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Neuerscheinung 2015: Broschüre 325 „Das Ideal des brüderlichen Lebens“

Neuerscheinung 2015: Broschüre 325 "Das Ideal des brüderlichen Lebens" von O. M. Aivanhov aus dem Prosveta Verlag. 60 Seiten. ISBN 978-3-89515-107-1. 4 Euro

Neuerscheinung 2015: Broschüre 325 „Das Ideal des brüderlichen Lebens“

Leseprobe der ersten Seiten der Broschüren-Neuerscheinung

 

Teil I

Von der kleinen zur großen Familie

Seit jeher haben die Menschen gewusst, wie vorteilhaft es ist, sich zu vereinen, um zusammenzuleben. Deshalb haben sie sich in Gemeinschaften organisiert, wo die jeweiligen Aufgaben auf die Qualitäten und Kompetenzen der Einzelnen aufgeteilt werden. Sonst müssten sie jetzt noch in Höhlen Schutz suchen und ihre Tage damit verbringen, im Wald nach Nahrung zu suchen. Als sie sahen, wie nützlich es ist, sich zu vereinen, um mehrere Köpfe, mehrere Arme und mehrere Beine zu haben, konnten alle von dieser neuen Situation profitieren. Jetzt dient jeder jedem und kann von allen profitieren. Er übt nur eine kleine Tätigkeit irgendwo aus, und alles steht zu seiner Verfügung: Schulen, Bibliotheken, die Post, Transportmittel, die Polizei, das Gericht… So konnte sich die Menschheit nach und nach entwickeln, und es entstanden die Kulturen und Zivilisationen.

Aber in Wirklichkeit haben die Menschen das Problem des gemeinschaftlichen Lebens nur dem Anschein nach gelöst: Ja, äußerlich bilden sie Vereinigungen, aber innerlich sind sie oft isoliert, getrennt, fremd und den anderen gegenüber sogar feindselig. Und das Gleiche gilt für die Länder: Sie haben Beziehungen untereinander, und das nennt sich Botschaft, Diplomatie, Außenhandel, aber jeder kümmert sich vor allem darum, seine Interessen zu verteidigen, seine Macht und Überlegenheit zu zeigen, und wenn es sein muss, führen sie auch Krieg gegeneinander, um dies zu erreichen.

In einer Gesellschaft kann man drei Kategorien von Individuen unterscheiden, die den drei Bewusstseinsebenen entsprechen. Diejenigen, die sich lieber isolieren und sich zurückziehen. Diejenigen, die den Vorteil verstanden haben, den sie aus dem gemeinschaftlichen Leben ziehen können und sich aus Eigeninteresse zusammenschließen. Und schließlich diejenigen, die lernen, sich zu öffnen, um den besten Austausch zu unterstützen, indem sie in sich selbst immer mehr das Bewusstsein des Universellen vertiefen.

Natürlich sollte jedes Individuum für seine eigene Entwicklung und für seine eigene Bereicherung arbeiten, aber unter der Bedingung, es nicht nur ausschließlich für sich selbst zu tun und auch an das Wohl der Gemeinschaft zu denken. In dem Augenblick spricht man nicht mehr nur von Gemeinschaft, sondern von Bruderschaft. Die Gemeinschaft ist noch keine Bruderschaft. Eine Bruderschaft ist eine Gemeinschaft, wo ein wahrer Zusammenhalt herrscht, denn jedes Individuum arbeitet bewusst für das Wohl aller.

Man kann die Menschen mit Musikinstrumenten vergleichen: Klarinetten, Geigen, Trompeten, Harfen, Celli, Gitarren… Das göttliche Leben haucht in diese Instrumente hinein oder lässt ihre Saiten erklingen, und jeder erzeugt einen bestimmten Ton. Ursprünglich hat die Kosmische Intelligenz alle gestimmt, damit sie an der großartigen Symphonie des Universums teilnehmen können. Warum schaffen sie es dann nicht, in Einklang miteinander zu schwingen? Weil sie sich nicht bemühen, ihre Bewusstseinsebene zu erhöhen. Wenn man von seinen Befangenheiten und egoistischen Wünschen ganz eingenommen ist, hört man nur Gekreische. Wenn die Menschen sich auf die Idee der Gemeinschaft – oder vielmehr der Bruderschaft – konzentrieren, wird nicht nur die gegenseitige Harmonie wiederhergestellt, sondern sie setzen auch die Kanäle wieder in Gang, die es den himmlischen Energien ermöglichen, in ihnen zu zirkulieren.

Gott hat die Menschen geschaffen, damit sie sich untereinander in Einklang bringen – wie in einem Orchester. Aber das ist nur möglich, wenn das Instrument, das jeder mit seinem physischen und seinen psychischen Körpern darstellt, bereits gut gestimmt ist. Das Orchester bzw. der Chor ist ein Bild, über das es sich zu meditieren lohnt. Bevor die Musiker zu spielen beginnen, stimmen sie ihre Instrumente, und bevor die Chorsänger zu singen beginnen, achten sie auf den Ton, den ihnen der Chorleiter mit seiner Stimmgabel gibt. Aber wenn sie das Orchester oder den Chor verlassen, benimmt sich jeder wieder so, als wäre er allein. Er spielt und singt, was ihm gefällt. Er kann es sich sogar erlauben, falsch zu spielen oder zu singen. Deshalb ist die Menschheit weder ein gutes Orchester noch ein guter Chor.

Wer sich bewusst ist, dass er einer größeren Gesamtheit angehört, als er selber ist, fühlt sich verpflichtet, mit dieser Gesamtheit in Einklang zu schwingen, keine falschen Noten von sich zu geben, damit er die psychische Atmosphäre nicht belastet. Und was geschieht dann? Genau dasselbe, was geschieht, wenn man einem Orchester oder einem Chor angehört: Der Musiker oder der Chorsänger spielt oder singt nur seinen Teil der Partitur, aber er hört die Harmonie, die die Instrumente oder Stimmen rund um ihn erzeugen, und er fühlt sich ein Stück weitergebracht: Die Kraft, die ihn da überkommt, bringt ihn ganz weit, ganz hoch hinaus in den Raum, wo er in Harmonie mit der Seele aller Wesen lebt. Nur dieses Bewusstsein, einer Gesamtheit anzugehören, die die Menschen übertrifft und mit der sie sich in Einklang bringen sollten, ist günstig für ihre Entwicklung. Immer mehr kommen sie so zu einem Mitklingen mit der Kosmischen Intelligenz, die das Universum nach den Gesetzen der Einheit und der Harmonie geschaffen hat und vieles verbessert sich in ihnen, unter anderem ihre Gesundheit.

Was die Menschen in die Irre führt, ist die Tatsache, dass die Konsequenzen ihres Denkens und Handelns nicht unmittelbar danach eintreten. Sie sehen nicht sofort die guten oder schlechten Ergebnisse. Aber da sich alles in ihrer ätherischen Materie aufzeichnet, ziehen diese Aufzeichnungen günstige oder ungünstige Einflüsse an, die ihrem Verhalten entsprechen. Jeder sollte sich also fragen, wie sein Verhalten auf diejenigen wirkt, die ihn umgeben sowie auf alle sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfe, die das Universum bevölkern: Hilft er ihnen oder stört er sie? Werden sie durch sein Leben oder seine Aktivität glücklich?

Aber die meisten Menschen sorgen sich nur darum, ihre Neigungen, ihre Bedürfnisse und ihre Launen zu befriedigen. Um dies zu erlangen, benutzen sie nicht nur ihre wertvollsten Fähigkeiten, die ihnen der Schöpfer gegeben hat, sondern auch die Wissenschaften, die Techniken, die Künste und alle Ressourcen der Natur. Nun, sie übertreten die Regeln, die im Buch des Lebens eingeschrieben stehen. Im Buch des Lebens steht im Gegenteil geschrieben, dass wir alle Mittel, die uns zur Verfügung stehen, für ein göttliches Ideal einsetzen sollten: zum Wohl der ganzen Welt. Diejenigen, die dieses Gesetz nicht respektieren, laufen Gefahr, große Verluste zu erleiden. Zuerst mag ihr Verhalten ja vielleicht ein paar kleine Vorteile bringen, aber bald kommen die Enttäuschungen und Leiden. Versteht mich jetzt gut, ich möchte euch weder einengen noch schikanieren, ich erkläre euch nur, was ihr gewinnt, wenn ihr euch dazu entschließt, euer Bewusstsein auf die Dimension der ganzen Menschheit auszudehnen.

Diese Arbeit der Erweiterung des Bewusstseins muss in der Familie beginnen. Und es gibt bereits so viel zu sagen über die Familie! Seit Tausenden von Jahren – und in den meisten Ländern – bestehen die menschlichen Gesellschaften aus Familien, auch wenn diese Institution verschiedene Formen annimmt. Man spricht von der »Zelle der Familie«, das heißt, dass jede Familie ein Element dieses großen Körpers ist, den man Gesellschaft nennt. Alle Mitglieder helfen sich, unterstützen sich, schützen sich, arbeiten zusammen. Aber dieser Zusammenhalt, dieses Bedürfnis, zusammen zu sein, um sich zu helfen und zu beschützen, sieht man bereits bei vielen Tierarten. Können die Menschen wirklich damit zufrieden sein, dass sie ein analoges Verhalten zeigen wie die Tiere? Es ist in den Plänen der Kosmischen Intelligenz vorgesehen, dass die Formen, die die menschlichen Familien angenommen haben, sich weiterentwickeln, damit sie sich einer weiteren, klareren Vision öffnen können.

Seht nur die Erziehung, die man den Kindern gibt. Ab und zu sagt man ihnen, sie sollen nett, hilfsbereit, höflich und geduldig sein, aber man ermutigt sie vor allem, erfolgreich zu sein, die Ersten zu sein, die anderen zu übertreffen, sie sogar zu vertreiben. Deshalb hat man so viel Wert auf den Unterricht gelegt. Der Unterricht ist eine gute Sache. Der Verstand ist ein gutes Arbeitsinstrument für das Studium und die Erforschung der Materie und dennoch – selbst im Alltag ist er nicht der beste Führer. Warum? Weil er nur einen Teil der Wirklichkeit auffassen kann, und vor allem liegt im Grunde genommen hinter allem, wozu er sich entschließt, ein verstecktes Motiv und eine egoistische Berechnung, die schließlich Probleme schafft.

Wie sich die Bruderschaft unter allen Menschen verwirklichen wird, wie die Erde nur noch eine einzige Familie bilden wird, wie die ganze Welt in Frieden und Harmonie leben wird, das kann der Verstand nicht auffassen. Er kann sich nicht so hoch aufschwingen, um die wahren Heilmittel, die wahren Lösungen zu entdecken. Was er sich vorstellt und was er vorschlägt, von seiner unvollständigen und egozentrischen Sicht der Dinge aus betrachtet, ist immer fehlerhaft und löst nichts auf endgültige Art und Weise. Es gibt Lösungen für alle Probleme, die sich den Menschen stellen, aber um sie zu finden, muss man auch das Herz, die Seele und den Geist zu Rate ziehen.

Von nun an sollte sich die Familie zur Aufgabe machen, ihren Mitgliedern zu helfen, sich mit ihren Gedanken, ihren Gefühlen und ihren Handlungen zur universellen Familie zu vereinigen. Sie sollten wenigstens beginnen zu verstehen, dass das zu ihrem Vorteil ist.

Es gibt zwei Arten, seinen Vorteil zu sehen. Die erste besteht darin, sich nur um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Die zweite besteht darin, zu verstehen, dass der persönliche Vorteil in der Sorge um den gemeinschaftlichen Vorteil liegt. Diejenigen, die nur für sich selbst arbeiten, zeigen, dass sie weder beobachten noch nachdenken können. Jemand hat es geschafft, seinen Komfort und sein Wohlbefinden für sich und seine Familie abzusichern… Das ist sehr gut, aber wie lange? Ein Krieg, eine Revolution, eine Wirtschaftskrise… es können so viele Ereignisse eintreten! Was lässt ihn glauben, dass nicht auch er davon betroffen ist?

Wenn eine Gemeinschaft einem Ereignis ausgesetzt ist, sind die Individuen niemals in Sicherheit. Wenn die Gemeinschaft hingegen im Frieden und im Wohlstand lebt, profitiert jedes Individuum davon. Für sich selbst zu arbeiten ist eine Berechnung, die schließlich die Menschheit enorm viel kostet. Wenn der Gemeinschaft ein Unglück geschieht, ist es zu Ende mit ihrem kleinen Glück und dem Glück ihrer Familie, denn sie sind ein Teil dieser Gemeinschaft, und darin sind sie verletzbar: Es hängt immer ein Damoklesschwert über ihrem Kopf. Wie oft hat man in der Geschichte mächtige und reiche Familien gesehen, wo es schien, dass nichts sie erreichen kann! Im Land traten aber Schwierigkeiten auf, und sie endeten damit, dass sie alles verloren, sogar das Leben.

Und was man für die Individuen und die Familien festgestellt hat, stellte man auch für die Länder fest. Ein isoliertes Land kann nicht dauerhaft in Sicherheit sein. Die einzige Lösung besteht darin, für eine globale Gemeinschaft zu arbeiten. Mögen alle Länder ein einziges Land werden, möge die ganze Erde eine einzige Familie werden. Man wird mir natürlich sagen, dass dies aus vielerlei Gründen unmöglich ist. Ja, ich weiß, und ich kenne diese Gründe so gut wie kein anderer. Aber ich denke und arbeite für die Zukunft. In der Zukunft wird sich diese Einheit verwirklichen, weil schreckliche Ereignisse die Menschen dazu führen werden, ihren Gesichtspunkt zu ändern.

Der Begriff der universellen Familie sollte sich von nun an in jedem Bewusstsein niederlassen. Das heißt nicht, dass ihr eure Familienmitglieder vernachlässigen sollt. Liebt sie weiterhin, helft ihnen weiterhin auf alle möglichen Arten. Aber, glaubt mir, indem ihr euer Verständnis der Familie erweitert, liebt ihr sie und helft ihr noch mehr als vorher. Seid nicht schockiert, wenn ich euch sage, dass bis jetzt eure Familie nicht so sehr von dem profitiert, was ihr für sie tut, auch nicht eure Kinder, denn durch die Art, wie ihr sie liebt, prägt ihr ihnen zu egoistische Begriffe ein. Eines Tages wird euch ihr Geist vorwerfen, dass ihr ihnen nicht den Weg des Lichtes und der wahren Liebe gezeigt habt. Also Achtung, viele glauben, ihre Pflicht zu erfüllen, während sie ihre Familie in Engstirnigkeit, Egoismus und Dunkelheit belassen.

Mit viel weiteren Auffassungen werdet ihr euren Familienmitgliedern wirklich etwas Gutes tun. Und indem ihr sie aufklärt und sie der Welt der Seele und des Geistes annähert, die ihre wahren Eltern, ihre himmlischen Eltern sind, werden sie in den nächsten Inkarnationen kommen, um euch zu suchen, sich zu bedanken und euch Geschenke zu bringen. Wenn ihr hingegen nicht weiter seht, als den Erfolg eurer kleinen Familie, weil euch das gefällt, werdet ihr sie verlieren, sie werden sich nicht mehr bei euch inkarnieren, weil ihr in ihnen keine guten Erinnerungen hinterlassen habt. Eine Familie kann etwas Großes und Wichtiges auf der Erde darstellen, wenn sich all seine Mitglieder bewusst mit der universellen Familie verbinden.

Reihe Broschüren, Nr. 325
ISBN 978-3-89515-107-1
60 Seiten, Paperback
4,00 Euro

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