil sie sich dann zusammennehmen und ihre Energien mobilisieren, um die Situation wieder in Ordnung zu bringen. Haben sie es geschafft, so lassen sie wieder los und fallen in Nachlässigkeit und Faulheit zurück. Es ist nicht gut, sein Verhalten dem Wechsel der äußeren Welt anzupassen. Ihr solltet immer Anstrengungen unternehmen, egal welche Ereignisse geschehen, weil dies euer Leben und eure Gesundheit erhält. Werden die Bedingungen besser und die Schwierigkeiten weniger? Umso besser, aber das ist kein Grund mit den körperlichen, emotionalen und geistigen Anstrengungen aufzuhören. So lautet die Regel für die wahren Spiritualisten.

Die spirituelle Praxis beruht auf sehr einfachen Methoden, deren Umsetzung jedoch eine große Ausdauer erfordert. Um Licht, Frieden, Liebe und Kraft zu erlangen, müsst ihr euch jeden Tag aufs Neue anstrengen: Gedanken, die genährt, Worte, die ausgesprochen und Gesten, die ausgeführt werden müssen. Dann sagt Mutter Natur selbst zu euch: »Ich erkenne diese Gedanken, diese Worte, diese Gesten, sie schwingen in Harmonie mit dem, was in mir am schönsten und lichtvollsten ist. Schau, hier, ich gebe Dir meine Segnungen.«

14. April
Angesichts mancher Menschenschicksale ist man versucht, sich zu sagen, ein solches Leben mache keinen Sinn. Da sind Menschen, denen die Möglichkeit gegeben war, etwas zu lernen und zu begreifen, etwas Nützliches zu tun, aber scheinbar haben sie nichts gelernt, nichts begriffen und, außer Fehlern, nichts gemacht! Hat es sich für sie gelohnt, zu leben? Nun, dies ist eine sehr schlechte Denkweise. Das heutige Leben eines Menschen ist nur ein Glied in einer langen Kette. Um zu verstehen, was dieser Mann oder jene Frau während einer Inkarnation leben, darf man diese Inkarnation nicht isoliert betrachten, sondern man muss sie mit allen vergangenen Inkarnationen seit Jahrhunderten und Jahrtausenden verbinden, und gleichzeitig wissen, dass diese Existenz sich bis in die Zukunft fortsetzt.

Man täuscht sich immer über die Bedeutung, die der Gegenwart beizumessen ist, wenn man sie nicht in jener Kontinuität betrachtet, die von einer fernen Vergangenheit in eine noch fernere Zukunft reicht. Wenn man nicht weiß, welchen Sinn man dem Leben der Leute zuschreiben soll, darf man nicht sagen, es hätte keinen. Egal um wen es sich handelt, man hat nicht das Recht, über dieses Thema zu urteilen. Jedes Leben hat einen Sinn, und anstatt über das Leben der anderen zu urteilen, sollte jeder lieber danach streben, seinem eigenen Leben mehr und mehr Sinn zu verleihen, um seine Zukunft vorzubereiten.

6. August
Wenn die meisten Leute von ihren Ferien nicht wirklich erholt zurückkommen, so deshalb, weil sie sie mit Faulenzen oder Vergnügungen verbracht haben, was ihre körperlichen und psychischen Energien aufzehrte. Sie wissen nicht, dass die wahre Erholung nur in einer Veränderung der Aktivität zu finden ist. Eine Ruhephase, in der der Geist nichts zu sagen hat, öffnet nämlich die Türen für die schädlichen Ratschläge der niederen Natur.

Warum also nicht von der Ferienzeit profitieren, um eine Pause zu machen, in der ihr wieder zu euch selbst findet? Während des Jahres haben sich so viele Sorgen und Aktivitäten angehäuft, dass euer Leben dadurch blockiert, erschwert und verdunkelt wurde. Nehmt euch also jetzt Zeit, um die Richtung, die ihr eingeschlagen habt, und die Aktivitäten, in denen ihr euch engagiert, zu analysieren, und bemüht euch, nur das zu behalten, was nicht im Widerspruch zu eurer geistigen Arbeit steht. Kommt auch auf bestimmte Ereignisse und Begegnungen zurück, die ihr während der vorhergehenden Monate erlebt habt, und zieht aus ihnen für die Zukunft nützliche Schlussfolgerungen.

Und da ihr mehr Zeit habt, versucht einen Teil davon geistigen Übungen zu widmen, für die ihr während des übrigen Jahres keine Zeit hattet. Lest Bücher, die euer inneres Leben nähren. Wählt einige bedeutsame Sätze aus und wiederholt sie, bis in eurer Seele ein Funke aufleuchtet, der euer ganzes Wesen mit dem Feuer der Weisheit und der Liebe entflammt.

Leseprobe Broschüre 312 – Die Reinkarnation

Die Reinkarnation - Band 312 der Reihe Broschüren von Omraam Mikhael Aivanhov aus dem Prosveta Verlag. Broschüre mit 60 Seiten. 4,00 Euro.

Leseprobe Broschüre 312 – Die Reinkarnation – Band 312 der Reihe Broschüren von Omraam Mikhael Aivanhov

I
Freier Vortrag

Heute möchte ich über die Reinkarnation sprechen, denn ich sehe, dass dieses Thema einige von euch manchmal beschäftigt und beunruhigt. Sie wurden immer dahingehend unterrichtet, dass der Mensch nur einmal lebe. Da sie nun von Reinkarnation sprechen hören, sind sie verwirrt, und in ihrem Kopf herrscht Unklarheit.

Über dieses Thema könnte man sich lang und breit auslassen und zum Beispiel darlegen, wie die Tibeter, die Hindus und die Ägypter darüber dachten, welche Arbeiten und Erfahrungen sie diesbezüglich gemacht haben. Jedoch möchte ich mich darauf beschränken, einige Bibelstellen auszulegen, und euch beweisen, dass Jesus selbst über die Reinkarnation Bescheid wusste und sie als gegeben ansah. Nun werdet ihr einwenden, dass ihr alle Evangelien durchgelesen und nirgendwo das Wort „Reinkarnation“ gefunden habt. Aber darauf gebe ich euch zur Antwort, dass es nicht weiter erstaunlich ist, wenn zu einer Zeit, in der alle an die Reinkarnation glaubten, diese nicht besonders erwähnt wird. Wie konnten die Evangelisten denn ahnen, dass sie in Hinblick auf eine Zeit, in der die Menschen nicht mehr daran glauben würden, besonders davon sprechen müssten? Sie haben so wenig in ihren Schriften berichtet, dass sie nicht extra zu etwas Stellung nahmen, was schon zur Tradition gehörte. Das überzeugt euch nicht?… Nun, gut, ihr werdet nachher schon überzeugt sein.

Befassen wir uns in den Evangelien einmal mit bestimmten Fragen, die von Jesus oder von den Jüngern gestellt wurden, und mit den darauf gegebenen Antworten. Eines Tages fragte Jesus seine Jünger: „Was sagt man von mir, wer ich sei?“ Was bedeutet denn diese Frage? Habt ihr schon mal jemanden fragen hören: „Was sagt man von mir, wer ich sei?“ Sie wissen, wer sie sind, und fragen sich nicht, was die anderen darüber sagen. Um eine solche Frage zu stellen, muss man an die Reinkarnation glauben. Und seht nur, was die Jünger antworten: „Die einen sagen, du seist Johannes der Täufer, die anderen sagen, du seist Elia und wieder andere meinen, du seist Jeremia oder einer der Propheten.“ Wie kann man sagen, jemand sei dieser oder jener, der schon seit langem gestorben ist, wenn man nicht die Vorstellung der Reinkarnation mit einbezieht?

Ein andermal begegnen Jesus und die Jünger einem Menschen, der von Geburt an blind ist, und die Jünger fragen: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser Mann oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ Hier ist es genauso. Würde man solche absurden Fragen stellen, wenn man nicht an die Reinkarnation glaubte? Wann hätte denn dieser Mann im Mutterleib sündigen sollen? In welche Kneipe oder in welches Nachtlokal ist er denn wohl gegangen? Oder welche unehrlichen Geschäfte hat er wohl gemacht? Wen mag er umgebracht haben? Entweder ist diese Frage unsinnig, oder aber sie schließt den Glauben an ein früheres Leben mit ein.

Nun mögt ihr einwenden: „Ja, aber die Jünger Jesu waren ungebildete Leute; es heißt, sie seien Fischer gewesen. Da konnten sie schon einmal etwas seltsame Fragen stellen.“ Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte Jesus sie gewiss darauf aufmerksam gemacht. Man sieht in den Evangelien, dass er in bestimmten Fällen nicht zögerte, seine Jünger zurechtzuweisen. Hier weist er sie jedoch nicht zurecht sondern antwortet einfach: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt…“ Auch das ist eine wichtige Stelle. Die Jünger hatten gefragt, ob die Eltern gesündigt hätten und ob deshalb ihr Sohn blind zur Welt gekommen sei, da sie nach dem hebräischen Gesetz gelernt hatten, dass jede Anomalie, jedes Gebrechen und jedes Unglück auf eine Übertretung der Gesetze zurückzuführen ist, dass aber oftmals jemand für einen anderen die Schuld sühnen kann. Und wenn man demnach also jemanden im Unglück sah, so konnte man nicht wissen, ob er für seine eigenen Fehler büßte, oder ob er sich für jemand anderen opferte.

Jedenfalls glaubten die Juden das. Da nun alles, was einem Übles widerfahren kann, die Folge einer Gesetzesübertretung ist, stellten die Jünger also diese Frage. Sie wussten ja, dass ein Mensch nicht ohne Grund blind zur Welt kommen kann… oder einfach nur, weil es Gott gerade so gefällt, ihn blind sein zu lassen, wie die Christen sich das vorstellen! Jesus antwortete also: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern dies ist geschehen, damit die Werke Gottes an ihm offenbar werden.“ Das soll heißen, damit ich ihn heilen kann, wenn ich vorbeikomme, und damit das Volk an mich glaube. Und dann hat er ihnen erklärt: „Ihr habt gelernt, dass die Menschen aus zwei Gründen leiden müssen. Entweder haben sie gesündigt und müssen das sühnen, oder, ohne selbst gefehlt zu haben, nehmen sie das Karma von jemand anders auf sich; sie opfern sich, um sich zu entwickeln. Es gibt aber noch eine dritte Gruppe. Diese haben ihre Entwicklung beendet, sie sind frei und durch nichts gezwungen, wieder auf die Erde zu kommen. Und doch kommen sie oftmals wieder, da sie es auf sich nehmen, irgendeine Krankheit, ein Leiden oder ein Gebrechen zu ertragen oder sogar zum Märtyrer zu werden, um so der Menschheit zu helfen. Nun, dieser Blindgeborene gehört dieser dritten Gruppe an. Weder er noch seine Eltern haben gesündigt. Er ist mit diesem Leiden auf die Welt gekommen, damit er durch mich geheilt werde und alle an mich glauben.“ Dadurch hat dieser Mann viele Menschen gerettet.

Und falls ihr noch nicht überzeugt seid, habe ich noch weitere Argumente. Jesus erfährt eines Tages, dass Johannes ins Gefängnis gekommen ist, und im Text heißt es dann nur: „Als Jesus von der Gefangennahme des Johannes erfuhr, zog er sich nach Galiläa zurück.“ Einige Zeit darauf wird Johannes auf Befehl des Herodes enthauptet. Nach seiner Verklärung fragen die Jünger Jesus: „Warum sagen die Schriftgelehrten, dass Elia zuvor kommen muss?“ Und Jesus antwortet: „Es ist wahr, dass Elia kommen muss und alles richten; aber ich sage euch, Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm getan, wie sie es wollten.“ Dann heißt es weiter im Text: „Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.“ Daraus geht klar hervor, dass Johannes die Wiedergeburt von Elia war. Übrigens berichten die Evangelien auch, dass ein Engel Zacharias, dem Vater von Johannes, erschien, um ihm zu verkünden, dass seine Frau Elisabeth einen Jungen zur Welt bringen würde, und er sagte: „Er wird vor Gott hergehen in Geist und Kraft des Elia.“

Schauen wir uns nun einmal das Leben des Propheten Elia an, um herauszufinden, was er getan hat, dass er enthauptet wurde, als er sich später als Johannes der Täufer wieder inkarnierte. Das ist eine sehr interessante Geschichte. Elia lebte zur Zeit des Königs Ahab. Dieser hatte Isebel geheiratet, die Tochter des Königs von Sidon, und ihretwegen betete er Baal an. Elia ging nun hin zu dem König Ahab und machte ihm Vorwürfe wegen seiner Untreue gegenüber dem Gott Israels und sagte zu ihm: „Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, es sei denn, ich sage es.“ Dann ging er auf Weisung Gottes fort und versteckte sich in den Bergen, um so den Verfolgungen des Königs zu entgehen. Nach drei Jahren hatte die Trockenheit im ganzen Land eine große Dürre hinterlassen. Das Volk litt Hunger, und Gott sandte Elia erneut zu Ahab. Sobald der König ihn erblickte, warf er ihm zornig vor, an dieser Dürre schuld zu sein. „Nein,“ entgegnete der Prophet, „die Schuld liegt bei dir, da du den Herrn verlassen hast, um dem Gott Baal zu dienen. Jetzt werden wir aber sehen, wer der wahre Gott ist. Befehle, dass alle Propheten des Baal sich auf dem Berg Karmel versammeln sollen.“ So wurden alle Propheten zusammengerufen, und Elia sprach: „Bringt nun zwei Stiere herbei. Wir wollen zwei Altare errichten, einen für Baal und einen für den Herrn. Die Propheten sollen Baal anrufen, und ich werde den Herrn anrufen. Der Gott, der durch das Feuer antwortet, ist der wahre Gott.“

Die Propheten machten den Anfang; vom Morgen bis zum Mittag riefen sie ihren Gott an: „Baal… Baal… Baal… gib uns Antwort…“ Aber es kam keine Antwort, und Elia spottete: „Ruft ein wenig lauter, damit er euch hört. Vielleicht ist er beschäftigt, oder er ist unterwegs, oder aber er schläft.“ Die Propheten riefen noch lauter, und da sie auch Magie praktizierten, machten sie sich Einschnitte am Körper, weil sie hofften, durch das ausfließende Blut Larven und Elementargeister anzuziehen, die dann Feuer an den Altar bringen sollten. Aber es geschah nichts. Darauf sprach Elia: „Das ist nun genug; man bringe mir zwölf Steine.“ Mit diesen Steinen baute er einen Altar, um den ein Graben gezogen wurde. Auf die Steine legte er Holz und auf das Holz den zerlegten Stier. Dann ließ er alles mit Wasser übergießen und füllte auch den Graben damit. Nun war alles bereit, und Elia rief den Herrn an: „Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lass heute kundwerden, dass Du Gott in Israel bist, dass ich Dein Diener bin und dass ich alles nach Deinem Wort getan habe!“ Und das Feuer fiel mit solcher Gewalt vom Himmel, dass es alles verzehrte. Es blieb weder etwas Opfertier übrig, noch vom Holz, von den Steinen oder vom Wasser. Das entsetzte Volk erkannte, dass der wahre Gott der Gott von Elia war. Darauf ließ Elia, den der Sieg wohl etwas zu stolz gemacht hatte, die vierhundertfünfzig Propheten des Baal zu einem Bach hinführen, wo er ihnen den Kopf abschlug.

Darum war damit zu rechnen, dass auch er einmal enthauptet würde. Denn es gibt ein Gesetz, das Jesus im Garten Gethsemane ausgesprochen hat, als Petrus sich auf den Diener des Kaiphas stürzte und ihm ein Ohr abschlug: „Petrus, stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“ Allerdings kann man in einem einzigen Leben nicht immer die Wahrheit dieser Worte erkennen. Denn gerade Elia, wie ist er gestorben? Nicht nur, dass er nicht umgebracht wurde, ihm wurde auch noch ein feuriger Wagen geschickt, mit dem er in den Himmel fuhr. Jedoch erhielt er die Strafe für seine Verfehlung, als er in der Person von Johannes dem Täufer wieder auf die Erde kam. Jesus wusste, wer er war und welches Schicksal ihn erwartete. Darum tat er nichts, um ihn zu retten, obwohl er über ihn Großartiges gesagt hatte: „Unter allen, die vom Weibe geboren sind, gibt es keinen, der größer ist als Johannes der Täufer.“ Er hat nichts unternommen, weil die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen musste. Nun wird es klar, warum er das Land verließ, als er von seiner Gefangennahme erfuhr. Er durfte ihn nicht retten. Gesetz ist Gesetz.

Aber schauen wir weiter. Ich werde euch nun zeigen, dass nichts, weder in der Religion noch im sonstigen Leben, ohne die Reinkarnation einen Sinn bekommt. Geht einmal hin zu Priestern und Pastoren und verlangt folgendes: „Erklären Sie mir, warum der eine Mensch reich, schön, intelligent und stark ist, warum ihm alles gelingt, was er unternimmt, und warum ein anderer krank, hässlich, arm, heruntergekommen und dumm ist.“ Sie werden euch antworten, das sei so der Wille Gottes. Bisweilen werden sie euch auch von Vorsehung und von Gnade etwas erzählen; aber das wird euch keine bessere Erklärung geben. Auf jeden Fall ist es der Wille Gottes. Analysieren wir also diese Antwort. Da Gott uns ein wenig Hirnsubstanz mitgegeben hat, lassen wir die nicht einrosten!

Demnach hat Gott also Launen; Er macht, was Ihm gerade einfällt; Er gibt den einen alles und den anderen nichts? Gut, ich verstehe, Er ist Gott, es ist so Sein Wille. Das ist großartig, ich beuge mich. Aber dann finde ich es doch unverständlich, wenn Er nachher unzufrieden, zornig und gekränkt ist, wenn diejenigen, denen Er nichts Gutes gegeben hat, Verfehlungen begehen, böse, ungläubig und kriminell sind. Da es Gott ist, der den Menschen diese Mentalität, diesen Mangel an Intelligenz oder an Herzlichkeit mitgegeben hat, warum bestraft Er sie dann? Er, der Allmächtige, konnte Er sie nicht zu gutherzigen, ehrlichen, klugen, weisen, frommen, ja, einfach zu großartigen Menschen machen? Nun ist es nicht nur Seine Schuld, wenn sie Verbrechen begehen, nein, Er bestraft sie auch noch dafür! Also, da stimmt irgendwas nicht mehr. Er besitzt alle Macht, er tut, was Er will, meinetwegen, deswegen kann man Ihm keinen Vorwurf machen. Aber warum handelt Er dann nicht konsequenter, logischer und gerechter? Dann sollte Er doch die Menschen zumindest in Ruhe lassen. Aber nein, Er wirft sie für alle Ewigkeit in die Hölle! Und auch da, meine ich, passt etwas nicht zusammen. Ich würde sagen: “Wie lange haben sie gesündigt? Dreißig Jahre, vierzig Jahre? Gut, dann sollen sie auch vierzig Jahre in der Hölle bleiben, und nicht länger. Aber für alle Ewigkeit?!…” Also wirklich, da mache ich nicht mehr mit, damit bin ich nicht einverstanden. Überlegt doch einmal. Aber die Leute wagen es nicht zu überlegen, so sehr sind sie umwölkt von dem, was ihnen beigebracht wurde. Es scheint ja bald so, als sei es ein Verbrechen zu überlegen; und wofür ist dann die Intelligenz gut? Wenn Gott sie uns schon gegeben hat, was sollen wir dann damit anfangen?

Wenn man hingegen die Reinkarnation akzeptiert, wenn man sich mit dieser Anschauung näher befasst und sie versteht, dann ändert sich alles. Gott ist wirklich der größte, edelste und gerechteste Herr des Universums, und wir begreifen, dass es unser Fehler ist, falls wir arm, dumm und unglücklich sind, weil wir es nicht verstanden haben, alles, was Er uns ursprünglich mitgegeben hat, gut zu nutzen. Wir wollten kostspielige Erfahrungen machen. Und da Er, der Herr, großmütig und tolerant ist, hat Er uns gewähren lassen und sich gesagt: “Nun gut, sie werden leiden und sich den Kopf einrennen, aber das macht nichts. Ich werde ihnen weiterhin meine Schätze und meine Liebe schenken… und sie haben ja noch viele Inkarnationen vor sich.” Also hat Er uns die Freiheit gelassen; und wenn uns Übles widerfährt, so ist es unsere eigene Schuld.[1] Warum hat die Kirche alle Verantwortung für unser Schicksal auf den Herrn abgewälzt? Nun werdet ihr sagen: “Aber das hat sie doch gar nicht gemacht. Sie hat doch nur den Glauben an die Reinkarnation abgeschafft.” Wenn man darüber nachdenkt, läuft das aber doch eigentlich auf das gleiche hinaus.

Bis ins vierte Jahrhundert hinein glaubten die Christen an die Reinkarnation, so wie die Juden, die Ägypter, die Hindus, die Tibeter usw. Aber wahrscheinlich haben sich die Kirchenväter gesagt, dass dieser Glaube die Dinge nur in die Länge ziehen würde, denn damit hätten die Leute es wohl nicht eilig, sich zu bessern. Und indem sie nun den Glauben an die Reinkarnation abschafften, wollten sie die Menschen antreiben, die Vollkommenheit in einem einzigen Leben anzustreben. Im übrigen hat sich die Kirche dann nach und nach derart schreckliche Dinge einfallen lassen, um die Menschen einzuschüchtern, dass man im Mittelalter nur noch an den Teufel, die Hölle und die ewige Verdammnis glaubte. Die Kirche hat also den Glauben an die Reinkarnation abgeschafft, weil sie meinte, sie könnte die Menschen auf diese Weise dazu bewegen, sich schneller zu bessern. Aber diese haben sich nicht nur keineswegs gebessert, sie sind sogar schlimmer geworden… und dazu auch noch unwissender! Darum muss man diesen Glauben nun wieder annehmen, denn sonst stimmt einfach nichts. Das Leben hat sonst keinen Sinn, der Herr ist ein Ungeheuer usw…

Die Frage der Reinkarnation ist bereits sehr ernsthaft untersucht worden. Darum brauche ich mich hier nicht eingehender damit zu befassen. Es gibt genügend Bücher zu diesem Thema; man denke nur an die Art und Weise, wie die Tibeter den Dalai Lama herausfinden. Ich will euch nur noch von einem besonderen Fall erzählen, den ich in Bulgarien erlebt habe. In der Bruderschaft in Sofia war ein Elternpaar eines Tages sehr bestürzt, weil ihr Kind so unverständliche Dinge redete. Sie erzählten, dass sie es einmal auf einem Spaziergang zu einem Ort mitgenommen hatten, den es zuvor noch nie gesehen hatte. Und dort rief es aus: „Oh, ich kenne diesen Ort; ich bin schon einmal hier hergekommen.“ Es konnte sogar die Umgebung beschreiben, und alles stimmte überein. Dabei war es doch ein Ort, wo es noch nie hingekommen war. (Die Eltern wussten allerdings, dass ihr erstes Kind hier hingegangen war). „Erinnert ihr euch nicht? Auf dem Schulweg habe ich mich hier versteckt… und dort drüben im Fluss bin ich ertrunken.“ Das war tatsächlich der Ort, an dem ihr ersten Kind ertrunken war, aber dieses wusste nichts davon; niemand hatte ihm jemals etwas darüber gesagt. Dies war also ihr erstes Kind, das sich wieder in der gleichen Familie inkarniert hatte. So etwas ist sehr selten, aber es kann vorkommen. Bis zu ihrem siebten Lebensjahr kann man Kinder über solche Dinge befragen; sie erinnern sich an vieles. Anstatt ihnen jedoch zuzuhören, gibt es Mütter, die ihnen einen Klaps geben und sagen: „Du erzählst Unfug, sei still.“ Das machen sie einmal, zweimal, dreimal… und auf die Dauer wagen es die Kinder nicht mehr, noch etwas zu erzählen.

Ich habe euch nun gezeigt, dass bestimmte Passagen der Evangelien, obwohl das Wort „Reinkarnation“ darin nicht geschrieben steht, doch deutlich machen, dass der Glaube daran zur Überlieferung gehörte. Dazu kann ich euch ein weiteres Beispiel geben. In einem Abschnitt sagt Jesus: „Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie der Vater im Himmel vollkommen ist.“ Was soll man von diesem Satz halten? Entweder sagt Jesus das ganz unüberlegt, wenn er von so unvollkommenen Menschen verlangt, sie sollen in einigen Jahren die Vollkommenheit des himmlischen Vaters erlangen, oder aber er ist sich über Seine Größe überhaupt nicht im klaren und bildet sich ein, dass es ganz einfach sei, so zu werden wie Er. In beiden Fällen spricht das nicht für Jesus. In Wirklichkeit schließt jedoch dieser Satz die Reinkarnation mit ein. Jesus meinte nicht, der Mensch könne in einem einzigen Leben vollkommen werden. Aber er wusste, dass man durch den beständigen Wunsch und ständiges Bemühen nach vielen Inkarnationen schließlich das Ziel erreichen würde.

Und was hat Moses zu Beginn der Schöpfungsgeschichte geschrieben, dort wo von der Erschaffung des Menschen die Rede ist? „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel im Himmel und über das Vieh… Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf Er ihn.“ Und was ist aus dieser Übereinstimmung nun geworden? Gewiss hatte Gott die Absicht, den Menschen nach Seinem Bilde und Ihm gleich zu erschaffen, also ebenso vollkommen wie Er selbst es ist; aber Er hat es nicht getan. Er hat ihn lediglich nach Seinem Bild erschaffen, mit den gleichen Anlagen, ohne ihm jedoch die Fähigkeiten voll entwickelt zu geben, also ohne die völlige Übereinstimmung.

Schaut euch eine Eichel an. Sie ist nach dem Bild ihres Vaters, der Eiche, geschaffen; das heißt, sie birgt die gleichen Anlagen in sich. Jedoch gleicht sie der Eiche nicht; sie ist noch nicht genau wie diese, sondern sie wird erst so, wenn sie in den Boden gesteckt wird. Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen; das heißt, er besitzt Weisheit, Liebe und Kraft, jedoch in welch geringem Maß im Vergleich zur Weisheit, Liebe und Kraft des Schöpfers. Wenn er sich dann aber entwickelt, wird er mit der Zeit Ihm immer ähnlicher bis er Ihm dann eines Tages gleicht; dann wird er Seine Tugenden voll entwickelt besitzen. Ihr seht also, dass die Entwicklung vom Abbild bis hin zur völligen Übereinstimmung den Gedanken der Reinkarnation mit einschließt. Gott sprach: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei“, aber Er hat es nicht völlig getan. „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf Er ihn.“ Darin, dass im nachfolgenden Satz der Teil „…das uns gleich sei“ weggelassen ist, während das Wort „Bild“ wiederholt wird, hat Moses den Gedanken der Reinkarnation versteckt.

Aber die Leute verstehen es nicht, die Bücher zu lesen… und noch viel weniger das große Buch der lebendigen Natur, in welches ebenso die Reinkarnation eingeschrieben ist. Nehmen wir einmal das Bild eines Baumes. Allein die Kabbalisten haben das Bild des Baumes wirklich verstanden; und sie haben daraus eine Symbol für das Universum gemacht. Alle Geschöpfe finden irgendwo in diesem Baum ihren Platz, sei es als Wurzeln, Rinde, Blätter, Blüten oder Früchte. Nach ihrem sehr tiefen Wissen hat alles, was lebt, auch alle Tätigkeiten und alle Regionen, seinen Platz im Baum des Lebens. In den verschiedenen Jahreszeiten fallen die Blätter, die Blüten und die Früchte vom Baum. Diese zersetzen sich, sie werden zu Dünger und werden dann über die Wurzeln wieder aufgenommen. Das gleiche gilt für alle Lebewesen. Wenn ein Mensch stirbt, wird er über die Wurzeln des kosmischen Baumes wieder in diesen aufgenommen. Bald erscheint er jedoch wieder in neuer Gestalt, als Zweig, Blüte oder Blatt… Nichts geht verloren; unaufhörlich verschwinden die Wesen und erscheinen von neuem auf diesem großartigen Baum, dem Baum des Lebens.

Ihr seht, das Prinzip der Reinkarnation trifft man überall an. Wo denn noch? Im Wasserkreislauf der Natur. Das Wasser der Meere verdampft und steigt in die Luft. Dann fällt es woanders als Schnee oder Regen wieder herab und kehrt schließlich zum Meer zurück. Der Wassertropfen verschwindet nicht einfach; er unternimmt eine große Reise, um die Welt zu erforschen. Zuerst steigt er gen Himmel, fällt wieder herab auf die Berge, fließt in die Täler, sickert bis in tiefliegende Erdschichten hinab und nimmt dabei die verschiedensten Färbungen an, gelb, rot oder grün… Das Wasser steigt also auf und kommt dann wieder herab; auch daran lässt sich das Gesetz der Reinkarnation ablesen. So wie der Wassertropfen unternimmt jedes geistige Wesen eine Reise, um dadurch Erfahrungen zu sammeln und der Vollkommenheit zuzustreben.

Wollt ihr ein weiteres Argument hören? Nun, gut. Wenn ihr abends schlafen geht, legt ihr eure Kleider ab. Ein Kleidungsstück nach dem anderen zieht ihr aus: Jacke, Hemd, Unterhemd… Das Schlafengehen am Abend ist ein Symbol für den Tod. Die Kleidung, die ihr ablegt, stellt die verschiedenen Körper dar, von denen ihr euch nach und nach befreien müsst, zuerst einmal vom physischen Körper, dann, einige Zeit darauf, nach vielleicht ein oder zwei Wochen vom Ätherkörper. Danach kommt der Astralkörper; das dauert sehr viel länger, denn auf der Astralebene befinden sich die Leidenschaften, die Begierden und die niederen Empfindungen. Genau das ist die Hölle, die Astralebene und die niedere Mentalebene, wo man einige Zeit zubringen muss, um sich zu läutern… Danach befreit ihr euch vom Mentalkörper, und dort beginnt das Paradies mit dem ersten, zweiten, dritten Himmel usw. Der Überlieferung zufolge gibt es sieben. Erst wenn man alles völlig abgelegt hat, betritt man ganz nackt den siebten Himmel, „völlig nackt“, das heißt geläutert, ohne Dinge, die einem noch anhaften.

Der Morgen entspricht der Rückkehr des Menschen auf die Erde, der Geburt des Kindes. Man zieht sich wieder an: Unterhemd, Hemd usw. Wenn das Kind auf die Erde kommt umhüllt es sich zuerst mit den feinstofflichen Körpern, dem Atman-, Buddha- und Kausalkörper, dann mit dem Mental-, Astral- und Ätherkörper und schließlich schlüpft es in den physischen Körper. Ihr seht, jeden Abend zieht man sich aus, und jeden Morgen kleidet man sich wieder an. Das geht jahrein, jahraus immer weiter so, und doch wurde nie über diese Handgriffe nachgedacht noch erkannt, dass sie dem Prozess der Einverleibung und dem Verlassen des Körpers, also Geburt und Tod entsprechen. Verstände man es hingegen, die alltäglichen Handlungen, all die Handgriffe, Tätigkeiten und Verhaltensweisen zu deuten, ebenso wie den Verdauungsvorgang, die Atmung usw., dann würde man enorme Entdeckungen machen. Denn alle Geheimnisse des Universums spiegeln sich in unseren Gesten, Worten und Alltagshandlungen wider. Um sie allerdings richtig auszulegen, muss man an einer Einweihungsschule unterrichtet worden sein.

Bevor so manch einer an die Reinkarnation glaubt, wartet er ab, bis die Kirche diese offiziell anerkennt. Aber wann wird sie das tun? Schon oft hatte ich Gelegenheit, mit Vertretern der Kirche zu sprechen. Und ich habe festgestellt, dass viele von ihnen an die Reinkarnationslehre glauben. Nur wagen sie es aus Angst vor Schwierigkeiten nicht, darüber zu sprechen. Ich sage euch auf jeden Fall, solange ihr die Reinkarnationslehre nicht akzeptiert, werdet ihr niemals Klarheit bekommen über eure Situation und über die Geschehnisse in eurem Leben (warum man euch verfolgt und schlecht behandelt oder warum ihr immer wieder Hilfe und Unterstützung findet), noch darüber, wie ihr euch auf das nächste Leben vorbereiten müsst. Und wenn man die Wahrheit nicht kennt, welchen Weg soll man dann nehmen?…

[1]Siehe Band 3 der Reihe Gesamtwerke »Die beiden Bäume im Paradies«, Kapitel 9, Teil 3: »Die Heimkehr des verlorenen Sohnes«.

Welttag des Buches 2015

Welttag des Buches 2015

Welttag des Buches 2015

Auch dieses Jahr sind wir wieder am „Welttag des Buches“ mit einer Verlosung dabei!

Im Jahre 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum Welttag des Buches. An diesem Tag soll das Buch gefeiert werden, das Lesen und die Rechte der Autoren. Dabei wurde der 23. April nicht ganz zufällig ausgesucht: es ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes, und der Namenstag des Heiligen St. Georg.

Grund genug für uns, dieses Jahr drei Bücher zu verlosen. Ab dem 23. April 2015 kann Jeder/Jede durch eine einfache und kommentarlose E-Mail an unsere Verlosungs-Adresse teilnehmen. Das Verlosungsende ist der 30. April 2015 um 23:59 Uhr. Wir werden wie letztes Jahr – in einer feierlichen Ziehung – die drei Gewinner ermitteln und die Bücher verteilen.

Den Gewinnern werden dieses Jahr wahre Schätze zufallen. Wir haben uns entschieden, zwei Bildbände und ein Exemplar der diesjährigen „Gedanken für den Tag“ zur Verlosung bereitzustellen. Mehr zu den Büchern gibt es in einem der kommenden Blog-Artikel. Die Verlosungs-E-Mail-Adresse werden wir wie gehabt zum 23. April freischalten und hier im Blog ganz zuoberst und ganz groß bekanntgeben. Einfach draufdrücken und abschicken oder von Hand eine Mail an diese Adresse schreiben.

Wir freuen uns auf Euch!

Regelmäßige „Geplante Wartungsarbeiten“

Regelmäßige "Geplante Wartungsarbeiten"

Regelmäßige „Geplante Wartungsarbeiten“

Liebe Freunde des Verlags, liebe Interessierte, liebe Kunden,

die Umstellung unserer Webseite von „Joomla“ auf „WordPress“ und vor allem die Erneuerung unserer Shopsoftware hat sehr viele Vorteile gebracht. Nicht nur, dass für uns komplette Arbeitsabläufe intelligent rationalisiert werden konnten, wie z. B. das Anlegen eines neuen Produktes oder das Schreiben eines neuen Beitrages im Blog, sondern auch für Sie, z. B. die Annehmlichkeit für das Auge mit dem aufgeräumten Aussehen der gesamten Webseite und der intuitive Ablauf der Bestellung im Shop.

Uns haben einige sehr euphorische Lobe erreicht, dazu ein paar Anmerkungen, was besser zu machen wäre – aber keine einzige enttäuschte Kritik. Herzlichen Dank dafür!

Wir müssen natürlich trotzdem oder gerade deshalb ständig an der Webseite weiterarbeiten. Das System „WordPress“ hat laufend Aktualisierungen und ebenso die sog. Plugins, also Zusatzsoftware, wie z. B. „WooCommerce“, unser Shopsystem.

Wir haben uns entschieden, den Donnerstag in der Woche, als Prosveta WordPress Update-Tag zu deklarieren. Sollten also Aktualisierungen an der Webseite zu machen sein, werden wir diese jeden Donnerstag zwischen 15:00 und 16:00 Uhr ausführen. Die Aktualisierungen dauern in der Regel kaum länger als ein, zwei Minuten. Im Idealfall bekommen Sie davon überhaupt nichts mit.

Da WordPress die Seite aber für die Dauer der Aktualisierung einfriert, das System also anhält, wird in Zukunft ein ganzformatiges Bild erscheinen, das auf die kurze Unterbrechung hinweist. Wenn Sie also dieses Bild auf dem Bildschirm haben, drücken Sie bitte nach kurzer Wartezeit die Taste F5. Das lädt die Seite neu und sobald die Aktualisierungen vorbei sind, geht es für Sie an genau der Stelle weiter, an der Sie waren, bevor das Wartungsarbeiten-Bild eingeblendet wurde.

Nochmals vielen Dank für die positiven Rückmeldungen. Wir sind für jede Anmerkung und Kritik dankbar!

Neue Bezahl-Möglichkeiten: „Sofort Überweisung“ und „PayPal“

Neue Bezahl-Möglichkeiten: "Sofort Überweisung" und "PayPal"

Neue Bezahl-Möglichkeiten: „Sofort Überweisung“ und „PayPal“

Mit der Onlinestellung unserer neuen Seiten haben wir auch zwei alternative Bezahlmethoden für Sie eingerichtet: SOFORT Überweisung und PayPal.

Beide Methoden erlauben Ihnen, den fälligen Rechnungsbetrag Ihrer Bestellung sofort an uns zu bezahlen um später keine manuelle Überweisung mehr machen zu müssen. Wie erwartet, hat sich PayPal zur bevorzugten Bezahlmethode entwickelt, was nicht verwundert, denn PayPal ist die mit am meisten verbreitete Online-Bezahlmethode der Welt.

SOFORT Überweisung wie auch PayPal zählen zu den sicheren Bezahlmethoden, denn die eingegebenen Informationen werden verschlüsselt. Sie sind also während des Bezahlvorgangs vor Betrug und Trickserei geschützt. Bitte informieren Sie sich auch gern auf den Hilfe-Seiten der beiden Anbietern:

Der eigentliche Betrug und Missbrauch dieser beiden Bezahlmethoden geschieht außerhalb Ihres Online-Einkaufs: Die Cyber-Kriminellen verschicken oft täuschend echt aussehende E-Mails und Benachrichtigungen, sog. Spoof- und Phishing-Mails. In diesen werden Sie aufgefordert, Ihre Daten zur Überprüfung zu verifizieren und neu einzugeben. Auf diesem Weg bekommen die Kriminellen Ihre Zugangsdaten und können ungehindert auf Ihren Account zugreifen.

BITTE REAGIEREN SIE DESHALB NIEMALS AUF SOLCHE EMAILS, DIE SIE AUFFORDERN, DATEN ZU VERIFIZIEREN ODER ZU ÜBERPRÜFEN. HABEN SIE DIE ÜBERWEISUNG ODER DEN GELDTRANSFER WÄHREND IHRES EINKAUFS ERFOLGREICH ABGESCHLOSSEN, KÖNNEN SIE IN DER REGEL DAVON AUSGEHEN, DASS ALLES IN ORDNUNG WAR. EINE WEITERE AKTION IHRERSEITS IST NICHT NÖTIG.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an uns oder Ihre Bank, um zu klären, ob der Betrag überwiesen wurde.

Neuerscheinung 2014 „Gedanken für den Tag – Ausgabe 2015“

Neuerscheinung 2014 "Gedanken für den Tag - Ausgabe 2015"

Neuerscheinung 2014 „Gedanken für den Tag – Ausgabe 2015“

Leseprobe zur diesjährigen Neuerscheinung der „Gedanken für den Tag – Ausgabe 2015“

Mit der Ausgabe 2015 gibt es eine Besonderheit: Die Tagesgedanken stammen aus dem Band 19 der Buchreihe „Gesamtwerke“. Dieser Band ist bisher nicht in deutscher Sprache erschienen und wird auch in Zukunft nicht als Teil der Reihe „Gesamtwerke“ erscheinen. Er wurde ausgelassen, weil er nur Tagesgedanken aus dem Jahr 1985 enthält. Da diese bisher nicht in deutscher Sprache erschienen, werden sie der Inhalt des Tagesgedanken-Buches für das Jahr 2015 sein. Nachstehend finden Sie die ersten 15 Tage als Leseprobe.

 

1. Januar

Heute beginnt ein neues Jahr. Und da die ersten zwölf Tage eines Jahres mit den zwölf kommenden Monaten verbunden sind, solltet ihr euch bemühen, sie so gut wie möglich zu leben, damit das gesamte Jahr eine solide Grundlage erhält. Sagt euch, dass keiner eurer Gedanken, keines eurer Gefühle und keiner eurer Wünsche ohne Folgen bleiben: Sie sind wie Samen, die ihr in der Erde eurer Seele aussät und die aufgehen werden. Es ist die Aufgabe der Erde, das Wachstum der Samen zu begünstigen. Sobald sie gesät sind, wird sie sie ernähren und Wasser, Luft und Sonnenlicht werden ebenfalls zu ihrer Entwicklung beitragen. Seid also achtsam, denn, wer aus Nachlässigkeit oder schlechter Absicht Brennnesseln oder Disteln in seiner inneren Erde sät, darf nicht erwarten, dass dort Weizen wachsen wird.

Die Samen, die ihr an diesem ersten Tag des Jahres sät, können auch Worte wie »Freude«, »Licht«, »Frieden«, »Liebe«, »Hoffnung« usw. sein. Lasst ihren Sinn gut in euch eindringen und legt sie in die Tiefen eurer Seele hinein. Wacht über sie, dann werdet ihr fühlen, wie sie nach und nach in euch eine Arbeit des Keimens bewerkstelligen. Auf diese Weise werdet ihr während des gesamten Jahres von fruchtbaren Feldern und blühenden Gärten umgeben sein.

 

2. Januar

Denkt jeden Morgen beim Erwachen und mehrmals während des Tages an die Universalseele wie an eine Stimmgabel, auf die ihr euch einstimmen sollt. Auf diese Weise tretet ihr nach und nach in die kosmische Harmonie ein. Stellt euch vor, ihr wäret ein Musikinstrument und hättet eine große Arbeit der Anpassung auszuführen, damit ihr auch zu einem gut gestimmten Instrument werdet.

Ihr sagt: »Ein Musikinstrument?« Ja, zum Beispiel eine Geige, denn bei diesem Instrument kann man die Parallelen zum Menschen besonders gut entdecken. Auf dem hölzernen Korpus, der den physischen Körper darstellt, sind vier Saiten gespannt: G entspricht dem Herzen, D dem Verstand, A der Seele und E dem Geist. Der Bogen, der in ständiger Bewegung ist, um diese vier Saiten zum Schwingen zu bringen, repräsentiert den Willen. Die Geige kann nur dann harmonische Klänge erzeugen, wenn sie gestimmt ist. Deswegen beginnt der Geiger niemals zu spielen, bevor er nicht sein Instrument gestimmt hat. Wir sollten, genau wie er, nicht mit dem »Spielen« beginnen, bevor wir nicht unser Herz, unseren Verstand, unsere Seele und unseren Geist aufeinander eingestimmt haben, und wir müssen während des Tages darüber wachen, dass diese »Saiten« ihre Spannung behalten.

 

3. Januar

Erde – alle Elemente, die sie enthält, haben ihren Ursprung in der Sonne, wo wir sie im feinstofflichen Zustand finden können.

Alles, was auf der Erde existiert, existierte zuerst in einem ätherischen Zustand in der Sonne. Die vier Elemente haben sich nämlich durch sukzessives Kondensieren gebildet. Am Anfang war das Feuer. Von diesem Feuer ausgehend bildete sich die Luft, von der Luft ausgehend das Wasser und vom Wasser ausgehend die Erde. Nun ist die Sonne eine von zahlreichen Formen des Feuers und daher befinden sich in ihr, in feinstofflicher Form, alle Elemente, die unsere Erde und die anderen Planeten gebildet haben. Dadurch, dass sie sich von der Sonne entfernten, kondensierten sie.

Alles, was auf der Erde an mineralischen oder pflanzlichen Substanzen existiert, existiert also bereits im feinstofflichen, ätherischen Zustand in der Sonne. Wir müssen jetzt herausfinden, wie wir alle Substanzen, die wir für unsere körperliche, seelische und geistige Entfaltung benötigen, in ihrer ursprünglichen Reinheit auffangen können, indem wir uns auf die Sonne konzentrieren. Wer sie ausschließlich unten, auf der physischen Ebene sucht, ohne sich auch nur im Geringsten darum zu bemühen, sich zu erheben, der gewinnt nichts auf der spirituellen Ebene. Führt er aber mit Hilfe der Gedanken eine Arbeit aus, um diese Elemente an ihrer Quelle zu holen, dann wird er die Nahrung der Götter empfangen: Ambrosia.

 

4. Januar

Wir gehören zu einer riesigen, nicht nur auf der ganzen Erdoberfläche, sondern auch auf anderen Planeten und Sternen, verteilten Familie. Jeden Tag schickt die göttliche Welt allen Mitgliedern dieser Familie Botschaften. Aber diese Botschaften sind nicht wie die Zeitungen oder Prospekte, die die Menschen in ihren Briefkästen finden und in den Papierkorb werfen, nachdem sie sie nur kurz überflogen haben. Sie müssen sie aufmerksam lesen, um in ihnen Hinweise für den Tag, Inspirationen und Nahrung zu finden.

Jeder Mensch gehört von Natur aus der großen universellen Familie an. Aber um wirklich ein Teil von ihr zu werden, muss der Mensch dies bewusst wollen. So wie ihr auf der Erde zu einer Familie gehört, weil ihr einen Vater und eine Mutter habt, haben euch auf der geistigen Ebene die Kräfte des Geistes – eures Vaters – und der Seele – eurer Mutter – geboren, und ihr solltet eure Verbindungen mit ihnen vertiefen, damit sie euch auch weiterhin ernähren und formen.

 

5. Januar

Die Liebe besteht aus Austausch. Nun besteht aber der Austausch zwischen den Menschen nicht ausschließlich darin, dass sie einander auf der physischen Ebene begegnen. Sie können sich auch auf Entfernung durch Worte, Blicke und Gedanken treffen, ohne einander zu berühren, und sogar ohne einander zu sehen. Und dieser Austausch ist auch nicht auf das beschränkt, was Menschen untereinander tun können. Wenn ihr also den Mann oder die Frau, die euch so stark inspirieren, um euch verbinden zu wollen, noch nicht gefunden habt, so ist dies kein Grund, euch alleine und ohne Liebe zu fühlen.

Die Liebe ist eine kosmische Energie, die überall im Universum kreist. Deswegen könnt ihr sie in den Steinen, Pflanzen, Tieren… und auch im Wasser, in der Luft, in der Sonne und in den Sternen finden. Ja, warum solltet ihr leiden, nur weil ihr keinen Mann oder keine Frau in den Armen halten könnt? Nicht der Körper, nicht das Fleisch wird euch die Liebe geben, weil die Liebe dort nicht zu finden ist. Die Liebe kann sich des physischen Körpers als Überträger bedienen, aber sie selbst ist woanders, sie ist überall. Sie ist ein Licht, ein Nektar, eine Himmelsspeise, die den Raum erfüllt.

 

 

6. Januar

Versucht, euch der Verbindungen bewusst zu werden, die euch nicht nur mit den Mitgliedern eurer Familie, sondern auch mit der gesamten Gesellschaft vereinen. Welcher Natur sind diese Verbindungen? Jedes Mal, wenn ihr einen Fortschritt macht, beeinflussen die Reichtümer und Lichter, die ihr erhaltet, alle Personen, mit denen ihr nah und fern verbunden seid. Wegen eures Fortschrittes, schreiten auch sie voran. Vielleicht bemerken sie es nicht, aber in Wirklichkeit kommen sie dank euch weiter. Das Gleiche gilt, wenn ihr anfangt, euch gehenzulassen, euch zu verdunkeln: Eure Familie und die Gesellschaft, die mit euch verbunden sind, erhalten wegen euch schlechte Einflüsse. Auf diese Weise zieht ihr die Menschen mit zum Licht oder mit in die Dunkelheit. Ihr seht, wie weit eure Verantwortung reicht.

Wollt ihr nützlich sein, der gesamten Menschheit und sogar den Tieren, Pflanzen und Steinen helfen? Dann bemüht euch täglich, euer Leben reiner, reicher und lichtvoller zu machen, weil ihr dadurch ganz sachte und unbemerkt die gesamte Schöpfung nach oben mitzieht. Und wenn sie sehen, dass ihr Segen für alle Menschen heranzieht, werden die Wesen der unsichtbaren Welt kommen und euch belohnen.

 

7. Januar

Die zwölf Tierkreiskonstellationen sind wie zwölf Pforten in unserem Universum, dem Sonnensystem. Diese zwölf Pforten finden sich in unserem physischen Körper wieder: die Augen, die Ohren, der Mund, die Nasenlöcher, die Brüste, der Nabel und die beiden unteren Öffnungen sind ebenfalls Pforten. Genau wie die Pforten des Tierkreises einen Durchgangsort für die kosmischen Einflüsse darstellen, sind die zwölf Pforten unseres Körpers Öffnungen für spirituelle Kräfte und Wesenheiten.

Für denjenigen, der in seinem Inneren eine echte Reinigungsarbeit geleistet hat, dienen die Pforten seines Körpers dazu, mit den feinstofflichen und lichtvollen Elementen des Raumes in Verbindung zu treten. Deswegen überliefert die Einweihungstradition, dass neben jeder Pforte ein Engel steht. Ein Engel ist reine Energie, und dieser Engel, der segensreiche Einflüsse anzieht, verwandelt auch die negativen Ströme, welche einzudringen versuchen. Engel wachen über die Pforten all jener, die daran gearbeitet haben, aus ihrem Wesen ein Tabernakel des lebendigen Gottes zu machen.

 

8. Januar

Die Edelsteine gehören zum Erdelement. Sie sind das Produkt einer großen Arbeit, zu deren Verwirklichung die Erde fähig ist, und wurden deshalb als Symbole jener Tugenden gewählt, die der Mensch erlangen kann, wenn er lernt, an seiner eigenen Materie zu arbeiten.

Der Brauch, auf die Kleidung der Priester und die Krone der Könige Edelsteine zu setzen, kommt aus der Kenntnis dieser Symbolik. Sie repräsentieren die Eigenschaften und Tugenden, die diese Menschen besitzen müssen, um ihre Aufgabe würdig auszuüben. Jeder Tugend entspricht ein Stein: der Weisheit der Topas, dem Frieden und der Harmonie der Saphir, der Liebe der Rubin usw. Wir werden jetzt nicht zu genau nachschauen, ob diese hochstehenden Persönlichkeiten es verdienen, solche Schätze zu tragen, denn was zählt, ist die Symbolik. Und wenn die Könige der Erde, die Päpste und Kardinäle auf ihren Köpfen Edelsteinschmuck tragen, so deshalb, weil auf der Krone des Herren der Schöpfung Edelsteine angebracht sind. Diese Edelsteine sind die Engel, die Erzengel und die Gottheiten.

 

9. Januar

Das tägliche Leben ist wie ein Strom, der euch fortträgt, ohne dass ihr immer die Zeit und Möglichkeit habt, euch darüber klar zu werden, in welche Richtung er euch mitreißt. Deswegen lasst ihr euch ständig von allen denkbaren Aktivitäten und Verpflichtungen einfangen, die euch im Moment nützlich und vernünftig erscheinen. Aber nach einiger Zeit bemerkt ihr, dass ihr viel Zeit und Energie für nur wenige Resultate verloren habt. Dies soll nicht heißen, dass ihr euch ausschließlich spirituellen Arbeiten widmen müsst. In Wirklichkeit kann jede Aktivität segensreich sein, aber unter der Bedingung, dass ihr gut darauf achtet, mit einem hohen Ideal, einer göttlichen Philosophie verbunden zu bleiben.

Wenn ihr eines Tages gelernt haben werdet, in eurem Inneren um jene Mitte, die euer Geist ist, etwas Festes, Beständiges aufzubauen, dann werden alle eure Aktivitäten, sogar die Vergnügungen, dazu beitragen, das Leben in euch zu nähren. Der Geist, der einen Menschen bewohnt, ist nicht ablehnend gegenüber seiner Leber, seinem Darm oder seinen Füßen, nur weil sie nicht so edel sind wie er. Alles ist an seinem Platz und der Geist bedient sich aller Dinge, aber er bleibt im Zentrum. Eben gerade weil der Geist im Zentrum bleibt, ist dieser Mensch lebendig.

 

10. Januar

Wenn wir das Bedürfnis verspüren, mit der Universalseele zu verschmelzen, dann wenden wir ganz spontan unseren Blick auf weite Räume und die Unendlichkeit des Himmels. Aber wenn wir in diesem Zustand der Ausdehnung verharren würden, könnten wir auf der Erde nichts verwirklichen. Um handeln zu können, muss man das Gesetz der Konzentration anwenden. Wir brauchen große Weiten, um uns zu entfalten, und danach müssen wir uns wieder zurückziehen und konzentrieren, um Kräfte zu sammeln und eine Handlung auszuführen.

Ausdehnung und Konzentration entsprechen zwei astrologischen Zeichen: dem Löwen, einem Feuerzeichen, und dem Steinbock, einem Erdzeichen. Der Löwe ist ein Zeichen, das nach außen geht, er strahlt und verbraucht. Der Steinbock hingegen ist ein nach innen gehendes Zeichen, das sammelt und kondensiert. Unter seinem Einfluss, zwischen den Monaten Dezember und Januar, konzentriert die Erde die Energien in den Wurzeln der Bäume, um die Explosion der Monate Juli und August vorzubereiten, in denen, unter dem Einfluss des Löwen, eine Fülle von Früchten reift.

 

11. Januar

Nichts ist wichtiger, als jeden neu beginnenden Tag mit Dankbarkeit zu empfangen, und sich vorzunehmen, diesen Tag mit Liebe zu leben. Und was bedeutet, mit Liebe leben? Ganz einfach, mit Liebe atmen, essen, gehen, sehen und hören. Ihr glaubt, dies alles zu wissen? Nein, ihr wisst es nicht.

Mit Liebe zu leben bedeutet, sich bis zu jenem Bewusstseinszustand zu erheben, der eure Gedanken, eure Gefühle, eure Handlungen harmonisiert und euch im Gleichgewicht hält. Und dieser Bewusstseinszustand wird zu einer Quelle der Freude, der Kraft und der Gesundheit, nicht nur für euch, sondern für alle Geschöpfe, denen ihr begegnet. Wenn ihr einmal wirklich mit eurem ganzen Wesen zu verstehen beginnt, was es bedeutet, mit Liebe zu leben, dann wird dadurch euer ganzes Leben verwandelt. Die Liebe wird unablässig in euch hervorströmen, sogar wenn ihr schlaft. Ja, sogar während eures Schlafes.

 

12. Januar

Jede Religion hat einen speziell für den Gottesdienst reservierten Tag: Für die Christen ist es der Sonntag, für die Juden der Samstag, für die Moslems der Freitag… Aber in den Augen des Schöpfers von Himmel und Erde sind alle Tage heilig. Alle Tage: Freitag, Samstag, Sonntag aber auch Montag und Dienstag usw. sind da, um Seinen Namen zu heiligen und Gutes zu tun. Sonst macht das keinen Sinn. Sechs Tage lang wird man seelenruhig die Gesetze übertreten, und am siebten geht man in die Kirche, Moschee oder Synagoge, um zu versuchen, die während der sechs Tage begangenen Fehler auszulöschen! In welchem Zustand erscheint jemand vor dem Herrn, der sechs Tage auf unbewusste und triviale Weise gelebt hat? Wird Gott diese Scheinheiligkeit schätzen? Vor allem aber bringt ihm selbst diese Haltung nichts.

Man darf sich keinen Illusionen hingeben: Ein Tag pro Woche reicht nicht aus, um auf dem Weg der Weisheit, der Liebe und der Reinheit vorwärtszukommen. Und davon abgesehen, hängt das, was man am siebten Tag erlebt, von der Art und Weise ab, wie man die anderen sechs Tage gelebt hat. Man muss sich also täglich – den ganzen Tag und die ganze Nacht – bemühen, in der Kirche Gottes zu sein, und die ganze Schöpfung ist die Kirche Gottes.

 

13. Januar

An mehreren Stellen der Bibel ist die Rede von einem Buch, welches »Buch des Lebens« genannt wird. In diesem Buch des Lebens, das natürlich ein Symbol ist, stehen Namen geschrieben. Ihr fragt euch, woher ihr wisst, ob euer Name in diesem Buch geschrieben steht? Das ist einfach, nämlich genauso, wie ihr wisst, ob ihr ihn in den Registern einer Organisation oder einer Verwaltung findet. Ihr hattet den Wunsch, eine Zeitung zu abonnieren, also notierte eine Sekretärin euren Namen und eure Adresse, und jetzt wirft der Briefträger jede neue Ausgabe dieser Zeitung in euren Briefkasten.

Wenn euer Name oben im Buch des Lebens geschrieben steht, ist es so wie in dem Beispiel, es ist, als hättet ihr eine Zeitung abonniert, aber eine sehr spezielle Zeitung, die sich an eure Seele, an euren Geist wendet und euch jeden Tag neues Wissen, ein besseres Verständnis der Dinge, und Hilfe in Schwierigkeiten bringt. Selig sind diejenigen, deren Name im Buch des Lebens geschrieben steht! Macht, Reichtum, Ruhm… alles verblasst daneben.

 

14. Januar

Selbst wenn sie sich täglich begegnen und leider auch wenn sie zusammenleben, werfen die Menschen nur einen oberflächlichen Blick auf die anderen. Sie befassen sich mit dem Äußeren, mit der Erscheinung, und das Äußere ist oft nichts Besonderes. Sie vergessen, dass es jenseits dieser äußeren Erscheinung auch eine Seele, einen Geist gibt, und selbst wenn diese Seele und dieser Geist sich nur selten und schwach ausdrücken, sind sie doch da. Warum also nicht aufmerksamer sein, um ihre Offenbarungen zu erkennen?

Ein Weiser weiß, dass alle Menschen, denen er begegnet, Söhne und Töchter Gottes sind, er beschäftigt sich mit diesem Gedanken und geht auf jeden mit diesem Gedanken zu. Selbst wenn die Menschen sich dessen nicht bewusst werden, bewirkt er damit eine schöpferische Arbeit an ihnen, die eines Tages Früchte bringen wird. Und er fühlt sich glücklich. Glaubt mir, die beste Art, den anderen nützlich zu sein ist, ihre Eigenschaften, ihre Tugenden, ihre geistigen Reichtümer zu entdecken und sich auf sie zu konzentrieren. Es erwacht dann in ihnen etwas Gutes, und sie verspüren das Bedürfnis, es weiterzuentwickeln.

 

15. Januar

Erde, Wasser, Luft und Feuer sind die Grundprinzipien der Materie, und auf sie übt unser Geist seine Wirkung aus.

Wenn man den Tierkreis studiert, der eine schematische Darstellung des Raumes ist, stellt man fest, dass die zwölf Konstellationen sich auf drei Kreuze verteilen. Es sind die Achsen Widder – Waage und Krebs – Steinbock, Löwe – Wassermann und Skorpion – Stier, Schütze – Zwillinge und Fische – Jungfrau. Auf jedem dieser Kreuze findet man die vier Elemente wieder. Feuer und Luft stellen das männliche Prinzip und Wasser und Erde das weibliche Prinzip dar (siehe Abbildung auf Seite 68).

Die beiden Prinzipien Männlich und Weiblich, welche die beiden Prinzipien der Schöpfung sind, wirken also im Universum durch die Vermittlung der vier Elemente, die symbolisch auf drei Kreuze verteilt sind. Und weil der Mensch nach dem Bilde des Universums geschaffen wurde, wirken die beiden Prinzipien Männlich und Weiblich auch in ihm durch die Vermittlung der vier Elemente.*

* Siehe auch Band 4 der Reihe Gesamtwerke »Das Senfkorn«, Kapitel 4: »Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich« oder Band 218 der Taschenbuchreihe Izvor »Die geometrischen Figuren und ihre Sprache«, Kapitel 6 »Das Kreuz«.

 

ISBN 978-3-89515-515-4
400 Seiten, 12,00 Euro

Das Buch im Shop: hier klicken

Neuerscheinung 2014 Kurzbiografie „Die schöne Geschichte von einem Meister“

Neuerscheinung 2014 Kurzbiografie „Die schöne Geschichte von einem Meister“

Leseprobe zur diesjährigen Neuerscheinung der Kurzbiografie von Marie-Louise Frenette „Die schöne Geschichte von einem Meister“

 

Allen Kindern dieser Welt

 

Das kleine Kind lächelte, als es zur Welt kam

An dem Tag, an dem Mikhaël geboren wurde, war es sehr kalt. Der Tag dämmerte am 31. Januar 1900 in dem kleinen Dorf Serbtzi im schönen Land Mazedonien. Der Himmel war noch voller Sterne und der Hahn hatte gerade eben gekräht. Die Sonne würde bald aufgehen.

Mikhaël weinte nicht bei seiner Geburt, er schrie nicht wie alle anderen Neugeborenen. Im Gegenteil, er lächelte. Er lächelte den ganzen Tag jeden an, der sich über ihn beugte. In seiner Familie jubelten alle und freuten sich über die Geburt dieses so außergewöhnlichen Kindes.

Seine Mutter Dolia wollte, dass die Taufe am gleichen Tag stattfindet. Die ganze Familie versammelte sich, der Gemeindepfarrer kam, er träufelte Weihwasser auf Mikhaëls Stirn und sprach Gebete. Dieser Pfarrer trank normalerweise nie Wein, aber heute machte er eine Ausnahme, um Mikhaëls Geburt mit der Familie zu feiern. Er hob sein Glas und sagte: »Na zdravé! – Gesundheit!« Und dann fügte er hinzu:

»Wirklich, so etwas habe ich noch nie erlebt! Dieses Kind ist ganz anders als alle anderen. Später wird es Großartiges vollbringen. Aber es wird zwischen Gut und Böse wählen müssen.«

 

Eine Bauernfamilie

Mikhaël wuchs heran. Alle, welche die Worte des Pfarrers gehört hatten, vergaßen sie wieder, aber Dolia bewahrte seine Prophezeiung in ihrem Herzen. Sie wusste, dass ihr Sohn ein außergewöhnlicher Mensch werden würde, und sie zog ihn mit größter Liebe auf.

Ihr Leben war nicht leicht, denn sie lebte über lange Zeiten getrennt von ihrem Mann Ivan. Er arbeitete im Nachbarland Bulgarien und konnte nur ab und zu für kurze Zeit nach Serbtzi zurückkommen.

Man muss wissen, dass in der Zeit von Mikhaëls Kindheit das kleine Land Mazedonien oft von den Nachbarstaaten angegriffen wurde. Banden von bewaffneten Soldaten steckten ganze Dörfer in Brand und vernichteten die Ernten. Alle diese Kriege machten die Menschen sehr arm. Die Lebensverhältnisse wurden so schwierig, dass viele Männer notgedrungen ihre Dörfer verließen, um in den Städten zu arbeiten.

Aus diesem Grund hatte sich Mikhaëls Vater entschlossen, sein Glück in Bulgarien zu versuchen. Er hatte dort ein kleines Holzkohleunternehmen gegründet, und zwar in der Stadt Varna, die an der Küste des Schwarzen Meeres lag.

Dolia litt unter dieser Trennung, aber sie wusste, dass ihr Mann sie holen würde, sobald er die nötigen Mittel hätte, um sie und Mikhaël aufzunehmen. Bis dahin lebten sie bei ihren Schwiegereltern auf einem großen Bauernhof.

Die Familie war eine große Familie mit vielen Onkeln und Tanten, die alle verheiratet waren und Kinder hatten. Mikhaël gehörte also zur »Familie der Kleinen« innerhalb der »Familie der Großen«.

Jeden Morgen gingen die Männer und Frauen auf die Felder und bauten Getreide und Gemüse an. Die Frauen blieben abwechselnd einen Tag zu Hause, um sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern und für die anderen Arbeiter das Essen zuzubereiten.

 

 Die kleinen Glücksboten

Mit vier Jahren durfte Mikhaël an einem schönen Brauch seines Landes teilnehmen: Am Neujahrsmorgen gingen die kleinen Jungen von Haus zu Haus und baten um den himmlischen Segen für die Familien. An diesem Tag wurden sie als Glücksbringer betrachtet.

Manche Dorfbewohner fühlten, dass Mikhaël etwas Besonderes, etwas Gutes, etwas Ungewöhnliches und etwas Mysteriöses an sich hatte. Dieses Kind war anders als die anderen und sie wollten mit seinem Segen das neue Jahr beginnen. Sie hofften, dass er schon ganz früh, noch vor den anderen Kindern, käme.

Seine Mutter weckte ihn deshalb in der Morgendämmerung. Sie zog ihn warm an und ließ ihn die Segenssprüche noch einmal aufsagen. Am Vortag hatte sie einen Zweig von einem bestimmten Strauch, dem Hartriegel, abgeschnitten und bunte Bänder daran befestigt. Mikhaël nahm diesen Stock in seine rechte Hand und ging mit seiner Mutter in die Kälte und den Schnee hinaus.

Das Kind tat halb schlafend sein Bestes. In jedem Haus berührte es die Leute, die sich versammelten und auf es gewartet hatten, mit seinem Stab. Es sagte mit klarer Stimme: »Gott gebe euch gute Gesundheit und reiche Ernte!«

Serbtzi war ein Bauerndorf, und diese beiden Wünsche waren für alle sehr wichtig. Die Erwachsenen dankten mit einem Apfel, einem Milchbrötchen oder mit Bonbons.

An diesem Morgen bekamen alle kleinen Glücksbringer etwas geschenkt. Am Ende ihrer Runde war der Sack, den sie hinter sich herzogen, voll mit Leckereien, die sie an diesem Neujahrstag mit ihrer ganzen Familie teilten.

 

Wozu dienen Fäden?

Eine von Mikhaëls Kusinen war in der Familie die beste Weberin. Sie stellte Kleidung, Tischdecken, Handtücher und Bettlaken her. Ihr Webstuhl stand in einem Zimmer des großen Hauses.

Die Webstube, in der Wollfäden und Baumwollfäden in allen Farben hingen, zog Mikhaël unwiderstehlich an. Aber da man ihm verboten hatte, seine Kusine während der Arbeit zu stören, blieb er bei der Tür stehen und beobachtete sie.

Sie spannte zuerst die Fäden von unten nach oben. Dann schob sie ein kleines Holzstück, das man »Schiffchen« nennt, flink von links nach rechts – und dann von rechts nach links – durch die Fäden. Nach und nach entstand durch das Kreuzen der Fäden ein schöner Stoff.

Das Kind beobachtete, wie die Hände der Weberin auf dem Webstuhl leicht hin und her flogen. Das Weben erschien ihm wie eine wahre Zauberei.

Schon mit vier Jahren war Mikhaël sich der Bedeutung der Fäden bewusst, die dazu dienten, miteinander verknüpft zu werden, um so Stoffe, Teppiche oder Kleidung herzustellen. Jedes Mal, wenn er ein Band, ein Stück Faden oder Wolle herumliegen sah, hob er es auf und steckte es in seine Tasche. Alle diese Fäden waren Schätze für ihn. Er verknüpfte sie und versuchte, sie miteinander zu verweben, genauso wie es seine Kusine machte.

Eines Tages ging Mikhaël wie gewohnt an die Tür, aber die Weberin war nicht da. Nach einer Weile entschloss er sich hineinzugehen. Er ging zum Webstuhl. Auf dem Holzrahmen waren schöne rote Fäden gespannt. Sein Verlangen, sie ganz allein für sich zu haben, war so stark, dass er zur Schere griff und alle Fäden abschnitt, um sie mitzunehmen.

Genau in diesem Moment kam seine Kusine zurück und stutzte, als sie den kleinen Jungen in ihrer Webstube sah: Neben dem leergeräumten Webstuhl stehend, drückte er einen Haufen roter Fäden an sich. Das Mädchen stieß einen schrillen Schrei aus. Dolia, die in der Küche gerade Brot backte, kam mit anderen Frauen herbeigelaufen. Und dann folgte ein wahres Jammerkonzert an Vorwürfen und Klagen.

Mikhaël wurde sich bewusst, dass er etwas Wertvolles zerstört hatte. Als er die Fäden durchschnitt, hatte er doch nur daran gedacht, wie schön sie sind und er wollte doch nur seinem Wunsch nachgehen, selbst auch zu weben… Er wusste jedoch, welche Folgen seine Tat hatte: In seiner Familie gab es eine Strafe, die darin bestand, dass man kein Abendessen bekam.

Seine Mutter wusste schon, dass er nicht nachgedacht hatte, bevor er handelte und dass er nicht die Absicht hatte, seiner Kusine weh zu tun. An dem Abend sprach sie lange mit ihm. Sie erklärte ihm, wie wichtig es ist, die Arbeit der anderen zu respektieren und nichts kaputt zu machen. Nachdem sie ihn ins Bett gebracht hatte, machte sie den Schaden selbst wieder gut, indem sie einen Teil der Nacht damit verbrachte, neue Fäden auf den Webstuhl zu spannen.

Mikhaël vergaß die erhaltene Lektion nicht. Aber seine Vorliebe für Bänder ließ nie nach. Er sammelte weiterhin Fäden und erfand alle möglichen Wege, sie miteinander zu verknüpfen. Eine leise innere Stimme sagte ihm, dass alle Bindungen im Leben wichtig sind und eine besondere Kraft haben. Später begriff er, warum er in seiner Kindheit die Fäden so geliebt hatte.

 

 Die kristallklare Quelle

Mikhaël war noch keine fünf Jahre alt, als er ganz in der Nähe seines Heimathauses eine kleine Quelle entdeckte, die aus der Erde sprudelte. Er legte sich auf den Bauch ins Gras und sah ihr zu. Sie war klar und durchsichtig und machte ein leise gluckerndes Geräusch, während sie über die Steine sprudelte. Der kleine Junge liebte ihr heiteres Murmeln, aber mehr noch bewunderte er die Durchsichtigkeit und die Reinheit der Quelle.

Fortan ging er jeden Tag wieder zu ihr und schaute ihr zu. Manchmal, wenn er abends im Bett an sie dachte, hatte er Angst, dass sie aufhören könnte zu fließen. Aber jedes Mal, wenn er zu ihr zurückkehrte, sah er erleichtert, dass sie immer noch kristallklar und melodisch plätscherte.

»Wo ist Mikhaël?«, fragten die Erwachsenen.

»Er ist sicherlich bei der Quelle«, antwortete seine Mutter.

Und von dort holte man ihn, wenn es Zeit war, heimzukommen.

Er hatte bemerkt, dass um die Quelle herum vieles wuchs: Pflanzen, alle möglichen Gräser, Blumen, winzige grüne oder silbern schimmernde Mooskissen. Er stellte fest, dass dort, wo Wasser ist, auch Leben ist. Wasser ist ein Element, das wäscht und reinigt, aber auch den Pflanzen und Menschen Leben schenkt.

 

Das Feuer

Zur gleichen Zeit begeisterte Mikhaël auch das Feuer. Im Haus setzte er sich gerne neben den Kamin, in dem ein Feuer brannte. Abends, beim Abendessen, beobachtete er seine Großmutter, wie sie die Öllampe anzündete. Er stellte fest, dass sie jeden Tag das Glas der Lampe putzte, damit die Flamme schön und rein hindurchscheinen konnte.

Vor dem Schlafengehen versammelte sich die Familie vor der Ikone, einem kleinen Holzbrett mit dem Bild des Gottvaters. Zu Füßen der Ikone brannte ständig ein rotes Licht. Mikhaël betrachtete andächtig die Flamme, und später, wenn er in seinem Bett einschlief, sah er hinter seinen geschlossen Augenlidern noch das kleine tanzende Licht.
Auch wenn die Landwirte auf den Feldern das Gestrüpp verbrannten, blieb er stundenlang bei ihnen stehen und schaute in die Flammen.

All diese verschiedenen Bilder vom Feuer faszinierten ihn.

Mit ungefähr fünf Jahren entschloss er sich also, selbst ein kleines Feuer zu machen. Als er einmal alleine war, nahm er sich in der Küche einige Streichhölzer, versteckte sich hinter dem Haus, sammelte einige Zweige und schaffte es, sie in Brand zu stecken.

Keiner merkte etwas davon, und er war hocherfreut. Am nächsten Tag wagte er einen neuen Versuch. Auch diesmal sah ihn keiner. Es war sehr gefährlich, was er da machte, aber er war noch zu klein, um sich dessen bewusst zu sein. Und etwas Schlimmes passierte ihm.

Er kletterte in der Scheune auf den Dachboden hinauf, wo das Heu lagerte, mit dem die Kühe und Pferde im Winter gefüttert wurden. In einer Ecke sah er einen Haufen faules, schon ganz schwarzes Stroh und sagte begeistert: »Das ist hässlich und alt, das muss verbrannt werden!«

Er zündete eines seiner kostbaren Streichhölzer an und warf es auf das Stroh, das schnell Feuer fing. Er war überglücklich. Ein solches Feuer, das ist etwas Wunderbares…

Er hatte noch nie ein so schönes Feuer gesehen!

Aber das Feuer wurde größer, es wurde riesengroß und stieg immer höher bis zum Dach der Scheune auf. Plötzlich bekam Mikhaël Angst. Was sollte er tun? Würde die ganze Scheune abbrennen? Aufgeregt sah er sich um. Überall lag nur Heu. Es war kein Wasser da.

Glücklicherweise hatte man von draußen den Rauch gesehen. Einige Familienmitglieder eilten mit Wassereimern auf den Heuboden. Sie liefen zwischen dem Boden und dem Brunnen hin und her und kippten immer wieder Wasser aus, bis es ihnen gelang, das Feuer zu löschen.

Mikhaël schämte sich und war unglücklich. Als er das Feuer anzündete, hatte er nur einen Gedanken im Sinn gehabt: Den vergammelten Strohhaufen aus der Scheune zu entfernen. Schon wieder war er – ohne nachzudenken – seinem Impuls gefolgt. Er wollte das Stroh verbrennen, genauso wie die Landwirte das Gestrüpp in den Gräben verbrannten, die die Felder voneinander abgrenzten. Auch wenn er nichts Böses tun wollte, war er sich im Klaren darüber, dass seine Tat folgenschwer war.

Gequält von dem Gedanken, dass er die ganze Aufregung verursacht hatte, flüchtete er zu seiner Großmutter Astra, der Mutter seiner Mutter, die am anderen Ende des Dorfes wohnte. Als sie seine ängstliche Miene sah, sagte Astra zu ihm: »Aha, du hast wieder etwas angestellt!«

»Woher weißt du das, Großmutter?«, fragte Mikhaël ganz leise.

»Das sieht man! Aber das macht nichts, komm, du kannst dich hier verstecken.«

Sie hatte von ihrem Haus aus den Rauch aufsteigen gesehen und konnte nun erraten, was geschehen war. Bald darauf kam Dolia und fragte: »Wo ist Mikhaël?«

Dadurch, dass Astra dem kleinen Jungen erlaubt hatte, sich einige Minuten lang zu verstecken, gab sie ihm Zeit zum Nachdenken, damit er selbst herausfinden konnte, warum er so unvorsichtig war, und damit er auch den Entschluss fassen konnte, so etwas nie wieder zu tun. Astra kannte ihren Enkel ganz genau, sie wusste, dass er mit seinen fünf Jahren schon dazu fähig war, nachzudenken und vieles zu verstehen.

Als Dolia ankam und ihn wieder mit nach Hause nahm, akzeptierte er seine Strafe. Dieses Abenteuer hatte ihm gezeigt, dass Feuer gefährlich ist. Er wusste, dass er achtsamer werden musste! Schluss mit den Streichhölzern! Doch trotz allen Bedauerns, seiner Familie dieses ganze Unheil angetan zu haben, ließ seine Liebe für das Feuer nicht nach. Er fühlte bereits, dass dieses Naturelement in seinem Leben sehr bedeutsam sein würde. Später hat er gesagt: »Ich habe verstanden, dass andere Feuer entfacht werden müssen: In den Herzen, in den Seelen der Menschen…«

 

Die Weisen

Mikhaël liebte seine Großmutter Astra sehr. Sie verstand ihn sehr gut, sie war sehr zärtlich zu ihm und wenn er krank war, war sie diejenige, die ihn pflegte. Astra war keine gewöhnliche Großmutter, ihr Name bedeutete »Stern«. Sie war Hebamme und außerdem war sie eine der besten Heilerinnen der ganzen Umgebung. Sie hatte die Gabe, andere Menschen wieder gesund zu machen.

Die Leute kamen von weit her, um sich von ihr pflegen zu lassen. Ohne ihre eigenen Kräfte zu schonen, ging sie oft in weit entfernte Dörfer, um diejenigen zu heilen, die nicht mehr gehen konnten.

Mikhaël ging oft zu ihr, um sich Geschichten erzählen zu lassen. Wenn Astra nicht mit Kranken beschäftigt war, ließ sie sich in ihrem Sessel nieder, und der kleine Junge setzte sich zu ihren Füßen. Mit leuchtenden Augen hörte er ihr zu, wenn sie von edlen Rittern, schönen Prinzessinnen, Feen und Zauberern sprach. Indem Astra ihm die großen Kämpfe zwischen den weißen und den schwarzen Magiern schilderte, erklärte sie ihm, wie das Gute über das Böse triumphiert.

Mikhaël schlug sich immer auf die Seite der Ritter und der Weißmagier. Er wusste schon im Voraus, dass sie siegen würden, aber wenn sie von großen Gefahren bedroht wurden, empfand er doch starke Gefühle.

Abends in seinem Bett dachte er lange über das nach, was seine Großmutter ihm erzählt hatte. Er träumte davon, selbst auch ein wahrer, furchtloser Ritter, ein Ritter ohne Tadel zu werden. Bevor er einschlief, sah er sich auf einem weißen Pferd mit einer Fackel, mit der er den Menschen überall Licht brachte und ihnen half, aus ihren Schwierigkeiten herauszukommen.

 

»Ihr werdet sehen, was aus ihm werden wird«

Mikhaël hatte so viel Energie, dass er oft vergaß, wie ein wahrer Ritter zu handeln. Schon mit sechs Jahren versuchte er zu begreifen, wie die Dinge funktionierten. Sein Bedürfnis, alles kennenzulernen, veranlasste ihn zu Experimenten mit Knallkörpern oder mit Wasser, und dabei ging manchmal etwas schief: Es gab eine Überschwemmung, irgendetwas ging kaputt, irgendetwas explodierte…

Bei solchen Vorfällen kamen die Dorfbewohner und beklagten sich bei seiner Mutter. Dolia wusste, dass Mikhaëls Absichten gut waren und dass er nichts Schlimmes anstellen wollte. Aber wenn die Folgen seiner Spiele alle anderen störten, musste sie mit ihm schimpfen. Den Nachbarn gegenüber verteidigte sie ihn jedoch immer und bat sie um Geduld.

»Das geht uns auf die Nerven!«, sagte eine Frau aus dem Dorf.

»Sie kennen ihn nicht«, antwortete darauf Dolia. »Im Moment stört er Sie, aber warten Sie ab, dann werden Sie schon sehen, was aus ihm werden wird!«

Sie war davon überzeugt, dass er eines Tages sehr bedeutend und ein wahrer Diener Gottes sein würde. Obwohl sie auf seiner Seite war, blieb sie ihm gegenüber aber unnachgiebig und notfalls sogar sehr streng. Genau wie alle anderen Kinder musste auch Mikhaël lernen, vor seinem Handeln zu überlegen. Dolia erklärte ihm oft, dass er lernen müsse, seine Kräfte zu kontrollieren, damit er ein großartiger Mensch werden könne. Sie sagte ihm, wenn er das nicht täte, könne er jemand sehr Böses werden.

»Nun weißt du, was dich erwartet, du hast die Wahl!«, sagte Dolia zu ihm.

Sie zwang ihn niemals zu irgendetwas. Dazu war sie zu weise. Ihr Sohn musste lernen, seine eigene Wahl zu treffen, indem er beide Seiten eines Problems überprüfte.

Gewiss, Mikhaël wusste bereits, dass Gehorsamkeit zum Leben gehört, und dass jeder Mensch abwechselnd entweder gehorcht oder befiehlt. Ein Arbeiter gehorcht seinem Chef, aber er befiehlt dem neuen Lehrling. Der Chef befiehlt in seiner Fabrik, aber auf der Straße muss er den Verkehrsregeln gehorchen.

Dolia lehrte ihren Sohn, dass es sehr schlimm wäre, wenn keiner gehorchen würde, denn dann gäbe es überall in der Welt nur Unfälle und Katastrophen. Sie sagte ihm immer wieder: »Alles, was krumm ist, dauert nur bis morgen, aber alles, was gerade ist, dauert bis in alle Ewigkeit.« In ihrer bulgarischen Sprache hieß das:

Krivdina do pladnina
Pravdina do veknina.

Mit seinem Verlangen nach Edelmut – denn ein Ritter des Lichts ist doch edel – wusste Mikhaël ganz genau, dass er all das wählen musste, was gerade und gerecht ist. Wenn er eine Dummheit gemacht hatte und seine Mutter so mit ihm sprach, ergriff ihn die Reue.

Wenn er dann bei der Quelle oder in einem seiner Lieblings-Verstecke alleine war, weinte er manchmal. Dann fasste er gute Vorsätze und versprach, sich fortan einwandfrei zu benehmen.

 

 Das Leben des Heiligen Athanasius

Ein besonderes Ereignis half Mikhaël, seine Vorsätze zu beherzigen: Zu seinem sechsten Geburtstag bekam er einige Geschenke. Da er schon seit einiger Zeit lesen konnte, war das Geschenk, das ihn am meisten freute, ein kleines Buch über das Leben des heiligen Athanasius, des Heiligen, der an seinem Geburtstag verehrt wurde. Er setzte sich in eine Ecke und vertiefte sich in seine Lektüre.

Mit leidenschaftlichem Interesse entdeckte er das Leben dieses Heiligen, das mit Liebe zu Gott erfüllt war. Er fasste sofort den Entschluss, selbst auch ein großer Weiser zu werden, der im Stande sein würde, die Menschen zu den mystischen Welten des Lichts zu führen. Ein Weiser, das heißt ein Held, ein Vorbild, das die Menschen nachahmen könnten, jemand, der die besten Ratschläge geben kann.

Aber ein solcher Entschluss kann niemanden von heute auf morgen in das wunderbare Bild verwandeln, das er in seinem Kopf geformt hat. Trotz seines großen Verlangens nach Vollkommenheit, verhielt Mikhaël sich weiterhin wie alle anderen Kinder. Sein feuriges Temperament trieb ihn zu Taten, auf die er nicht immer stolz war. Dennoch vergaß er den Heiligen nicht, den er sehr bewunderte. Er versuchte weiterhin, ihm zu gleichen.

 

Mutter und Sohn

Mikhaël empfand eine tiefe Liebe für seine Mutter. Sie war für ihn ein Vorbild. Mit ihrer Güte und Großzügigkeit war sie stets bereit, den anderen zu helfen, bevor sie an sich selbst dachte. Mit ihrem Sinn für Humor fand sie immer das richtige Wort, das die Menschen zum Lachen brachte, wenn sie angespannt waren.

Aber eines Tages, als Mikhaël in die große Küche ging, sah er überrascht, dass seine Mutter weinte. Besorgt blieb er bei der Treppe stehen. Was hatte sie? Vielleicht war sie traurig, weil der Vater nicht da war. Das würde er verstehen, denn jede Rückkehr von Ivan bedeutete ein Fest für alle. Und die Zeit, bis sie ihm später nach Varna würden folgen können, erschien ihnen sehr lang.

Plötzlich ging die Tür auf, eine Nachbarin kam herein und fing an zu klagen. Mikhaël sah, dass seine Mutter sich schnell die Tränen aus den Augen wischte, bevor sie sich der Nachbarin lächelnd zuwandte. Dann hörte sie ihr mit größter Güte zu, ermutigte sie und gab ihr Ratschläge.

Das Kind ging leise aus dem Haus und setzte sich neben die Quelle. Es überlegte. Diese Szene war ihm eine Lektion wahrer Liebe. Die Bewunderung für seine Mutter wuchs noch mehr.

 

Die Geschichte der Schöpfung

Mikhaël lebte in einem Land mit vielen Bergen, Seen und schönen Flüssen. Der Sommer war heiß, aber im Winter war es manchmal sehr kalt.

Das Dorf Serbtzi war arm und die Schule war nur eine Holzbaracke mit einer gemeinsamen Klasse für die kleinen und großen Kinder. Mikhaël musste jeden Morgen, genau wie alle anderen Schüler, im Wald herumliegendes Holz für die Schule sammeln. Kein Schüler durfte diese Pflicht vergessen, denn wenn nicht genügend Holz da war, ging das Feuer im Ofen aus, und dann war es sehr kalt im Klassenzimmer.

Diese Verhältnisse waren für die Kinder ganz schön schwierig, aber auf diese Weise lernten sie, sich untereinander zu helfen. Sie merkten, dass jeder für das Wohlergehen aller anderen mitverantwortlich war. Mikhaël erfuhr also in der Schule und auch zuhause den Sinn von Brüderlichkeit, das heißt, die gegenseitige Hilfe, die unter Geschwistern und Freunden ganz natürlich sein sollte.

In seinem ersten Schuljahr erzählte der Lehrer, wie Gott die Welt erschuf und Mikhaël war begeistert. Die Geschichte war so interessant, dass er sich sehr anstrengte, alles zu behalten. Nach der Schulstunde bat er den Lehrer, ihm noch einmal zu wiederholen, was Gott am Montag, am Dienstag, am Mittwoch usw., bis zum Samstag, erschaffen hatte. Dank seines guten Gedächtnisses lernte er die Geschichte auswendig.

Während er langsam nach Hause ging, zählt er ganz leise die verschiedenen Tage der Schöpfung auf. Der Schnee fiel leise und die Schneeflocken tanzten um ihn herum, aber er hatte keine Lust mit seinen Kameraden zu spielen, er war zu sehr in diese schöne Geschichte vertieft, die er nicht vergessen wollte. Am Abend kündigte er beim Essen an: »Ich möchte euch gerne die Geschichte der Schöpfung erzählen!«

Nach dem Abendessen setzten sich alle Familienmitglieder ins Wohnzimmer, um ihm zuzuhören. Die Erwachsenen saßen auf Stühlen und die Kinder kauerten auf dem Fußboden. Mikhaël stand vor ihnen und erklärte ihnen, auf welche Weise Gott durch Sein Wort Wunderbares erschaffen hatte. Gott sprach und die Dinge sind erschienen: »Am ersten Tag hat Gott den Himmel und die Erde erschaffen.« Am zweiten Tag sprach Gott: »Es werde Licht! Und das Licht hat den Himmel und die Erde erleuchtet.«

Der kleine Junge sprach lebhaft und schilderte zahlreiche Einzelheiten. Er beschrieb, wie die Engel, die Sonne und die Sterne, die Erde und die Tiere, die Bäume und die Blumen erschaffen wurden, und schließlich Männer, Frauen und Kinder. Die ganze Familie hörte ihm staunend zu. Ein Lächeln zeigte sich auf ihren Gesichtern. Als er aufhörte, waren alle begeistert, dankten ihm und umarmten ihn.

Später dachte Mikhaël weiterhin über die Schöpfungsgeschichte nach. Seine Liebe zur Natur wurde immer größer. Er wurde sich mehr und mehr der Schönheit all dessen bewusst, was ihn umgab. Er stellte sich mithilfe der Vorstellungskraft immer wieder vor, wie das Licht erschien, das der ganzen Schöpfung das Leben gibt.

 

ISBN 978-3-89515-114-9
168 Seiten, 18,00 Euro

Leseprobe drucken: hier klicken
Das Buch im Shop: hier klicken

Pages:«1234567»